Skip to main content

Barrierefreie Website – Das muss man wissen

  • SEO-Küche Logo


PDF herunterladen

Webseiten ohne Zugangsbeschränkungen: Ein Gewinn für jeden

Die Zugänglichkeit von Webseiten ist auch heute noch keine Selbstverständlichkeit. Eine Studie von Google und Aktion Mensch zeigt, dass zwei Drittel der großen Online-Shops in Deutschland nicht ohne Barrieren zugänglich sind. Solche Hindernisse im Netz machen es unmöglich, dass Webangebote von jedem uneingeschränkt genutzt werden können. Nur wenn digitale Angebote barrierefrei gestaltet sind, steht das Internet wirklich allen offen.

Für Unternehmen zahlt sich eine Investition in die Barrierefreiheit ihrer Webseiten aus. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gibt es in Deutschland 7,8 Millionen Menschen mit einer offiziell anerkannten schweren Behinderung (Stand: Ende 2021). Eine barrierefreie Gestaltung der eigenen Webseite erweitert also den Kundenkreis. Zudem profitieren nicht nur Menschen mit Behinderungen von einer barrierefreien Webseite. Eine solche Gestaltung verbessert die Bedienbarkeit generell, was die Zufriedenheit aller Nutzer*innen steigert.

Dringend! Bis Mitte 2025 ist Barrierefreiheit für Websites Pflicht.

Das Gesetz zur Stärkung der Barrierefreiheit (BFSG) wird am 28. Juni 2025 wirksam. Es schreibt vor, dass Unternehmen in verschiedenen Sektoren, wie dem E-Commerce oder den Telekommunikationsdiensten, ihre Angebote barrierefrei gestalten müssen. Das bedeutet, dass auch Internetseiten und Online-Shops den Zugang für alle Nutzer ohne Einschränkungen ermöglichen müssen. Verstöße gegen das BFSG können zu Sanktionen führen. Es bleibt ausreichend Zeit, die eigene Internetpräsenz an die gesetzlichen Vorgaben anzupassen und barrierefrei zu machen.

Gerne beraten wir hierzu und machen Websites barrierefrei!

Was macht eine Website zugänglich für alle?

Das Ziel des Internets ist es, universell zugänglich zu sein – unabhängig von der Herkunft, Sprache, genutzter Technologie oder sozialem Hintergrund der Nutzenden. Eine Website gilt als barrierefrei, wenn Beeinträchtigungen in den Bereichen Sehen, Hören, Motorik oder Informationsverarbeitung die Nutzung des Webs nicht beeinträchtigen.

Beispiele für Barrieren umfassen:

  • Personen mit Sehbeeinträchtigungen haben Schwierigkeiten, Texte oder Formulare zu erkennen, wenn diese nur minimal vom Hintergrund abgehoben sind.
  • Gehörlose oder schwerhörige Personen können Videos ohne Untertitel nicht effektiv nutzen.
  • Blinde Nutzer*innen stoßen auf Probleme beim Zugriff auf Webseiten, wenn Bilder, Formulare und Schaltflächen nicht in Textform erläutert werden.
Website Barrierefreiheit Pflicht
Mit einer barrierefreien Website erweitert man die Zielgruppe für die eigene Seite.

Gesetzliche Rahmenbedingungen und Leitlinien für die Zugänglichkeit von Online-Angeboten

Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) sind die international anerkannten Standards für Webzugänglichkeit, festgelegt vom World Wide Web Consortium (W3C). Diese Richtlinien dienen als Leitfaden für alle, die an der Entwicklung von Webinhalten beteiligt sind – von Redakteur:innen bis hin zu Webentwickler:innen. Sie wurden von der Web Accessibility Initiative (WAI), einer speziellen Gruppe innerhalb des W3C, entwickelt.

Obwohl die WAI-Richtlinien keine gesetzlichen Anforderungen darstellen, dienen sie oft als Grundlage für nationale Gesetze, wie zum Beispiel die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) in Deutschland.

Laut § 3 des Deutschen Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG), das seit 2002 in Kraft ist, müssen Online-Angebote barrierefrei gestaltet werden. Die BITV 2.0, eine Aktualisierung des Gesetzes, basiert auf den W3C-Richtlinien und zielt darauf ab, Informationstechnologien für Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen nutzbar zu machen.

Diese Verordnung betrifft hauptsächlich öffentlich zugängliche Webseiten des Bundes, aber private und kommerzielle Webseiten können sich ebenfalls an den WCAG orientieren, um ihre Zugänglichkeit zu verbessern.

Mit der EU-Richtlinie 2016/2102, die 2016 in Kraft trat, wurde ein barrierefreier Zugang zu Webseiten und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen gefordert. Die EU-Mitgliedsstaaten hatten bis 2018 Zeit, diese Richtlinie umzusetzen, was auch zu einer Überarbeitung der BITV 2.0 führte. Seitdem müssen alle Webinhalte, Office-Dokumente und PDFs barrierefrei sein. Für nicht-webbasierte mobile Apps wurde die Frist für die Barrierefreiheit auf Ende Juni 2021 gesetzt. Ab 2025 wird die EN 2019/882 durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BSFSG) ergänzt, um einen einheitlichen Standard für die Zugänglichkeit von Dienstleistungen und Produkten im Internet zu schaffen.

Indem ihr diese Richtlinien beachtet, könnt ihr euer Online-Angebot für eine breitere Zielgruppe zugänglich machen und somit die Anzahl potenzieller Nutzer:innen erhöhen. Bei der Erstellung von Websites berücksichtigen wir ebenfalls diese Vorgaben, um die Zugänglichkeit unserer Seiten zu gewährleisten.

Wie gestaltet ihr eure Website barrierefrei?

Um eure Website für jeden zugänglich zu machen, gibt es bestimmte Elemente, die ihr optimieren solltet:

  • Bilder und Grafiken: Durch das Hinzufügen von Bildbeschreibungen ermöglicht ihr Menschen mit Sehbehinderungen, alle Elemente eurer Website vollständig zu erfassen.
  • Videos und Audiodateien: Untertitel, Audiodeskriptionen oder die Bereitstellung von Videos in Gebärdensprache machen audiovisuelle Inhalte für eine breitere Nutzergruppe zugänglich.
  • Texte und Überschriften: Die Verwendung von Einfacher oder Leichter Sprache hilft dabei, dass euer Content von allen Menschen besser verstanden werden können.

Indem ihr diese Anpassungen vornehmt, sorgt ihr dafür, dass eure Website ein inklusives Erlebnis für alle Besucher bietet.

Wie könnt ihr überprüfen, ob eure Website barrierefrei ist?

Es gibt eine Vielzahl an Tools und Diensten, sowohl kostenlos als auch kostenpflichtig, die euch dabei unterstützen können, die Barrierefreiheit eurer Website zu testen. Um einen ersten Überblick über die Zugänglichkeit eurer Seite zu bekommen, bietet sich das kostenlose Tool Lighthouse an, welches Teil der Chrome Developer Tools ist.

Für eine tiefergehende Analyse, die speziell die Kriterien der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) berücksichtigt, ist der BITV-Test zu empfehlen. Dieser Test kann entweder von Prüfstellen durchgeführt oder als Selbstbewertung eigenständig umgesetzt werden.

Titelbild © momius / stock.adobe.com

Beitragsbild © Andrii / stock.adobe.com

Keine Kommentare vorhanden


Hast du eine Frage oder Meinung zum Artikel? Schreib uns gerne etwas in die Kommentare.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht

Jetzt den SEO-Küche-Newsletter abonnieren

Ähnliche Beiträge

e commerce branche

E-Commerce Deutschland 2026: Trends & Strategie

  • Oliver Lindner / Gründer und Geschäftsführer
  • von Oliver Lindner
  • 15.08.2026

Der deutsche E-Commerce wächst aber er verändert sich gleichzeitig grundlegend. Während der Markt 2025 auf 92,3 Milliarden Euro angewachsen ist und 2026 erneut zulegen soll, zeigen aktuelle Studiendaten, dass das Verhalten der Konsumenten komplexer und anspruchsvoller wird. Online-Shopping verliert gegenüber dem stationären Handel leicht an Beliebtheit, Social Commerce gewinnt als […]

Person skizziert die Struktur und Seitenaufteilung einer Website mit Navigation, Inhalten und Footer

Logische Website-Struktur: Leistungen, Standorte, FAQ richtig anordnen

  • marie berauer seo
  • von Marie
  • 10.08.2026

Viele Unternehmen neigen dazu, all ihre wertvollen Inhalte in einen großen digitalen Topf zu werfen. Das Ergebnis: Nutzer springen ab, weil sie den Überblick verlieren. Suchmaschinen tun sich schwer, die Relevanz der Seite richtig einzuordnen. Wesentlich besser funktioniert das mit einer klaren Informationsarchitektur. Es geht darum, Ihre Website logisch aufzubauen, […]

Responsive Webdesign auf Desktop, Laptop, Tablet und Smartphone am modernen Arbeitsplatz

Einstieg & Navigation der Website neu denken – auch mobil

  • Luisa Losereit, Online-Marketing-Beraterin (Onpage)
  • von Luisa Losereit
  • 03.08.2026

Das Wesentliche im Überblick: Nutzer steigen heute meist über Unterseiten ein – jede Seite muss sofort Orientierung bieten Die Startseite ist nicht mehr der zentrale Einstiegspunkt Mobile First ist Standard: Inhalte und Navigation zuerst für kleine Displays denken Reduktion und klare Priorisierung verbessern Struktur und Nutzerführung Navigation sollte sich an […]

Content-Strategie planen mit Notizbuch und Laptop auf dem Schreibtisch

Immergrüne Seiten pflegen: weniger Aufwand, mehr Wirkung

  • Luisa Losereit, Online-Marketing-Beraterin (Onpage)
  • von Luisa Losereit
  • 27.07.2026

Viele Unternehmen investieren Zeit und Budget in neue Inhalte. Gleichzeitig geraten bestehende Seiten oft in Vergessenheit. Dabei liegt gerade in sogenannten Evergreen-Inhalten ein großes Potenzial. Wer diese Seiten regelmäßig pflegt und aktualisiert, kann die Sichtbarkeit langfristig verbessern, die Nutzerzufriedenheit steigern und häufig bessere Ergebnisse erzielen als mit ständig neuen Beiträgen. […]

Skizze zur Landingpage-Optimierung mit CTA, Navigation und Seitenelementen auf dem Schreibtisch

Landingpages auf Botschaft trimmen: Angebot, Nutzen, Beweis

  • Luisa Losereit, Online-Marketing-Beraterin (Onpage)
  • von Luisa Losereit
  • 20.07.2026

Optimale Landingpage auf den Punkt gebracht Eine Landingpage verfolgt ein klares Ziel: Sie soll Besucher möglichst ohne Ablenkung zu einer bestimmten Handlung führen, etwa Anfrage, Kauf, Buchung, Download oder Terminvereinbarung. Im Hero-Bereich müssen Angebot, Nutzen und Call-to-Action sofort erkennbar sein. Die Headline sollte klar und verständlich sein. Der CTA muss […]

tourismus branche

Tourismus 2026: Trends für Ihr Marketing

  • antje stensel
  • von Antje Stensel
  • 19.07.2026

Wer als Reiseanbieter, Hotelier oder Tourismusdienstleister in diesem Umfeld erfolgreich sein will, braucht mehr als attraktive Angebote. Er braucht ein Marketing, das die echten Motive, Ängste und Entscheidungswege seiner Zielgruppen versteht. Vier aktuelle Marktentwicklungen zeigen, wo die Hebel liegen. Reisehäufigkeit auf 20-Jahres-Hoch: Der Markt ist da nutzen Sie ihn 66 […]