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Ist der Hype um Ello gerechtfertigt?
Alle wollen zu Ello und keiner weiß so wirklich, warum. Verfolgt man die Meldungen rund um das neue soziale Netzwerk, bekommt man den Eindruck, dass es eigentlich niemandem, der dort war, wirklich gefällt.

Wir haben Ello ebenfalls getestet und unser Feedback fällt da leider nicht anders aus. Aber fangen wir einfach von vorn an:

 

Was ist Ello?

Im Netz überschlagen sich die Meldungen. Ello sei ein „Facebook-Killer“ und eine ernstzunehmende Konkurrenz für den Zuckerberg Konzern. Ello respektiert die Privatsphäre seiner Nutzer, Nutzerdaten werden nicht gesammelt oder für kommerzielle Zwecke verwendet, die Plattform ist und bleibt komplett werbefrei.

Die Macher (es gibt insgesamt sieben Gründer) beschreiben Ello folgendermaßen:

Ello is a simple, beautiful, and ad-free social network created by a small group of artists and designers. We originally built Ello as a private social network. Over time, so many people wanted to join Ello that we built a public version of Ello for everyone to use.

Ello ist noch in der Beta-Phase, vieles ist noch nicht umgesetzt und es läuft nicht alles rund. Eine Sache, die den Hype sicher weiter anstachelt, ist der Invite Only Modus. Ello ist nicht öffentlich und man benötigt eine Einladung, um selber Teil des Netzwerkes zu werden. Ähnlich war es damals auch bei google+. Die vermeintliche Exklusivität machte viele neugierig – man möchte mitreden und dabei sein, wenn „etwas neues, ganz Großes“ entsteht.

Bei Ello besteht keine Klarnamen-Pflicht. Man muss also nicht seinen echten, vollständigen Namen angeben, was Ello insbesondere in der LGBT-Gemeinschaft (Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender) sehr beliebt gemacht hat. Denn durch die Angabe des Geburtsnamens müssten sich viele Dragqueens und -kings unfreiwillig outen.

 

Ist Ello wirklich anders?

Im hauseigenen Manifest distanziert sich Ello klar von anderen sozialen Netzwerken, die sich in der Hand der Anzeigenkunden befänden. Man kritisiert die Datensammelwut und das gezielte Ausspielen von Anzeigen. „You are not a product“ ist die Kernbotschaft an neue Ello-Nutzer.

Your social network is owned by advertisers. Every post you share, every friend you make and every link you follow is tracked, recorded and converted into data. Advertisers buy your data so they can show you more ads. You are the product that’s bought and sold.

 

We believe there is a better way. We believe in audacity. We believe in beauty, simplicity and transparency. We believe that the people who make things and the people who use them should be in partnership.

 

We believe a social network can be a tool for empowerment. Not a tool to deceive, coerce and manipulate — but a place to connect, create and celebrate life.
You are not a product.

Das kommt natürlich gut an. Ello ist gut, Facebook ist böse. Auf der Ello Privacy Seite hört sich das dann allerdings schon wieder ganz anders an:

We may share your personal information with third parties under several circumstances, including (1) if you tell us it is OK to do so (2) if we believe that we need to do so by law (3) if we contract with a third party service provider to offer services for you — for example, with a credit card processing company if you decide to buy something through Ello.

Ello does not have any affiliated companies right now. But if we do in the future, we may share information with them, too.

Hier wird ordentlich relativiert. Offiziell möchte man sich über On-Site-Verkäufe finanzieren. Allerdings baut Ello auf Venture Capital. FreshTracks Capital hat fast eine halbe Million in das Portal investiert.

Stellt sich die Frage, ob ohne Werbepartner überhaupt so viel Geld erwirtschaftet werden kann bzw. die Nutzer bereit sind, für „Premium Inhalte“ soviel Geld zu bezahlen, dass sich das Ganze auf Dauer rechnet.

 

Was kann Ello?

Die Liste, was Ello kann, ist definitiv um einiges kürzer als die, was Ello NICHT kann. Das Portal ist wie gesagt in der Beta-Phase. Vieles ist geplant aber noch nicht umgesetzt. Es gibt keine Gruppen, keine Unternehmensseiten und die Nutzerprofile sind wenig detailliert.

Optisch ist Ello sehr minimalistisch aufgebaut. Ein schlichtes Design in schwarz und weiß. Insgesamt erinnert die Optik eher an Twitter als an Facebook. Das Problem: Trotz Minimalismus und vergleichsweise sehr wenigen Funktionen findet man sich nicht auf Anhieb zurecht. Intuitive Bedienung Fehlanzeige! Schon das simple Posten einer Statusmeldung ist erst einmal eine Herausforderung.

Die Profilansicht bei ello

Zwar läd das Feld „Say Ello“ dazu ein, genau an dieser Stelle etwas zu posten, wie man das Ganze dann aber abschickt, ist zunächst unklar. Statt eines ordentlichen und eindeutig gekennzeichneten „Senden“-Buttons gibt es unten rechts einen kleinen, unscheinbaren, ausgegrauten Pfeil, der diese Funktion übernimmt. Es ist außerdem nicht möglich, die Privatsphäre seiner Postings auf bestimmte Nutzer oder Nutzergruppen einzuschränken. Was gepostet wird, ist für alle Ello-Nutzer zu sehen.

Bildschirmfoto 2014-10-07 um 10.54.31

Man kann Texte, Bilder oder Links posten. Videos sind derzeit nicht möglich. Beim Posten von Links gibt es keine Linkvorschau oder Thumbnails, was insbesondere bei längeren URLs sehr unschön aussieht. Abhilfe schafft hier die Verwendung von Anchor-Texten. Hierzu gibt man seinen Link wie folgt ein: [Linktext](http://www.meineurl.de)

Ebenfalls nicht ganz optimal ist eine Suchfunktion, die man erst suchen muss. Sie versteckt sich oben links hinter dem Icon mit dem Namen „Discover“ und liefert erbärmliche Ergebnisse. Offenbar kann man nur nach Nutzern suchen, was allerdings das Wissen um den jeweiligen Alias voraussetzt. Denn das Suchen nach realen Namen funktioniert nur, wenn dieser auch tatsächlich im Profil hinterlegt wurde.

Unmittelbar neben dem „Discover“ Icon findet man die Ello Invites. Damit kann man seine Freunde ins Netzwerk einladen. Um diese Einladungen ist in den letzten Wochen ein echter Hype entbrannt, Sie werden sogar auf Ebay zum Kauf angeboten. Wir laden Euch gerne kostenlos ein, schickt uns einfach eure Mailadresse.

Das dritte Icon in dieser Reihe ist das einzig eindeutige. Ein Zahnrad verweist auf die Einstellungen des Accounts. Hier hat man die Möglichkeit, seine persönlichen Daten, eine kurze Bio und seine Webseite zu hinterlegen. Zudem findet man hier die Benachrichtigungseinstellungen. Das Icon mit den drei Strichen blendet die Freunde ein bzw. aus. Mit diesen Freunden kommunizieren kann man nur öffentlich in Form von Kommentaren, nicht über Privatnachrichten.

Hat man die Nase voll und möchte die Plattform verlassen, heisst es wieder suchen. Wo ist der Abmeldebutton? Kann man sich gar nicht abmelden? Doch, allerdings muss man dazu erst in die Einstellungen (Settings) gehen. Dort erscheint der Button oben rechts in der Ecke.

Wie man Texte formatiert und Emoticons bei ello einbindetIm Prinzip ist das schon alles, was Ello kann. Emoticons oder verschiedene Textformatierungen sind zwar möglich, aber durch die Eingabe spezieller Befehle auch wieder extrem umständlich. Hierfür wird Markdown, eine vereinfachte Auszeichnungssprache verwendet. Wir haben die wichtigsten Befehle in einer Infografik zusammengefasst.

 

Fazit
Mir gefällt Ello nicht und ich bezweifle stark, dass sich dieses soziale Netzwerk auf Dauer durchsetzen wird. Die Plattform ist extrem unübersichtlich, die Bedienung umständlich und alles andere als intuitiv. In den USA mag Ello boomen, in Deutschland sind hier bisher nur sehr wenige Inhalte zu finden.

Von einer ernsthaften Konkurrenz zu Facebook zu sprechen, ist völliger Quatsch. Außer, dass man Texte, Bilder oder Links posten kann, gibt es so gut wie keine Gemeinsamkeiten. Weder optisch noch funktional. Die Macher von Ello tönen laut, vielleicht etwas zu laut! Letztendlich ist dies wohl viel Lärm um nix und Ello wird sich allenfalls in verschiedenen Nischen positionieren können…

 

Seht Ihr das anders? Habt Ihr Ello bereits getestet? Oder braucht Ihr noch eine Einladung? Schreibt es in die Kommentare!

 



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Kommentare


Tilmann Klosa 7. Oktober 2014 um 12:40

Habe Ello auch getestet, komme zu ähnlichen Ergebnissen wie du. Aber: Prinzip Hoffnung! Solange noch nichts ist, kann alles werden :-)

Antworten

Alex 7. Oktober 2014 um 13:30

Ello wird meiner Meinung nach scheitern. Wir Nutzer wollen doch tolle Farben und ein außergewöhnliches Design. Die Funktionalität ist leider zu begrenzt, um irgendeinem sozialen Netzwerk Paroli bieten.

Antworten

Marco 7. Oktober 2014 um 14:27

Nein, nicht noch ein weiteres Netzwerk! ;)

Antworten

Orkut geht, Ello kommt – die Social Media News der Woche – SEO-Küche GmbH & Co. KG 8. Oktober 2014 um 8:05

[…] Artikel und Meinungen, die in Ello einen weiteren „Anti-Facebook-Versuch“ sehen, der zum Scheitern verurteilt ist, gibt es mittlerweile zuhauf, zum Beispiel bei heise.de: Ello und Goodbye oder von meiner Kollegin Melanie: Ist der Ello Hype tatsächlich gerechtfertigt? […]

Antworten

Alex 8. Oktober 2014 um 10:04

@Redaktion, danke für die Einladung zu Ello, aber ich bin bzw. war schon dort :)

Antworten

Orkut geht, Ello kommt – die Social Media News der Woche – SEO Küche 18. Mai 2016 um 8:53

[…] Artikel und Meinungen, die in Ello einen weiteren „Anti-Facebook-Versuch“ sehen, der zum Scheitern verurteilt ist, gibt es mittlerweile zuhauf, zum Beispiel bei heise.de: Ello und Goodbye. Meine Kollegin Melanie hat einen interessanten Beitrage mit einer tollen Infografik zum besseren handling von Ello geschrieben: Ist der Ello Hype tatsächlich gerechtfertigt? […]

Antworten

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