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Der Kampf der Live Streaming Apps

  • Geschrieben von Melanie am 27.08.2015

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Mobiles livestreaming ist einfach wie nie Live Streaming liegt voll im Trend. Speziell für jüngere Nutzer hat es Dank YouNow einen ganz eigenen Reiz. Durch mobile Apps wie Meerkat oder Twitters Periscope sind Livestreams via Smartphone jetzt so einfach wie nie. Seit Anfang August ist nun ein dritter Player im Spiel: Facebook hat die hauseigene Streaming App „Facebook Live“ offiziell vorgestellt.

Was die einzelnen Apps können, wie sie sich unterscheiden und wie man Streaming Apps für sein Unternehmen nutzen kann, möchte ich in diesem Beitrag etwas beleuchten.

Meerkat – die App mit Frühstarterbonus

Wurde 2016 eingestellt!
Seit Februar diesen Jahres sorgt die App Meerkat für einen regelrechten Streaming Hype. Die mobile Anwendung ist mittlerweile sowohl für iOS als auch für Android Geräte verfügbar. Ohne Twitter geht bei Meerkat nichts. Mit einem simplen Knopfdruck können Meerkat Nutzer den Video Life Stream starten. Der Link zum Stream wird automatisch auf Twitter gepostet. Eine Verknüpfung des Dienstes mit anderen Social Media Kanälen ist nicht möglich. An einem Streaming können bis zu 5.000 Nutzer teilnehmen. Diese haben die Möglichkeit, das Geschehen zu liken oder live zu kommentieren. Dadurch wirkt der Stream ein bisschen wie ein Live-Chat.

Mobiles live streaming mit meerkat

Auf dem Leaderboard der App findet man die 100 aktivsten Streamer. Startet man einen eigenen Stream, muss dafür zunächst ein Thema vergeben werden. Zum Beispiel „Rundgang durch die SEO Küche“. Das Handy sollte hochkant gehalten werden, denn Meerkat setzt auf Vertical Video. Klares Manko ist die fehlende Speichermöglichkeit. Ist der Stream beendet, hat man keine Möglichkeit den Clip zu archivieren oder zu einem späteren Zeitpunkt erneut darauf zuzugreifen.

Periscope – Twitters Antwort auf Meerkat

Nur kurze Zeit nach dem Launch von Meerkat hat Twitter den Kauf einer ähnlichen App namens Periscope bekannt gegeben. Zunächst war die App iOS Nutzern vorbehalten, seit Ende Mai können aber auch Android Nutzer munter los streamen. Das Design von Periscope gefällt mir persönlich deutlich besser. Es ist benutzerfreundlicher und wirkt moderner.

periscope

Periscope zeit auf seiner Übersichtsseite alle Twitter Follower, die gerade live online sind, eine „global list“ mit Menschen, die gerade livestreamen und „featured User“. Besucht man einen Stream, wird der Chatverlauf und die Anzahl an Zuschauern angezeigt. Möchte man selber streamen, hat man mehr Möglichkeiten als bei Meerkat. Während man dort seinen Stream nur auf Twitter posten kann, kann man bei Periscope auswählen, ob der Stream bei Twitter gepostet werden soll, nur die eigene Periscope Community diesen verfolgen kann oder auch unbekannte Leute aus der Umgebung den Stream sehen dürfen. Des weiteren gibt es die Möglichkeit privater Streams. Die vorab ausgewählte Zielgruppe kann das Video nach Beendigung des Streams noch 24 Stunden aufrufen. Der Stream kann außerdem auf dem Smartphone gespeichert werden – ein klarer Vorteil zu Meerkat.

Auch Periscope setzt auf vertical video – das Handy also hochkant halten.

Facebook Live – bisher nur für Stars und Sternchen

Anfang August hat Facebook seine Antwort auf Periscope und Meerkat vorgestellt. Im Rahmen der Mentions App steht das Tool Facebook Live bisher aber nur Besitzern eines verifizierten Facebook Profils zur Verfügung. Das sind in der Regel Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Über die iOS App können Mentions Nutzer ab sofort einen Live Stream auf Facebook anstoßen. Die Fans des Streamenden sehen die Übertragung in ihrem normalen Newsfeed. Wer kürzlich mit der jeweiligen Person interagiert hat, bekommt außerdem von Facebook eine Benachrichtigung über den Beginn der Live Übertragung.

Auch bei Facebook Live können Nutzer ihr Feedback oder Fragen in Form eines Kommentares hinterlassen. Der Streamstarter kann dann live im Video darauf reagieren. Ist der Live Stream beendet steht eine Aufzeichnung zur Verfügung, die auf Facebook geteilt werden kann. Im Unterschied zu den anderen Live Streaming Apps ist das Bildformat bei Facebook Live quadratisch. Dennoch ist es auch hier nicht egal, wie man sein Handy hält. Gerard Piqué, Fussballer beim F.C. Barcelona kann ein Lied davon singen:

Live Streaming auf Facebook

Vermutlich wird Facebook Live erstmal ein Privileg für VIPs bleiben. Bis solch große neue Features der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden, vergehen bei Facebook erfahrungsgemäß viele Monate. Für alle, die bereits jetzt über genügend Bekanntheit und ein verifiziertes Facebook Profil verfügen, bietet Facebook in der offiziellen Pressemitteilung eine detaillierte Schritt-für-Schritt Anleitung sowie weitere Beispiele für den Einsatz von Facebook Live

Mobiles Live Streaming im Unternehmenseinsatz

Aus der Marketing Perspektive betrachtet bietet die Live-Streaming-Technologie großes Potential. Sie ermöglicht Feedback von Kunden oder Geschäftspartnern in Echtzeit. Durch regelmäßige Fragerunden könnten Unternehmen ihren Kundenservice steigern, bekommen unverfälschten Input und können sich je nach Unternehmensbereich noch besser als Experte in ihrem Gebiet positionieren. Man kann seinem Unternehmen ein Gesicht geben und so zusätzliches Vertrauen schaffen.

Auch im Bereich der Krisenkommunikation könnten sich Live Streaming Apps als nützliches Werkzeug erweisen. Denn gerade dann ist Schnelligkeit und Transparenz gefragt. Wenn ein Unternehmen beispielsweise ein Produkt zurückruft, könnte der Live Stream eines verantwortlichen Mitarbeiters beruhigend wirken und für Aufklärung sorgen. Nutzer könnten Ihre Bedenken und Fragen äußern und bekämen direkt eine Antwort. So bekommen die Kunden das Gefühl, wirklich ernst genommen zu werden und wissen, dass das Unternehmen um eine schnelle Klärung der Angelegenheit bemüht ist.

Große Unternehmen wie beispielsweise Apple setzen bei der Präsentation neuer Produkte längst auf Live Streaming – und die echten Fans können den Beginn kaum abwarten und sitzen gespannt vor den Geräten. Adidas hat kürzlich die Vertragsunterzeichnung des Fußballers James Rodriguez via Periscope live ins Netz übertragen. Ein kleines, lokales Unternehmen kann das Dank der einfachen Live Streaming Apps jetzt auch. Dabei kommt es nicht darauf an, wie Apple oder Adidas ein Millionenpublikum zu erreichen, sondern viel mehr authentisch und sympathisch rüber zu kommen.

Fazit

Voraussetzung für den Erfolg solcher Live Streamings sind natürlich ausreichend Twitter Follower bzw. eine gute Verbreitung des Streaming Links. Der Zeitpunkt sollte frühzeitig und auf verschiedenen Kanälen kommuniziert werden.

Welche Live Streaming App sich letztendlich durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Aufgrund der besseren Benutzerfreundlichkeit und Nähe zu Twitter tippe ich stark auf Periscope. Gleichzeitig bin ich sehr gespannt, wie sich Facebook Live entwickeln wird und ob die Funktion in Zukunft allen Nutzern zugänglich gemacht wird.

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