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USA plant Kartellklage gegen Google wegen Monopolbildung

  • Geschrieben von Christoph am 22.10.2020

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Die Europäische Union hatte Google bereits wegen Verstoßes gegen das EU-Wettbewerbsrecht abgestraft. Nun planen auch die USA, das Unternehmen zu verklagen. Aus der veröffentlichten Klage geht der Vorwurf hervor, dass Google eine illegale Monopolstellung bei der Suche im Internet und dem damit verbundenen Werbegeschäft hat. Mehrere Bundesstaaten schlossen sich der Klage des US-Justizministeriums an.

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Google sehr breit aufgestellt

Die weltweiten Suchanfragen im Internet laufen nahezu 90 Prozent über Google. Es sind zwar die meisten Dienste kostenfrei, aber Google verlangt von seinen Nutzern persönliche Informationen, um mit deren Hilfe bei ihnen Werbung platzieren zu können. Darüber hinaus betreibt Google das Handy-Betriebssystem Android und den Internetbrowser Chrome, die in ihren Bereichen jeweils weltmarktführend sind. Weiterhin betreibt das Unternehmen unter anderem Online-Landkarten, das Werbenetzwerk DoubleClick und den Videodienst Youtube.

Google macht aus Wissen und Daten ein Geschäft und kommt an mehr personenbezogene Daten heran als jedes andere Unternehmen auf der Welt. Außerdem muss Google durch den Patriot Act mit US-Geheimdiensten kooperieren.

Welchen Marktanteil besitzt Google zurzeit in Deutschland?

Laut Statista ist Google bei der Desktop-Suche und der mobilen Suche in Deutschland Marktführer. Im September 2020 kam Google auf Marktanteile von ca. 86 Prozent bei der Desktop-Suche. Bei der mobilen Suche kam der Gigant sogar auf ca. 98 Prozent. Andere Suchmaschinen wie Bing wurden nur wenig genutzt.

Wettbewerbsermittlungen in den USA bereits seit mehr als einem Jahr

Bereits seit mehr als einem Jahr werden in den USA Wettbewerbsermittlungen gegen den Suchmaschinenbetreiber geführt. Auch Verbraucherschutzgruppen und Abgeordnete werfen dem Technologiegiganten schon seit Langem vor, seine Vormachtstellung auf dem Markt zu missbrauchen, damit er noch größere Profite erwirtschaften kann. Google wurde jüngst von einem Ausschuss im US-Repräsentantenhaus eine Monopolstellung attestiert. Darüber hinaus könnte die Klage der Auftakt für weitere Klagen gegen Technologiefirmen sein, wie zum Beispiel Facebook, Amazon, Apple, gegen die bereits bei der US-Handelskommission und beim Justizministerium ermittelt wird.

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Die USA wollen Google wegen Monopolbildung verklagen.

In der aktuellen Klage geht es um Absprachen wie beispielsweise die mit Apple. Um als exklusiver und einziger Suchanbieter auf dem iPhone vertreten zu sein, bezahlt Google jedes Jahr über eine Milliarde Euro. Es gibt ähnliche Verträge mit anderen Anbietern. So lautet der Vorwurf gegen Google, dass diese Verträge zur Verteidigung des Google-Suchmonopols dazu führten, dass Innovation und Wettbewerb darunter sehr gelitten haben und immer noch leiden.

Google weist Vorwürfe zurück

Alle Vorwürfe werden von Google zurückgewiesen. Der Technologieriese beteuert, dass er zwar ein großes Unternehmen sei, aber vorteilhaft und hilfreich für die Nutzer. Er biete schließlich die beste Suchmaschine am Markt an. Darüber hinaus zwinge das Unternehmen niemanden dazu, seine Angebote zu verwenden. Jeder, der möchte, könne andere Suchmaschinen nutzen. Der große Konzern zieht hinsichtlich der Voreinstellung der Google-Suche in Browsern und auf dem Handy sogar einen Vergleich mit Müsli-Produkten. Schließlich zahlen deren Hersteller ebenso bei Supermärkten für bessere Plätze in den Verkaufsregalen. Das würde aber nicht heißen, dass es nicht auch andere Hersteller auf den tiefer liegenden Plätzen in Regalen gebe. Googles Hauptargument ist, dass die Konsumenten selbst entscheiden können, welche Suchmaschine sie verwenden möchten.

Googles Konkurrenten sehen das anders

Konkurrenten wie DuckDuckGo sehen das anders. Gabriel Weinberg, der Chef des Unternehmens, sagt zum Beispiel, es sei sehr aufwendig, voreingestellte Suchoptionen zu ändern. Vor allem auf Android-Geräten, deren Betriebssoftware ja von Google programmiert wird, ist es nicht nur mit einem Klick getan, wie Google behauptet, bis das System auf eine andere Suchmaschine eingestellt ist. Deshalb nehmen die Umstellung viele Nutzer von Android-Telefonen erst gar nicht vor und DuckDuckGo komme deshalb nur auf einen Marktanteil von ca. 2 %.

Bereits ähnliche Klagen in der Vergangenheit gegen Microsoft

Es gab in der Vergangenheit bereits ähnliche Klagen gegen Microsoft. Dabei reichen die Kartellvorwürfe gegen den Riesen bis in die 1990er-Jahre zurück. Damals stand er in Europa und Amerika Kartellvorwürfen gegenüber. In Europa erhielt Microsoft mehrere Geldstrafen. Es stand in Amerika sogar eine Zerschlagung zur Diskussion. Microsoft wurde unter anderem beschuldigt, das Betriebssystem Windows auf unzulässige Weise mit seinem Internetzugangsprogramm Internet Explorer verknüpft zu haben. Somit habe er den Rivalen Netscape ausgespielt.

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Auch andere Firmen wurden in den USA in der Vergangenheit schon mit Strafzahlungen bedacht.

Auch Google erhielt bereits Milliarden-Strafen von der EU-Kommission

Die EU-Kommission verhängte bereits 2017 eine Strafe von 2,42 Milliarden Euro für Google, da das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung bei Produktanzeigen in Suchergebnissen missbraucht habe. Im Jahre 2018 wurde sogar eine Rekordstrafe von 4,34 Milliarden Euro fällig für die Wettbewerbseinschränkungen beim Smartphone-System Android. Eine weitere Aufforderung zur Zahlung einer Strafe in Höhe von 1,49 Milliarden Euro folgte 2019 für die Unterdrückung des Wettbewerbs im Online-Werbesektor. Nun gab es 2020 eine weitere Kartellkampagne gegen Google, wobei das Unternehmen mit einer Geldstrafe von 8 Milliarden Euro belegt wurde.

Kritiker halten die Milliarden-Strafen für unzureichend. Einige von ihnen verlangen, dass die Unternehmensstruktur von Google verändert werden solle und besonders Youtube und Android aus Google herausgelöst werden müsse.

Das neue Verfahren könnte sich vermutlich über Jahre hinziehen

Nun drohen Google weitere milliardenschweren Zahlungen. Es könnte sogar Abspaltungen von einzelnen Unternehmen geben. Das nun in den USA gestartete Verfahren gegen Google könnte sich viele Jahre hinziehen, ähnlich wie der Fall Microsoft.

Internet ohne Google, geht das überhaupt?

Fast jeder Internetuser verwendet Google regelmäßig. Wohin könnten Nutzer nun ausweichen? Es scheint im Grunde viele Möglichkeiten zu geben, beispielsweise die alternativen Suchmaschinen wie DuckDuckGo aus den USA, MetaGer aus Deutschland und Qwant aus Frankreich. Aber sind sie wirklich so gut wie Google? Und was ist mit Unternehmen, die ihre Marketingstrategie vollständig auf den Google-Algorithmus aufgebaut haben?

Allein der Bereich der Suchmaschinenoptimierung würde sich radikal ändern, würden auf einmal verschiedene Suchmaschinen auf nennenswerte Marktanteile kommen, bei denen unterschiedliche Algorithmen zu jeweils anderen Suchergebnissen und Rankings führen sollten.

Viele Menschen kritisieren zwar die sozialen Folgen einer Welt, die sich auf Daten fokussiert, aber Google ist abhängig von den Menschen, die seine Angebote dauerhaft nutzen wollen. Google wird nun umdenken müssen, um strikten Auflagen oder einer Zerschlagung vorzukommen, oder die Nutzer werden ihre Gewohnheiten ändern müssen, wenn sie den Machtmechanismen von Google entgehen wollen.

Wie seht ihr solche Klagen? Kann man Google überhaupt zerschlagen? Nutzt Ihr andere Suchmaschinen?

Titelbild © Sundry Photography / stock.adobe.com

Beitragsbild © MQ-Illustrations / stock.adobe.com 

Beitragsbild © kwarner / stock.adobe.com 

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