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Google Video


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Was ist Google Video?

Google Video war ein von 2005 bis 2012 von der Google Inc. angebotener Video-Hosting-Service. Ähnlich wie die Video-Plattform YouTube bot Google Video seinen Nutzern die Möglichkeit, eigene Videos hochzuladen und auf der eigenen Website einzubinden. Neben Videos, die von Nutzern des Services hochgeladen wurden, konnten über Google Video auch Inhalte von Drittanbietern wie TV-Sendungen, Filmtrailer, Werbeclips und Virale Videos angesehen, durchsucht und – je nach Einstellungen des Rechteinhabers – auf externen Websites eingebunden werden. Die Übernahme des damals defizitären Mitbewerbers YouTube durch die Google Inc. im Jahr 2006 [1] läutete das langsame Ende von Google Video als Video-Hoster ein. Gleichzeitig markierte der Erwerb der Video-Streaming-Plattform den Startschuss für die Transformation vom Video-Hosting zu der heutigen Google Videosuche.

Entstehung und Geschichte

Am 25. Januar 2005 launchte Suchmaschinenanbieter Google seinen Video-Dienst Google Video als Beta-Version [2]. Zunächst war das Angebot jedoch auf den Heimatmarkt USA begrenzt. Als Ziel hatte sich das Unternehmen aus dem kalifornischen Mountain View gesetzt, online verfügbare Video-Inhalte mithilfe seines Crawlers aufzuspüren, zu organisieren und für seine Nutzer durchsuchbar zu machen. Statt die Quell-Websites besuchen zu müssen, konnten Nutzer die Videos direkt als eingebettete Version in den Suchergebnissen oder als Download offline (siehe Google Videoplayer) anzusehen. Für die Inhalte griff Google Video zum Launch auf ein Archiv an Inhalten von Drittanbietern zu, das sich zur damaligen Zeit vorwiegend aus populären TV-Shows und -Serien, Trailern, Dokumentationen und von eigenen Mitarbeitern produzierten Lerninhalten zusammensetzte.

Google Video wird zum Video Hoster

Einige Monate nach dem US-Launch machte Google den Dienst auch im Ausland verfügbar und begann als Reaktion auf den Erfolg von Mitbewerber YouTube Video-Uploads durch Nutzer zu akzeptieren. Diese konnten eigene Videos bis zu einer Größe von 100 MB auf die Google-Server hochladen. Dabei wurden die Clips in das Google-eigene Videoformat .gvi umgewandelt und konnten entweder direkt auf Google Video angesehen, mittels Link via E-Mail und in sozialen Netzwerken geteilt oder über den Web-Player in die eigene Website eingebettet werden. Trotz zahlreicher Vorteile wie einer weniger strikten Regelung bezüglich der hochgeladenen Inhalte konnte sich Google Videos nicht gegen YouTube durchsetzen. Im Oktober 2006 entschloss sich Google schließlich, Konkurrent YouTube für die Summe von 1,65 Millionen US-Dollar zu übernehmen [3].

Video-Download mit dem Google Video Player

Neben der eingebetteten Web-Version konnten Nutzer die Videos auch mit dem als Freeware für Microsoft Windows und Mac OS X angebotenen Google Video Player downloaden und offline ansehen. Der Player nutzte hierfür Googles eigenes Videoformat GVI sowie Playlists in Format GVP („Google Video Pointer“). Nach der Übernahme von YouTube stellte Google im August 2007 die Verbreitung des Google Videos Players ein. Auch der Download von GVI-Files aus der Google Videosuche endete. Stattdessen konnten Nutzer nur noch Videos im MP4-Format downloaden.

Transformation vom Video-Hoster zur Google Videosuche

In den ersten Jahren ließ Google die beiden Dienste parallel weiterlaufen. Intern begann jedoch schon mit der Übernahme YouTubes der Umbau von Google Video vom Video-Hoster zur Google Videosuche. So begann Google 2007 die Inhalte anderer Video-Hosting-Websites wie zum Beispiel YouTube, Yahoo! Video, Daily Motion, Break.com oder Vimeo zu crawlen und in die Suchergebnisse von Google Videos zu integrieren [4]. Die Ergebnisse der Google Videosuche zeigt Google jedoch nicht direkt oder via externem Link, sondern in einem iFrame an [5]. 2009 deaktivierte Google Videos die Möglichkeit von User-Uploads, ließ die Inhalte jedoch zunächst weiter online [6]. In der folgenden Zeit sollten Nutzer des Hosting-Services die Möglichkeit bekommen, ihre hochgeladenen Videos zu sichern oder zu YouTube zu übertragen.

Zwischenzeitlich launchte Google Video Anfang 2009 einen Store für Videos- und Serien, die Nutzer online kaufen und downloaden konnten [7]. Dieser wurde jedoch nur ein Jahr später ohne Angabe konkreter Gründe wieder eingestellt [8]. Heute bietet Google eine Auswahl an Filmen und Serien über seinen Google Play Store an. Im August 2012 erfolgte schließlich die endgültige Abschaltung des Video-Hosting-Dienstes Google Video [9]. Videos, die Nutzer bis dahin noch nicht gesichert hatten, übertrug Google automatisch zu YouTube. Hier wurden die Videos zunächst als privat gelistet, konnten von ihren Inhabern jedoch jederzeit auf öffentlich gestellt und so für das Listing innerhalb der internen YouTube-Suche freigegeben werden.

Google Videosuche in der Gegenwart

Mit der Übernahme von YouTube, der Einstellung von User-Uploads und dem Crawlen externer Videoquellen hat sich Google Videos vom Hoster zu einer vertikalen Suche entwickelt. Heute ist die Google Videosuche unter dem Tab „Videos“ fest in die Suche integriert. Neben festen Partnern indexieren die Crawler der Google Videosuche mittlerweile auch Videos normaler Websites und Onlineshops. Ein großer Teil der Ergebnisse stammt jedoch nach wie vor von Google-Tochter YouTube. Im Gegensatz zu damals wandelt Google Videos die gefundenen Clips nicht mehr um und stellt sie zum Abruf auf der eigenen Website bereit. Stattdessen präsentiert Google zu jedem Treffer – sofern verfügbar – ein Thumbnail samt Snippet und verlinkt die Quelle wie in den Web-Suchergebnissen direkt.

Google experimentiert immer mit neuen Darstellungen und Features. Dazu gehören unter anderem die Integration von Google Videos in die Universal Search oder auch die Key-Moments [10]. Letztere sind eine Weiterentwicklung der Google Videosuche und stellen dem Nutzer unterhalb des Suchergebnisses eine Liste mit für die Suchanfrage relevanten Abschnitten innerhalb des jeweiligen Videos zur Verfügung. Welche Stellen innerhalb eines Videos für den Nutzer bzw. die Suchanfrage relevant sind, ermittelt Google laut eigenen Angaben durch eine automatische Analyse von Bildern und Sprache.

Bedeutung von Google Videos für die Suchmaschinenoptimierung

Mit Einführung der Universal Search haben Videos Einzug in die normale Web-Suche des Unternehmens gehalten, womit die Google Videosuche auch für die Suchmaschinenoptimierung an Bedeutung gewonnen hat. Ziel der Universal Search ist es, die SERPs unter anderem um passende Inhalte aus der Google Bildersuche, Google News, Google Shopping und Google Videos anzureichern. In Bezug auf Google Videos kann es sich dabei – je nach Suchanfrage des Nutzers – um einzelne oder mehrere Videoergebnisse in Form von zum Beispiel Carousels handeln, die den normalen Web-Suchergebnissen beigemischt werden.

Um mit einem eigenen Video in Google Videos gelistet zu werden, können Unternehmen und Onlineshops Videos in gängigen Formaten (z. B. .avi, .mp4 oder .wmv) und mit einem Web-Player auf ihrer Website zur Verfügung stellen. Alternativ ist es auch möglich, einen Video-Hosting-Dienst wie YouTube zu nutzen und das hochgeladene Video auf der gewünschten Seiten einzubinden. Für das Ranking in der Google Videosuche relevant sollen – ähnlich wie bei der Suchmaschinenoptimierung für Websites – der Title und die Description des Videos sowie das Nutzen von Untertiteln und passendem Markup sein. Darüber hinaus wird von Google empfohlen, eine Video-Sitemap zu erstellen und die Seite mit dem eingebundenen Video mit relevantem Content zu füllen.

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