Skip to main content

Vor- und Nachteile einer Agentur bzw. eines Freelancers.

  • Oliver Lindner / Gründer und Geschäftsführer


PDF herunterladen

Vor- und Nachteile einer Agentur bzw. eines Freelancers.

Es dürfte bei keinem Webseitenbetreiber mehr Zweifel darüber geben, dass er ohne eine Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization oder kurz SEO) und weitere Online-Marketing-Maßnahmen kaum oder nur wenig Chancen hat, im Ranking bei Google & Co. auf den vordersten Plätzen zu landen. Ein weiterer allgemeiner Konsens ist, dass in den allermeisten Unternehmen weder die zeitlichen noch personellen Kapazitäten vorhanden sind, SEO-Maßnahmen wirklich ernsthaft und erfolgreich im eigenen Haus umzusetzen.

Naheliegend ist jedoch die Frage, an welchen Dienstleister eine Auftragserteilung für den Bereich SEO erfolgen soll und ob ein Freelancer oder eine Online-Marketing-Agentur die bessere Wahl ist. Dieser Beitrag fasst die jeweiligen Vor- und Nachteile zusammen.

Vorteile eines Freelancers

Da Freelancer Einzelkämpfer sind, geht jeder Auftrag, jede E-Mail, jeder Anruf eines Kunden allein über seinen Schreibtisch, so dass er über jedes Detail im Bilde ist. Daraus ergibt sich eine stets direkte und persönliche Kundenbetreuung sowie ein sehr enger Kontakt zwischen Freelancer und Auftraggeber. Eine gut geführte Agentur wird allerdings für einen Kunden und sein spezielles Projekt ebenfalls einen Ansprechpartner bereitstellen, der mit allen Einzelheiten und Abläufen vertraut ist.

Ein Freelancer geht sehr engagiert ans Werk, denn von der zuverlässigen Arbeit hängt sowohl seine finanzielle Sicherheit als auch sein guter Ruf ab. Dies gilt aber gleichermaßen für Agenturen. Allenfalls wird er seine Arbeitszeiten flexibler gestalten als eine Agentur, denn Regelungen für Mehrarbeit und das Abfeiern von Überstunden muss er nicht berücksichtigen.

Und nicht zuletzt: Freelancer haben geringere Fixkosten zu stemmen als der „Apparat“ einer SEO-Agentur. Deshalb sind ihre Stundensätze meist deutlich geringer, was sie besonders attraktiv für Startups sowie für kleine und kleinste Unternehmen macht.

Nachteile eines Freelancers

Das Einzelkämpferdasein eines Freelancers birgt für Auftraggeber neben den beschriebenen Vorteilen allerdings zahlreiche potenzielle Risiken und Schwierigkeiten. Das gilt vor allem bei arbeitsintensiven und unter Zeitdruck stehenden Projekten.

Ein erstklassiger Freelancer, der hochwertige Qualität liefert und dementsprechend erfolgreich ist, wird ständig am Limit arbeiten. Wenn dann unvorhergesehene Ereignisse eintreten oder wenn ein Kunde „mal eben schnell“ eine Aufgabe dazwischen geschoben haben möchte, kann es mit der Erfüllung des Auftrags eng oder gar unmöglich werden.

Besonders problematisch wird es, wenn ein Freelancer plötzlich krank wird oder gar einen Unfall hat, der ihn für längere Zeit außer Gefecht setzt. In solchen Fällen einen schnellen Ersatz zu finden, kann ein ganzes Projekt in Frage stellen, verursacht aber mindestens einen Mehraufwand an Zeit und Geld.

Vorteile einer Online-Marketing-Agentur

Je nach Mitarbeiterzahl verfügt eine Online-Marketing-Agentur über eine ganze Reihe von Spezialisten, die in ihrem Bereich über stets aktuelle Skills verfügen. Fasst man diese Kenntnisse zusammen, ergibt sich ein größerer Pool an Kenntnissen über das Anforderungsspektrum verschiedener Branchen und die jeweils wichtigen Online-Marketing-Maßnahmen.

Das ist in vielen Belangen wichtig und von Vorteil, da die Suchmaschinen – allen voran Google als Platzhirsch und Paradebeispiel – permanent ihre Parameter und Algorithmen ändern. Bedingungen für ein gutes Ranking, die gestern noch unabdingbar waren, sind heute plötzlich ein alter Hut. Freelancer können mit solchen Entwicklungen auf Grund ihrer Auslastung oft nicht Schritt halten.

Insgesamt sind Webtechnologien weiterhin rasanten Veränderungen unterworfen, die einer ständigen Fort- und Weiterbildung bedürfen. In einer SEO-Agentur betreuen in der Regel immer mehrere Experten zusammen ein Projekt. Durch den Austausch und die kritische Auseinandersetzung zwischen diesen Mitarbeitern können eventuelle Fehler deutlich reduziert und dadurch bessere Ergebnisse erzielt werden. Wenn es sich um eine große Agentur handelt, kann man auch davon ausgehen, dass viel Wissen über viele Branchen zusammenkommt und dementsprechend umgesetzt werden kann.

Eine Online-Marketing-Agentur ist selten dermaßen ausgelastet, dass keine freien Kapazitäten mehr vorhanden sind. Sie kann also kurzfristig Aufträge annehmen und bearbeiten, ohne dass ihre Kunden sich hinten anstellen und lange auf Ergebnisse warten müssen. Das gilt auch für eventuell plötzlich auftretende Probleme, die schnell behoben sein wollen.

Der Ausfall eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin durch Krankheit oder sonstige Umstände kann in einer Agentur durch andere Personen aufgefangen werden. Diese müssen dann vielleicht Überstunden einlegen, aber der Auftrag wird trotzdem fertiggestellt.

Und damit sind wir beim wichtigsten Argument, das für eine Agentur spricht: die Kontinuität. SEO ist keine einmalige Angelegenheit, sondern ein fortlaufender Prozess. Suchmaschinen ändern ihre Algorithmen, wirtschaftliche Situationen und Gegebenheiten nehmen einen unvorhergesehenen Verlauf, neue Konkurrenten tauchen auf, die mit ihren SEO-Maßnahmen mehr Erfolg haben. Auf solche Ereignisse reagiert eine Agentur schneller und effizienter als ein Freelancer, weil die Arbeit auf mehrere Köpfe verteilt werden kann.

Nachteile einer Online-Marketing-Agentur

Für den Kunden besteht nicht durchgängig die Möglichkeit, den jeweiligen Spezialisten für sein Projekt direkt ansprechen zu können. Deshalb kann es passieren, dass die Zusammenarbeit für Kunden unpersönlicher erscheint als bei einem Freelancer.

Was der Kunde einer SEO-Agentur nicht sicher wissen kann: Vielleicht gibt die Agentur seinen Auftrag auch nur an einen Freelancer weiter. Die Kosten, die er dann für die Vermittlung aufbringen muss, hätte er sich bei der direkten Beauftragung eines Freischaffenden sparen können.

Generell betrachtet ist eine Online-Marketing-Agentur teurer als ein Freelancer. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Sie muss beispielsweise größere Räumlichkeiten unterhalten und mehr Geld für Schulungen und Software-Lizenzen bereitstellen, die bei einem freischaffenden SEO-Dienstleister nicht anfallen. Und ganz nebenbei will sie ja auch noch ihre eigene SEO-Arbeit betreiben, damit sie ihr Ranking in den Suchmaschinen beibehält oder verbessert.

Fazit

Wie wir sehen, gibt es eine Menge Vor- und Nachteile auf beiden Seiten und viele Argumente für und wider. Es ist deshalb nicht einfach für Auftraggeber, eine Entscheidung zwischen Freelancer und Online-Marketing-Agentur zu treffen.

Freelancer sind kostengünstiger, weil ihr ganzer Verwaltungsapparat deutlich kleiner ausfällt als bei Agenturen. Für kleine Betriebe mit geringem Budget kommen sie eher in Betracht. Andererseits ist ein Ausfall, etwa durch Krankheit, sehr viel schwieriger zu kompensieren als bei einer Agentur mit zahlreichen Mitarbeitern.

Wenn es aber um Sicherheit, Langfristigkeit und Kontinuität geht, ist eine Agentur die erste Wahl – trotz höherer Kosten. Für einen persönlichen Kontakt dauert es bei mehrerén Ansprechpartnern vielleicht etwas länger, was aber kaum ins Gewicht fällt. Ein weiterer Vorteil von Agenturen ist, dass sie in der Regel über größere Netzwerke verfügen, zum Teil auch international, und somit viele verschiedene Aufgaben parallel übernehmen oder organisieren können. Ein Freelancer kann das nicht leisten.

Titelbild: Adobe Stock ©kebox #194243334

Keine Kommentare vorhanden


Hast du eine Frage oder Meinung zum Artikel? Schreib uns gerne etwas in die Kommentare.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht

Jetzt den SEO-Küche-Newsletter abonnieren

Ähnliche Beiträge

Visualisierung eines technischen SEO-Checks mit Analyse, Optimierung und Prozessschritten

Technik-Check leicht gemacht ‒ Prioritätenliste für KMU

  • marie berauer seo
  • von Marie
  • 09.03.2026

Viele KMU investieren in Content, obwohl ihre Website technisch ausgebremst wird. In der Praxis wird technisches SEO meist vernachlässigt oder scheitert in der Umsetzung an einer Vielzahl von Problemen, die sich sogar gegenseitig verstärken. Doch wer die Performance seiner Webseite nachhaltig verbessern möchte, muss sowohl die inhaltlich-strukturelle Ebene (OnPage-Optimierung) als […]

Webdesign-Darstellung auf Desktop, Tablet und Smartphone mit Icons für Design- und Marketingservices

Webdesign-Hürden erkennen und beheben: Navigation, Ladezeit, Reaktionszeit

  • Benutzerbild von Anja Stahr
  • von Anja Stahr
  • 02.03.2026

Gutes Webdesign wird fälschlicherweise mit reiner Ästhetik gleichgesetzt, obwohl in der Praxis meist ganz andere Faktoren über den Erfolg einer Webseite entscheiden. Viele optisch ansprechende Webauftritte scheitern an Hürden, die für den Nutzer erst im Moment der Interaktion spürbar werden. Eine unlogische Navigation führt zu Orientierungsverlust, während lange Ladezeiten zum […]

Illustration eines Monitors mit Diagrammen, Nutzerprofilen und Datenübersicht zur Analyse von Marketing- und Kundendaten

Einwilligungen und saubere Listen ‒ einfach umgesetzt

  • michael magura
  • von Michael Magura
  • 23.02.2026

In unseren letzten Beiträgen haben wir analysiert, was noch ohne Cookies messbar ist. Da Datenschutzbestimmungen strikter sind und Browser Drittanbieter-Cookies heute standardmäßig blockieren, sollte man eigene Daten nutzen und Einwilligungen klug gestalten. Nur so kann man die Customer Journey noch präzise abbilden. Damit dies funktioniert muss die Datenbasis valide sein, […]

Person zeigt auf ein digitales Sicherheitssymbol, umgeben von Icons für Webanalyse und Tracking

Was ohne Cookies noch messbar ist und wie man es nutzt

  • michael magura
  • von Michael Magura
  • 16.02.2026

Die technischen Rahmenbedingungen für die Webanalyse haben sich im Laufe der letzten Jahre grundlegend geändert. Restriktive Browser-Einstellungen und strenge Datenschutzvorgaben sorgen dafür, dass klassische Analysen oft nur einen Bruchteil der tatsächlichen Customer Journey erfassen. Für KMU führt dieser Signalverlust zu einer verzerrten Datenbasis und fehlerhaften Budgetplanung, da erfolgreiche Kampagnen im […]

Person arbeitet an einem Laptop, während digitale Symbole für Datenanalyse und Marketingmetriken auf dem Bildschirm angezeigt werden

Eigene Daten nutzen: einfache Zielgruppen und Signale

  • michael magura
  • von Michael Magura
  • 09.02.2026

Wer 2026 Marketing-Entscheidungen trifft, verlässt sich meist auf lückenhafte Daten, denn Browser wie Safari oder Firefox löschen Tracking-IDs durch Mechanismen wie ITP (Intelligent Tracking Prevention). Gelangt ein Nutzer über eine Anzeige auf Ihre Webseite, wird die notwendige Verknüpfung (Click-ID) oft nach 24 Stunden gelöscht. Kurzum: Klickt Ihr Kunde heute, kauft […]

Roboter analysiert Markenimage mit Lupe, Social-Media-Symbolen und Dashboard zur digitalen Markenbewertung

Markenbild unter KI-Einfluss: So werden Sie von ChatGPT & Co. wahrgenommen

  • Stephanie
  • von Stephanie Göckeler
  • 02.02.2026

Wenn heute jemand Ihre Marke kennenlernen möchte, landet er immer seltener direkt auf Ihrer Website, sondern stellt seine Frage an ein KI-System wie ChatGPT, Copilot oder den KI-Modus von Google. Diese Systeme beantworten Fragen nicht mit einem einzelnen Link, sondern mit einem verdichteten Bild Ihrer Marke, das aus sehr vielen […]