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Plausch in der Küche mit Alexander Beck

  • Geschrieben von SEO-Küche am 08.06.2016

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Heute gibt es wieder einen neuen Plausch in der SEO-Küche – diesmal mit Google AdWords Spezialist Alexander Beck.

Alexander-Beck-traffic3-PortraitAlexander Beck ist Geschäftsführer und Gründer von traffic3, der Online-Performance-Agentur in Wien. Er ist Autor des Standardwerkes “Google AdWords”. Der Bestseller wurde mittlerweile über 18.000 Mal verkauft und in mehrere Sprachen übersetzt. Der studierte Diplom-Volkswirt betreut Unternehmen im gesamten deutschsprachigen Raum. Als “Qualified Advertising Professional” ist er insbesondere spezialisiert auf Suchmaschinen-Marketing und Conversion-Optimierung. Darüber hinaus hält er regelmäßig Schulungen und Vorträge zum Thema Google AdWords und Online-Marketing.

Denken Sie das Google AdWords als online Maßnahme ausreichend ist um erfolgreich durchzustarten?

Nein, das sagen wir als Agentur auch regelmäßig Anfragenden und Kunden. AdWords können nur möglichst interessierte Besucher mit dem Unternehmen in Kontakt bringen – per Website, Anruf oder was auch immer. Doch dann beginnt es ja erst, diese Kontakte in Kunden umzuwandeln und so für Erfolg zu sorgen.
Das beginnt natürlich immer beim Angebot, das dem User unterbreitet wird – ohne überzeugende Produkte oder Leistungen können auch AdWords nichts reißen. Das geht dann weiter über die richtige Präsentation des Angebotes, über vertrauensbildende Maßnahmen oder auch über die korrekte Abwicklung.
AdWords sind zudem immer nur ein Teil des Marketing-Mixes. Unternehmen, die ausschließlich auf einen einzelnen Kanal setzen (egal ob AdWords, SEO oder andere) haben es stets schwieriger als breit aufgestellte und bekanntere Unternehmen. Ganz besonders bei hochpreisigen und komplexen Produkten finden Abschlüsse oft erst statt, wenn es mehrere Kontakte zwischen Kunden und Unternehmen gegeben hat.

Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Faktoren für erfolgreiche AdWords-Kampagnen? Welche Informationen benötigen Sie vom Kunden bevor Sie eine AdWords-Kampagne erstellen können?

Vorab müssen die Ziele klar definiert und in Kennzahlen ausgedrückt sein. Alle müssen wissen, wann sie von erfolgreichen AdWords-Kampagnen reden können und wann nicht. Dies sollte aber jedem AdWords-Betreuer klar sein, egal in welcher Rolle er sich befindet: einem Unternehmer, der seine eigenen Gelder gewinneinbringend eingesetzt haben möchte, einem internen Mitarbeiter, der seine Arbeit rechtfertigen muss, und erst recht einem externen Betreuer oder Berater. Nicht selten ist es jedoch genau diese Frage, die ungeklärt bleibt oder deren Antwort erst mühsam erarbeitet werden muss. Für die Kampagnen selbst sind natürlich ein sinnvolles Setup sowie eine laufende Betreuung und Optimierung entscheidend – aber dafür werden wir ja auch als Agentur beauftragt. Vom Kunden werden typischerweise Angaben zu einigen Kampagneneinstellungen sowie die vermeintlichen Kernbotschaften, die das Angebot auszeichnen, benötigt. Auch Maßnahmen, die nur der Kunde vorab umsetzen sollte, müssen geklärt sein – etwa notwendige Anpassungen auf der Website oder das Erstellen von Datenfeeds. Ansonsten arbeiten wir – sofern vom Kunden gewünscht – ziemlich selbständig. Der Kunde bleibt durch regelmäßige Reportings oder Telefonate auf dem neuesten Stand.

Sind AdWords-Kampagnen für klein- und mittelständische Unternehmen genauso effizient wie für große? Welche AdWords Strategie empfehlen Sie Kunden mit kleinem Budget?

Eines der großen Missverständnisse bei AdWords, zumindest im Search-Bereich, ist das Denken in Budgets, wie man es aus dem klassischen Marketing kennt. Aufgrund der Messbarkeit von AdWords-Kampagnen muss die Herangehensweise eine andere sein: AdWords muss die definierten Ziele erreichen, die Nachfrage steuert das Budget. Auch ein mittelständisches Unternehmen wird nicht darauf verzichten, 1.000 Euro mehr auszugeben, wenn es dafür 2.000 Euro mehr einnimmt. Und ein großes Unternehmen ist ebenso schlecht beraten, zwanghaft 100.000 Euro pro Monat ausgeben zu wollen, wenn die zweiten 50.000 Euro nur Verluste bringen. Rein aus AdWords-Sicht ist die Unterteilung in große und kleine Unternehmen oder in große und kleine Budgets also unangebracht. Dass sich Unterschiede in weiterer Folge oder durch Einflüsse ergeben, ist unbestritten: höhere Klickraten durch die Bekanntheit eines Unternehmens, höhere Conversion-Raten durch bessere Verfügbarkeit der Produkte oder bessere Margen beim Conversionabschluss etwa.

Wie sieht die Zukunft von Google Adwords aus? Gibt es aktuelle Trends?

Fragen Sie bei Google nach. Wir dackeln alle ja nur hinter dem her, was Google zulässt. Insgesamt habe ich aber das Gefühl, dass auf der einen Seite die Ansprüche und die Erwartungen an eine Kampagne höher werden – vom User, von Google. Auf der anderen Seite fallen aber immer Möglichkeiten weg, dies entsprechend umsetzen zu können – beginnend damals mit den Enhanced Campaigns und dem Aussteuern auf einzelne Endgeräte über das Einführen von nahen Varianten bis hin zu den aktuell neuen Kampagnentests, die keine Test-Ergebnisse auf Keyword- und Anzeigenebene liefern. Unterm Strich nimmt sich Google mehr Rechte, Anzeigen nach eigenem Gutdünken ausspielen zu dürfen. Und der Werbende muss immer größeren Aufwand betreiben, um die zielgenaue Auslieferung sicherzustellen, die ihm bislang möglich war.

Haben Sie noch einen Expertentip für unsere Leser?

Eventuell hätte ich für jeden Leser und für jedes Konto einen Hinweis – ein Tipp, der für alle gelten soll, tummelt sich zwangsläufig auf Allgemeinplätzen. In Anlehnung an die vorangegangen Fragen vielleicht dieser: Definieren Sie Ihre Kampagnen-Ziele und richten Sie Ihre Entscheidungen bzw. Optimierungen danach aus. Vergessen Sie Benchmarks und springen Sie nicht dem Feature oder jeder Neuerung hinterher, nur weil dafür gerade getrommelt wird. Das was Sie machen, soll Ihren Erfolg vergrößern. Eine B-Note für die schönsten und aktuellsten AdWords gibt es nicht.

Vielen Dank für das Interview Herr Beck!

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