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Plausch in der Küche – Ina Brenner über Online Marketing bei deutschen Genossenschaftsbanken

  • Geschrieben von SEO-Küche am 15.01.2015

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Die SEO Küche hatte die Gelegenheit, Ina Brenner, Online Marketing Managerin der VR-NetWorld GmbH, zu interviewen. Herausgekommen sind interessante Einblicke in die Online Marketing Praxis der deutschen Genossenschaftsbanken.

Ina Brenner Durch ein Praktikum während des Studiums kam ich 2008 das erste Mal mit Online-Marketing in Berührung und beschäftige mich seit Anfang 2010 mit SEO. Die Chance, SEO hauptberuflich zu betreiben, bekam ich dann Ende 2010 bei meinestadt.de, wo ich als Inhouse-SEO in einem kleinen Team arbeitete und vor allem die Optimierung von lokalen Inhalten und das Handling von DC bei einem großen Portal lernte. Seit März 2014 bin ich nun als Online-Marketing Manager SEO bei der VR-NetWorld GmbH angestellt und betreue hauptsächlich das zentrale Onlineportal der Volksbanken Raiffeisenbanken https://www.vr.de aus SEO-Sicht.

Frau Brenner, was machen Sie in Ihrer Position als Online Marketing Managerin (SEO) bei der VR-NetWorld? Wie kann ich mir Ihre Aufgabengebiete vorstellen?

Die VR-NetWorld ist die zentrale Internetgesellschaft der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken und fungiert als Agentur. Wir stellen den Banken Online-Content in Form einer Internetpräsenz zur Verfügung, aber auch Dienstleistungen im Bereich Online Marketing, Social Media sowie bspw. in innvovativen Bereichen wie Crowd Funding. Meine Hauptaufgabe ist dabei die interne Suchmaschinenoptimierung. Ich fungiere als Schnittstelle zwischen den Abteilungen Content Management, Projektmanagement & IT und Online Marketing und bin damit Ansprechpartner für die Kollegen, wenn es darum geht, Inhalte und Produkte optimiert den Banken zur Verfügung zu stellen. Besonderer Fokus meiner Arbeit liegt dabei auf der Optimierung des zentralen Portals der Volksbanken Raiffeisenbanken vr.de. Es ist also eine relativ klassische Inhouse-SEO Position, allerdings innerhalb einer Agentur.

Welche Schwerpunkte setzt die VR-Bankengruppe im Marketing?

Durch das genossenschaftliche Prinzip ist jede Bank selbstständig in ihren Entscheidungen. Das gilt auch für die Marketingarbeit. Daher ist es schwierig zu sagen, welcher Schwerpunkt für die ganze Gruppe gewählt wird. Es gibt aber natürlich einerseits Fokusthemen innerhalb der Genossenschaftlichen Finanzgruppe, basierend auf zentralen Strategien, zum Beispiel im Bereich SEA und SEO. Auf uns kommen die Banken dann zu, wenn sie diese online umsetzen möchten und dabei nicht die nötige Kompetenz und vor allem nicht die nötige Ressource im eigenen Hause haben.

Was sind die häufigsten Probleme und Fragen, mit denen die Kollegen der einzelnen Filialen auf sie zukommen?

Ich werde vor allem mit den Fragen der Content-Manager intern konfrontiert, also nicht von den Verantwortlichen auf der Bankseite. Das geht dann von der Keyword-Absprache bis zum Ausarbeiten von detaillierten technischen oder strukturellen Anforderungen bei neuen Projekten. Auf Bankenseite sind hauptsächlich die Ressourcen immer wieder ein Problem. Nicht jede Bank hat einen Mitarbeiter, der sich ausschließlich um den Internetauftritt kümmert. In vielen Fällen macht das ein Mitarbeiter neben seinen anderen Aufgaben in der Bank. Da können wir zwar beraten und Maßnahmen vorschlagen, ob und wann diese umgesetzt werden, können wir allerdings nicht steuern.

Hin und wieder wird gemunkelt, dass nach der Hotelbranche und dem Taxigewerbe, Finanzdienstleistungen unter die Räder der digitalen Revolution kommen. Bankfilialen werden immer leerer, da immer mehr Menschen Bankgeschäfte online erledigen. Zudem ist die Affinität zu mobilen Geräten in der jungen Generation extrem hoch. Wie holt die VR Bankengruppe diese Menschen ab?

Auch hier liegt die Verantwortung wieder bei jeder einzelnen Bank – eingebettet in grundsätzliche Strategien der FinanzGruppe. Natürlich versuchen wir unsere Produkte, die wir als Dienstleister den Banken zur Verfügung stellen, an den mobilen Trend anzupassen und arbeiten stark daran, beispielsweise unsere Seiten responsiv zu gestalten und mobile Content-Konzepte weiter auszuarbeiten. Das kommt dann auch den Banken zu Gute.

Können Sie mir Beispiele für diese Content-Konzepte nennen?

Diskussionen ob und wie Inhalte in einem mobilen Design ausgespielt werden, kommen immer wieder auf und auch die Anordnung von Inhalten überdenken wir für kleine Bildschirmgrößen. Manchmal ist das Fokuselement in der stationären Version zwar im sichtbaren Bereich, mobil würde es aber durch die veränderte Darstellung sehr weit unten auf einer Seite sein. Da versuchen wir dann Erwartungen der mobilen Nutzer und das Nutzerverhalten zu berücksichtigen.

Sie waren bei meinestadt.de bzw. allesklar.com angestellt. Was waren dort die häufigsten SEO-Probleme, auf die Sie gestoßen sind? Und was war die jeweilige Lösung?

Als Inhouse-SEO hat man bei großen Portalen wahrscheinlich überall ähnliche Probleme. Da heißt es vor allem die Kollegen aus den anderen Bereichen einzufangen und für das Thema SEO zu sensibilisieren. Eine spezielle Herausforderung bei meinestadt.de war und ist sicherlich auch noch, dass durch die Ausspielung von Inhalten in 11.000 Städten Duplicate Content unvermeidbar ist. Das kann man durch eine strikte Indexierungspolitik und das durchdachte Setzen des Canonical Tags nur versuchen, einzudämmen.

Was raten sie jemanden, der mehrere Standorte eines Unternehmens im Bereich SEO managen muss: Was ist wichtig, was darf man hinten anstellen?

Wir geben den Banken mit, dass trotz aller Inhalte, die sie zentral geliefert bekommen, eine Individualisierung immer notwendig ist und dementsprechend priorisiert werden sollte. Gibt es eventuell spezielle Produktkonditionen vor Ort, gibt es ein Sponsoring, das man auch online präsentieren kann oder hat eine Filiale vielleicht einen besonderen Service, den man hervorheben kann? Gerade in Ballungsräumen ist es wichtig sich vom Mitbewerber in der Nachbarstadt abzusetzen, nicht nur um die Kunden zu gewinnen, sondern auch um bei den Suchmaschinen eventuell noch eine Nische zu finden, die der Mitbewerber nicht abdeckt oder um ihn einfach durch andere Inhalte auf die Plätze hinter einem zu verweisen.

Darüber hinaus bekommen die Banken immer die Aufgabe ihre Filialdaten zu pflegen und aktuell zu halten, um dem Kunden eine positive User Experience zu ermöglichen, aber auch den Suchmaschinen aktuelles „Futter“ zu liefern.

Frau Brenner, wir bedanken uns für Ihre Zeit!

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