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Recap Allfacebook Marketing Conference – Teil 2 (Instagram)

Am 20. März waren unser Social Media Team auf der AFBMC, der größten Social Media Marketing Konferenz in Deutschland. In unserem ersten Recap zur Allfacebook Marketing Conference ging es zunächst um Neuigkeiten, Wissenswertes, Learnings und unsere persönlichen Highlights zum Thema Facebook. Im heutigen zweiten Teil erwarten Euch die Insights der Vorträge zum Thema Instagram.

Unser Team auf der Allfacebook Marketing Conference

Unser Team auf der Allfacebook Marketing Conference

Instagram – Visual Storytelling in a Mobile World (Nadine Neubauer)

Gleich nach der Keynote von Sascha Pallenberg ging es auf einer Nebenbühne mit Fakten und Basics zu Instagram weiter. Nadine Neubauer, bei Instagram verantwortlich für Brand Management in Zentraleuropa, erklärte uns, wie sich die App in den letzten Jahren weiterentwickelt hat und sogar einen „shift“ in der visuellen Kommunikation mitauslöste. Dass Instagram relevant ist, zeigen die Nutzerzahlen: weltweit sind 800 Millionen Nutzer jeden Monat aktiv, immerhin 15 Millionen deutsche Nutzer tummeln sich auf der Plattform.

Einerseits hat sich die Plattform für Benutzer von der reinen Foto-App zum Messenger und zur Inspirationsplattform gewandelt. Schließlich geht es bei Instagram nicht mehr nur um den Bilderfeed, sondern auch Direct Messages, der Explore-Bereich und vor allem die Stories haben die Möglichkeiten erweitert und machen die Interaktionen direkter und einfacher, da in diesem Rahmen weniger auf Perfektion geachtet wird.

Andererseits hat sich Instagram auch für Unternehmen zu einem wichtigen Kommunikationskanal gemausert. Ein Drittel aller Stories werden von Business Accounts erstellt, auch die Werbemöglichkeiten auf Instagram sind vielfältig. Mit einem missmutigen Raunen aus dem Publikum wurde die Info quittiert, dass die Insights auch künftig nur über mobile Geräte verfügbar sein werden.

Ganz frisch verkündete Nadine Neubauer außerdem den Launch von Instagram Shopping, damit können Produkte direkt im Bild verlinkt werden. So rückt Instagram im Sales Funnel weiter nach unten: Früher konnte man sich über Instagram inspirieren lassen, eventuell geschah noch der umständliche Klick auf den Link in der Bio – jetzt gelangt man mit einem Klick aufs Produkt direkt zum Onlineshop und damit zur möglichen Transaktion.

Was bleibt? Der meistgenutzte Hashtag ist #love – Instagram war und ist noch immer eine sehr positive Plattform, die im Idealfall Menschen mit ähnlichen Passionen zusammenbringt.

Instagram Stories: Zwei wichtige Tipps für Unternehmen: 

  • „Use time wisely“ – innerhalb der ersten drei Sekunden sollte die Marke bzw. das Produkt vorkommen, sonst ist der Nutzer vielleicht schon weg.
  • Keine Langeweile, sondern kreatives Entertainment: Geschwindigkeit, verschiedene Kameraeinstellungen und Sound sollten in der Story berücksichtigt werden

Berge, Menschen, Kulinarik… Instagram am Beispiel von Tirol (Eva Thöni)

Mit charmantem Dialekt stellte Social Media Managerin Eva Thöni die Instagram-Strategie der Tirol Werbung GmbH vor, das ist die Tourismusbehörde des österreichischen Bundeslands Tirol. Die Besonderheit am Account @visittirol und ein Unterschied zu vielen anderen Business Accounts: Es werden keine Produkte oder Dienstleistungen verkauft, daher gibt es keine Conversion im klassischen Transaktionssinn. Die Finanzierung geschieht zum großen Teil mit öffentlichen Geldern. Das heißt natürlich dennoch nicht, dass es keine Ziele oder keine Strategie hinter der Kommunikation gibt. Im Vordergrund steht die Inspiration für den Tirolurlaub und das Befeuern der Vorfreude bei den Gästen. Der Erfolg wird mit selbst festgelegten KPIs gemessen, vor allem die Interaktionskennzahlen sind wichtig.

Um einen eigenen Stil zu entwickeln, gibt es auf dem Tiroler Instagramkanal einige Leitlinien, an denen sich die Content Creators orientieren. Im Vordergrund stehen die Werte, die Tirol verkörpern sollen: Stärke, Eigenwilligkeit, Echtheit, Verbundenheit und Mut. Auch für die Bildsprache gibt es klare Vorgaben, diese soll liebevoll dokumentarisch daherkommen, es werden konsequent keine Models für Instagram engagiert. Auf den Bildern stehen die Landschaft, vor allem aber Menschen und die regionale Kulinarik im Fokus. Der Content wird zur Hälfte selbst produziert, die andere Hälfte ist User Generated Content.

Berge, Menschen, Kulinarik… Instagram am Beispiel von Tirol (Eva Thöni) Allfacebook Marketing Conference

Um auf tolle Nutzerfotos aufmerksam zu werden, ermutigt das Social-Team die mehr als 70.000 Abonnenten, den Hashtag #lovetirol zu verwenden. Die Bildbeschreibungen und auch die Stories werden auf Englisch verfasst, um eine breitere Zielgruppe zu erreichen. Das Community Management besteht vor allem aus dem Reagieren auf einkommende Nachrichten, Kommentare und Tags – mit konsequentem Interagieren und Wertschätzen der Nutzer sollen Markenbotschafter kreiert werden.

Die Stories werden von den Tirolern als eigenständiger Kanal genutzt. Hier gibt es eigenes Storytelling, jedoch kein spontanes „behind the scenes“. Sondern hier werden die Nutzer beispielsweise auf Bergtouren mitgenommen, lokale Unternehmen, Events und Geschichten werden hier vorgestellt.

Tipp für Unternehmen:

  • Hebt Euch ab von den anderen! @visittirol hat herausgefunden: Schöne Landschaftsbilder gibt es überall. Mit gutem Storytelling, Menschen im Fokus und Nutzwert kann man sich abheben von der Masse und eine emotionale Bindung zu den Followern aufbauen.

Alles für die Community (Johanna Fritz)

Farbenfroh wurde es bei dem Vortrag von Johanna Fritz, einer freischaffenden Illustratorin aus Stuttgart. Sie arbeitete bereits für zahlreiche Verlage, Unternehmen und Werbeagenturen. Außerdem bringt sie Know-how im Bereich Social Media mit. Auf der AllFacebook Marketing Conference sprach sie über Community Management.

Die Wichtigkeit des Community Managements wird laut Johanna Fritz häufig unterschätzt. Denn durch den Tunnelblick auf die Gewinnmaximierung verliert man oft den Blick auf den Kunden und dessen Bedürfnisse. Beim Community Management geht es darum, die Zielgruppe ins Sichtfeld zu nehmen, mit ihr in Kontakt zu treten und ihre Wünsche und Interessen zu berücksichtigen. Ziel ist es dabei, eine langfristige und aktive Beziehung mit der Community aufzubauen, die auf Gegenseitigkeit beruht. Am Ende muss also ein Mehrwert für beide Seiten rausspringen. Doch wie funktioniert das?

Erst einmal sollte man sich klarmachen, dass es viel Zeit braucht eine loyale Community aufzubauen. Denn das Vertrauen muss erst mal gewonnen werden.

Ein paar Tricks, die euch dabei helfen:

  • Findet das richtige Soziale Netzwerk, auf dem eure Zielgruppe aktiv ist und ein unmittelbarer Austausch möglich ist (z.B. Facebook Gruppen, Instagram). Ein Blick auf die Konkurrenz und eine Keyword Recherche können euch dabei helfen.
  • Findet eure Nische, in der ihr euch wohlfühlt und Experten seid. Bleibt dort mindestens zwei Jahre. Der Community muss klar sein, was sie erwartet. Auch regelmäßiges Posten ist wichtig für die Kontinuität.
  • Bietet der Community einen Mehrwert. Hier bietet sich zum Beispiel kostenloser Content an, der eurer Community in irgendeiner Form weiterhilft (Blogbeiträge, Podcasts, Livestreams, Freebies etc.)
  • Traut euch, Persönlichkeit zu zeigen. Zeigt der Community außerdem, dass ihr einer von Ihnen seid. Das schafft Sympathie. Eine Möglichkeit, sich auf Augenhöhe zu begegnen ist zum Beispiel, die Community beim Design eines neuen Produkts mit einzubeziehen.
  • Eine Community muss ein sicherer Raum sein, in dem sich jeder wohlfühlt. Klare Regeln für das gegenseitige Miteinander sind unabdingbar.
  • Als Community Manager solltet ihr stets Unterhaltungen eurer Community begleiten und in die richtigen Bahnen lenken. Zeigt euch als aktive Vernetzer!
  • Natürlich müsst ihr nicht 24 Stunden für eure Community verfügbar sein. Aber es ist wichtig, dass ihr auf Anfragen immer reagiert, sei es nur mit einem Emoji oder einer kurzen Antwort. Reicht die Manpower nicht aus, gibt es automatisierte Lösungen, die euch entlasten können.

Eine aktive Community aufzubauen und zu betreuen ist zeitintensiv. Und es bedeutet, erst einmal mehr zu geben als zu nehmen. Doch der Aufwand kann sich richtig lohnen. Denn wer es schafft, die Community an sich zu binden bekommt irgendwann das Doppelte zurück – an Vertrauen und an Menschen, die „wegen eurer Art“ zu euren besten Kunden werden.

Instagram Stories (Daniel Zoll)

Wer bis hierher ermüdet war von der Flut an Informationen, wachte bei Daniel Zoll wieder auf. Energisch nutzte er die ganze Bühne, um seine Message unter die Leute zu bringen: Gebt den Leuten was zum Spielen! Hier ging es um die Frage: Wie kann man erfolgreiche Stories auf Instagram produzieren? Die gute Nachricht: Viel Wissenschaft steckt laut Daniel Zoll nicht dahinter. „Keep it simple“ ist sein Rezept.

Instagram Stories (Daniel Zoll) auf der Allfacebook Marketing Conference

Die Theorie: Wir suchen alle nur nach Wegen, uns auszudrücken. Daher sollten wir es unseren Followern so einfach wie möglich machen, mit eigenem Content auf unseren Content zu reagieren oder aus unserem Content eigenen Content zu kreieren. Das geht natürlich einerseits mit dem Aufruf, per Direct Message zu kommunizieren, Umfragen zu starten oder Ähnliches.

Noch weiter kann man gehen, indem man die Nutzer aufruft, die Screenshot-Funktion zu nutzen und eigenen Content hinzuzufügen. Hier sind die Möglichkeiten quasi unbegrenzt, von Lückentext bis Suchspiel, vom Ausmalbild bis zum Gestalten eines Produkts, wie beispielsweise das Etikett einer Weinflasche.

Das Ziel ist es, den User dazu zu bringen, aktiv und bewusst mit der Marke zu interagieren. Das kann mit der Holzhammer-Methode passieren wie bei Red Bull, die den Followern ein Ausmalbild ihres Logos zur Verfügung stellten. Oder es kann subtiler passieren, wie bei Netflix, die für die Serie „Stranger Things“ eine Story kreierten, bei der der Nutzer selbst entscheiden konnte, wie sie weitergeht, je nachdem, ob beispielsweise drei oder fünfmal weitergetippt wurde.

Das Fazit: Seid kreativ, verrückt und macht es nicht zu kompliziert! Die einfachsten Ideen können die besten sein.

Vier Tipps für tolle Stories:

  • Verrate Geheimnisse und Insights zu Deiner Brand!
  • Erzähl‘ Geschichten, die nicht den Kauf Deines Produkts als Ziel haben!
  • Gib den Leuten etwas zum Spielen und verwende eindeutige Handlungsanweisungen!
  • Drei Apps, die sehr nützlich sind: In-Shot, Cut Story, Adobe Spark Post

 

 



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