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Unsere Tipps für die neue WordPress-Version 5

WordPress hat zum Jahresende 2018 ein großes Update spendiert bekommen. Das Herzstück des Systems – der Texteditor, in dem die Beiträge geschrieben werden – sieht jetzt komplett anders aus als zuvor, hat ein paar Funktionen dazugewonnen und ein paar Funktionen sind woanders zu finden. Wir sehen uns den neuen sogenannten „Gutenberg“-Editor (benannt nach dem Erfinder des Buchdrucks) einmal genauer an und klären, wann man auf WordPress 5 upgraden sollte und wann nicht.

Der neue Gutenberg-Editor ab WordPress 5

Der neue Gutenberg-Editor ab WordPress 5

Update auf WordPress 5 – ja oder nein?

Prinzipiell sollten Updates bei WordPress immer durchgeführt werden – schließlich können in den Updates sicherheitsrelevante Reparaturen für Euer System enthalten sein. Jedoch gilt bei jedem Update: Immer vorher eine Sicherheitskopie anlegen, denn ein Update kann leider immer mal schiefgehen, auch wenn es bis dahin immer funktioniert hat.

Bei WordPress 5 kommt neben dem üblichen Risiko noch hinzu, dass die Logik der Beitragserstellung grundlegend geändert wird. Das hat natürlich Auswirkungen auf den Texteditor, aber auch auf Plugins, die einen Texteditor enthalten, zum Beispiel auch das weit verbreitete Kontaktplugin „Contact Form 7“. Wenn diese Plugins oder auch manche Themes nun noch nicht Gutenberg-ready sind, kann es zu Problemen kommen.

Von daher gilt für WordPress 5 (wie für alle Updates, aber hier wirklich wirklich): Vor dem Klick auf Aktualisieren eine umfassende Datensicherung machen, und zwar von FTP und Datenbank. Und möglichst selbst dazu in der Lage sein oder jemanden zur Hand haben, der im Notfall schnell die Datensicherung einspielen kann. Von Vorteil ist es auch, wenn alle Plugins und Themes vor dem Update auf dem neusten Stand sind.

Und wer dem Gutenberg-Editor mit den Blöcken entrinnen möchte, für den gibt es das Plugin „Classic Editor“, das am besten vor dem Update installiert wird – damit bleibt der gewohnte Beitragseditor erhalten, das Plugin wird laut Betreibern noch bis mindestens 2022 unterstützt. Umgekehrt gibt es auch den Gutenberg-Editor als Plugin für alle, die das neue System mit den Blöcken mal ausprobieren möchten, aber das große Update auf WordPress 5 noch scheuen.

Im Klartext also: Wer auf WordPress 5 aktualisieren möchte, sollte Vorkehrungen treffen und Know-How an der Seite haben für den Notfall. Um ganz sicher zu gehen, das Update am besten erst auf einer Entwicklungsumgebung austesten, also einer Kopie der Seite, die nicht öffentlich zugänglich ist. Momentan muss noch nicht zwingend aktualisiert werden, gerade wenn Ihr Bedenken habt, dass Euer Theme oder wichtige Plugins nicht mitspielen. Allerdings bringen veraltete WordPress-Versionen immer auch Sicherheitsrisiken mit sich. Das Update sollte also schon auf die To-Do-Liste.

Gutenberg Tutorial: Was ist neu?

Wer auf WordPress 5 aktualisiert und dann einen neuen Beitrag oder eine neue Seite erstellen möchte, ist vielleicht kurz geschockt: Alles anders und wo sind alle meine Funktionen hin? Keine Angst, es ist alles noch da – nur an anderer Stelle. Und es ist zwar immer etwas nervig, sich von gewohnten Abläufen zu lösen. Das Gute ist aber: Mit dem neuen Gutenberg-Editor sind so einige Dinge möglich, für die man sonst ein extra Pagebuilder-Plugin benötigt hätte.

So sah der Texteditor vor Gutenberg aus.

So sah der Texteditor vor Gutenberg aus.

Beitrag oder Seite erstellen mit WordPress 5

Um eine Seite oder einen Beitrag zu erstellen oder zu ändern, einfach wie gewohnt auf „Erstellen“ drücken oder den zu ändernden Beitrag in der Übersicht auswählen. Nun braucht es auf jeden Fall eine Überschrift und darunter Blöcke mit dem Inhalt für die Seite oder den Beitrag.

Ein neuer Block wird immer gebraucht, wenn entweder ein neuer Absatz begonnen wird (also zum Beispiel mit der Enter-Taste) oder ein neues Element eingefügt wird, z.B. ein Bild oder ein anderes Medium. Hier ein Überblick über die gängigsten Funktionen:

  • Permalink / URL ändern mit Gutenberg

    Bisher konnte die URL direkt unter dem Seitentitel geändert werden. Diese Einstellungsmöglichkeit ist nun an zwei Stellen zu finden: Einmal erscheint die URL, wenn man auf die Überschrift klickt. Und in der Leiste auf der rechten Seite ist noch einmal der Punkt „Permalink“ zu finden.

So bearbeitet Ihr den Permalink.

So bearbeitet Ihr den Permalink.

 

  • Wortanzahl herausfinden

Im alten WordPress-Editor war die Wortanzahl immer sichtbar am unteren linken Rand des Textes. Um diese Information zu sehen, muss man jetzt auf den Infobutton links oben klicken. Hier wird auch die Blockanzahl, die Anzahl der Absätze sowie die Anzahl der Überschriften dargestellt.

 

  • Neuen Block erstellen

Um einen neuen Block zu erstellen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Um einfach einen Absatz zu erstellen, reicht der Tastendruck auf „Enter“.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mit dem Plus-Symbol oben links einen neuen Blpck zu erstellen, dieser wird dann an das Ende des Beitrags gefügt. Wenn man zwischen anderen Blöcken einen Block braucht, dann navigiert man mit der Maus zwischen die entsprechenden Blöcke, dann erscheint auch hier das Plus-Zeichen und ein neuer Block kann erstellt werden.

 

  • Blöcke verschieben

Wer einen Block woanders platzieren möchte, kann das mit den Pfeilen am linken Rand des entsprechenden Blocks tun. Hier kann der Block durch Klick nach oben oder unten verschoben werden. Alternativ lassen sich Blöcke auch per Drag-and-drop mit den sechs Punkten zwischen den Pfeilen woanders hinsetzen.

 

  • Toolbar anzeigen lassen 

Um einen Block zu bearbeiten, zum Beispiel, um ihn zu formatieren, reicht es auf den Block zu klicken, dann erscheint die Toolbar oberhalb des angeklickten Blocks.

 

  • Überschrift einfügen 

Um eine Überschrift einzufügen, einfach einen neuen Block erstellen und diesen als „Überschrift“ definieren. Mehr zum Thema Überschriftenstruktur gibt es hier.

  • Bild einfügen

Um ein Bild einzufügen, ist – Überraschung – wieder ein neuer Block nötig. Hier wählt man dann einfach „Bild“ aus und kann dann eine Grafik aus der Mediathek verwenden oder neu hochladen.

  • Standardblöcke abspeichern zum Wiederverwenden

Superpraktisch: Wenn Du beispielsweise einen Newsletterblock kreierst, den Du auf jeder Seite einfügen möchtest, kannst Du Dir den entsprechenden Block einfach abspeichern und immer wieder verwenden. Das geht, indem Du in der Toolbar die drei Punkte rechts auswählst und den Punkt „Zu wiederverwendbaren Blöcken hinzufügen“ auswählst. Die wiederverwendbaren Blöcke sind dann auswählbar, wenn ein neuer Block erstellt wird.

  • Block löschen

Um einen Block zu löschen, dann die drei Punkte rechts in der Toolbar anklicken und dort „Block entfernen“ auswählen oder alternativ die Tastenkombination „Shift + Alt + Z“ drücken

  • HTML bearbeiten

Auch der HTML-Code kann natürlich auch mit den neuen Gutenberg-Editor manuell verändert werden. Dazu wieder die drei Punkte rechts in der Block-Toolbar anwählen und den Punkt „HTML bearbeiten“ auswählen. Wer den ganzen Beitrag im HTML-Code bearbeiten möchte, der klickt ganz rechts oben auf die drei Punkte und wählt statt „Visueller Editor“ den „Code-Editor“ aus.

Arten von Blöcken im Gutenberg WordPress Editor

Die genannten Funktionen sind aber lange nicht alles, was Gutenberg zu bieten hat. Deswegen gibt es hier noch eine Übersicht über alle aktuellen Arten von Blöcken, die man mit dem neuen Editor verwenden kann. Die Anzahl und Art der Blöcke kann sich unterscheiden, je nachdem, welche Plugins installiert sind oder welche Widgets das Theme bietet. Dazu gibt es für einige Blockarten noch „Inline-Blöcke“. Quasi als Block im Block, um beispielsweise ein Bild in eine Liste oder Text in eine Spalte einzufügen.

 

Allgemeine Blöcke

  • Überschriften: Überschriften von H1-H6
  • Absatz: Textabsatz – mit dem Drücken von Enter wird ein neuer Absatz und damit ein neuer Block erstellt.
  • Bild: Fügt ein Bild oder eine Grafik an gewünschter Stelle ein, entweder aus der Mediathek, von einer URL oder man lädt direkt ein Bild hoch.
  • Cover: Damit kann ein Bild mit darüber liegendem Text erstellt werden. Dafür brauchte man bisher einen Pagebuilder.
  • Galerie: Mit der Galerie können mehrere Bilder angezeigt und die Darstellung angepasst werden.
  • Liste: Mit einer Liste kann eine geordnete oder ungeordnete Aufzählung erstellt werden.
  • Zitat: Je nach Themedesign wird hier Text grafisch vom restlichen Text abgehoben und als Zitat gekennzeichnet.
  • Audio: Fügt eine Audiodatei ein, entweder als Direktupload, aus der Mediathek oder von einer URL.
  • Video: Fügt eine Videodatei ein, entweder als Direktupload, aus der Mediathek oder von einer URL.

 

Formatierung

  • Code: Damit kann eigener Code eingefügt werden, z.B. ein Affiliatecode.
  • Classic: Mit „Classic“ wird der Block im Stil des „Classic Editor“ dargestellt.
  • HTML: Der Block kann direkt als HTML bearbeitet werden.
  • Vorformatiert: Hier können Texte eingefügt werden, deren ursprüngliche Formatierung übernommen wird.
  • Pullquote: Damit kann ein Zitat eingefügt werden und die Darstellung angepasst werden, z.B. dass das Zitat nur auf der rechten oder linken Seite dargestellt wird und nicht über die volle Breite des Beitrags.
  • Tabelle: Fügt eine Tabelle ein, die Spalten- und Zeilenanzahl kann individuell bestimmt werden.
  • Vers: Damit kann anders formatierter Text eingegeben werden, zum Beispiel ein lyrischer Vers.

Layout Elemente

  • Button: Fügt einen Button ein, auf dem ein Link eingefügt werden kann.
  • Spalten: Hier können zwei bis sechs Spalten eingefügt werden, in die dann wiederum Blöcke eingesetzt werden können.
  • Medien und Text: Praktisch, um Bilder und Text in einer Zeile zu platzieren.
  • Mehr: Mit mehr kann ein „Weiterlesen“-Umbruch eingefügt werden, zum Beispiel, um auf Kategorieseiten den Teasertext zu definieren.
  • Seitenumbruch: Hier können Artikel auf mehrere Seiten aufgeteilt werden. Praktisch für richtig lange Artikel – aber auch die Gefahr, dass Leser den zusätzlichen Klick nicht machen und abspringen.
  • Trennzeichen: Hier kann beispielsweise ein Trennstrich zwischen zwei Absätzen eingefügt werden.
  • Abstandshalter: Mit dem Abstandshalter kann benutzerdefinierter Leerraum zwischen zwei Blöcken eingefügt werden.

Widgets

  • Shortcode: Viele Plugins bieten einen Shortcode, um bestimmte Funktionen zu aktivieren. Der Shortcode kann mit dem entsprechenden Block eingefügt werden.
  • Archive: Mit dieser Funktion kann eine Monatsübersicht erstellt werden der erschienenen Blogbeiträge.
  • Kategorien: Hier können die vorhandenen Kategorien dargestellt werden.
  • Neueste Beiträge: Die neuesten Beiträge erscheinen mit diesem Block.
  • Neueste Kommentare: Dieser Block zeigt die neuesten Kommentare.

Einbettungen

Mit den Einbettungen ist das Einfügen von Inhalten aus anderen Plattformen möglich. Mit dem alten Editor wurden ja bereits Links z.B. von Youtube direkt als Videos eingebettet, mit den Einbettungen ist eine Vielzahl an Einbettungen möglich, von Youtube, Instagram über Spotify bis hin zu Slideshare oder CollegeHumor.

Fazit zu WordPress 5: Noch nicht perfekt, aber es wird!

Wer sich schon getraut hat, das Update auf WordPress 5 zu installieren, hat sicherlich gemerkt: Es ist noch nicht alles perfekt, hier und da hakt es mal oder eine Funktion ist nicht so übersichtlich, wie man sich das wünschen würde. Die unterschiedlichen Scrollbalken (von Sidebar und Beitrag selbst) können einen beim Erstellen eines Beitrags manchmal wahnsinnig machen. Allerdings ist der Gutenberg Editor ja auch noch ganz frisch und noch nicht einmal zwei Monate veröffentlicht. Von daher werden da sicherlich nach und nach Verbesserungen kommen.

Ich denke jedoch, dass gerade für weniger technikaffine Nutzer die Möglichkeiten gewachsen sind, einen schönen Beitrag oder eine schöne Seite in WordPress zu gestalten. Mit den zahlreichen Gestaltungs- und Formatierungsmöglichkeiten könnte sogar das eine oder andere Pagebuilder-Plugin überflüssig werden. Ich freue mich jedenfalls darauf, alle Möglichkeiten des Gutenberg-Editors auszutesten!

 

Titelbild © Marc Slingerland / Fotolia



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