Skip to main content

Vorsicht bei der Werbung mit „Black Friday“

  • Geschrieben von Haendlerbund am 30.10.2019

PDF herunterladen

Gastbeitrag: Warum man bei der Werbung mit „Black Friday“ aufpassen muss

Der Black Friday ist gewissermaßen der Urvater des Schnäppchentags. Der Begriff für die Rabattschlacht des US-Einzelhandels am Freitag nach Thanksgiving hat schon lange Einzug in den Online-Handel gehalten – doch für Händler ist die Werbung mit dem Begriff riskant.

Am 29. November ist es wieder so weit: Dann findet der diesjährige Black Friday statt. Für den US-Einzelhandel ist der Tag die wohl größte Geduldsprobe des Jahres. Szenen, wie Kunden im Kaufrausch Geschäfte förmlich stürmen und sich um die größten Schnäppchen schlagen, gehen Jahr für Jahr durchs Netz. Auch im Online-Handel wird der Black Friday längst begangen: Viele Händler werben zu diesem Tag, beziehungsweise vermehrt auch zum ganzen Wochenende nach dem Freitag, mit Schnäppchen und Rabatten.

Doch gerade für deutsche Online-Händler ist die Werbung mit dem Begriff riskant. Denn das in Hongkong ansässige Unternehmen Super Union hatte den Begriff im Jahr 2013 als Wortmarke eingetragen. Um mit „Black Friday“ werben zu dürfen, müssen deutsche Händler Lizenzgebühren an Super Union zahlen. Tun sie das nicht, drohen Abmahnungen – in den vergangenen Jahren wurden immer wieder Händler rechtlich belangt, weil sie mit dem Begriff „Black Friday“ geworben haben.

Kritik an der Eintragung der Wortmarke

Dass sich die Branche an der Eintragung der Wortmarke stört, dürfte deswegen kaum überraschen. Gerade weil es sich bei „Black Friday“ um einen geläufigen Begriff handelt, sorgte die Eintragung für Kritik. Zuletzt erreichte der Streit um die Wortmarke das Bundespatentgericht in München. Einige Unternehmen hatten zuvor beim Deutschen Patent- und Markenamt erfolgreich eine Löschung der Marke beantragt, dagegen klagte Super Union dann. Vor dem Bundespatentgericht gab es zwar noch keine Entscheidung, aber eine vorläufige Einschätzung zur Frage, ob die Wortmarke „Black Friday“ gelöscht werden solle.

Das für Online-Händler und Marketer bittere Ergebnis: Die Wortmarke könnte nach Einschätzung des Gerichts in vielen Bereichen Bestand haben. Denn als sie 2013 angemeldet wurde, sei der Begriff „Black Friday“ von dem deutschen Durchschnittsverbraucher vielleicht mit dem Börsencrash 1929, aber eben nicht dem US-amerikanischen Schnäppchentag in Verbindung gebracht worden. Darauf deutet auch hin, dass es 2013 kaum Presseberichte über den Black Friday als Schnäppchentag gegeben habe. Zudem hatte der Handel damals nicht gegen die Eintragung der Wortmarke protestiert.

Ausnahmen und kreative Lösungen

Doch es gibt offenbar auch Ausnahmen: Online-Aktionen für Elektro- und Elektronikwaren gab es bereits im Jahr 2013 zum Black Friday. „Da erscheint uns ein zukünftiges Freihaltebedürfnis für den Handel mit diesen Waren nicht ausgeschlossen“, so ein Richter des Bundespatentgerichts. Auch für stationäre Elektronik-Händler und Werbedienstleister wie das Portal Black-Friday.de, das bereits vor der Anmeldung der Wortmarke auf dem Markt vertreten war, lasse sich ein Freihaltedürfnis begründen.

Die restlichen Händler werden den Schnäppchentag – sofern sie ihn denn begehen wollen – weiterhin kreativ bewerben müssen. Ganz unmöglich ist das nicht: Zwar sollten Begriffe wie „Black Friday“, „Black Shopping“ oder „Black Weekend“ vermieden werden, schwarze Designs in der Werbung sind aber nicht verboten. Auch bunte statt schwarze Aktionen sind denkbar und möglich. Der Suppenanbieter Little Lunch warb 2017 beispielsweise mit dem Spruch „Green is the new Black“.

Der Black Friday kann sich lohnen

Am Schnäppchentag mitzumachen lohnt sich durchaus: Der Black Friday gilt als offizieller Startschuss für das Weihnachtsgeschäft und lockt Millionen Kunden in die stationären Läden und Online-Shops. Im vergangenen Jahr verkündete das Vergleichsportal Mydeals beispielsweise, fast 2,8 Millionen Nutzer am schwarzen Freitag verzeichnet zu haben. Damit suchten eine Million Menschen mehr als im Vorjahr auf der Plattform nach Angeboten und Schnäppchen. In den USA legten die Online-Verkäufe um 23 Prozent zu und sorgten für einen Umsatz von mehr als sechs Milliarden Dollar, wie Zahlen von Adobe Analytics zeigten.

Die durchschnittliche Ersparnis während des Black Fridays liegt einer aktuellen Idealo-Preisstudie zufolge bei sechs Prozent. Für die Studie hat Idealo je mindestens 50 Produkte aus den 50 beliebtesten Kategorien stichprobenartig untersucht. Vor allem im Spielesektor winken große Preisnachlässe: Gesellschaftsspiele und Gamepads kommen auf eine Ersparnis von rund 19 Prozent, Spielekonsolen weisen im Schnitt Rabatte von 15 Prozent vor.

Der Händlerbund hilft!
Die rechtliche Absicherung ihrer Internetpräsenzen verursacht vielen Online-Händlern einen enormen Mehraufwand. Der Händlerbund steht Ihnen bei juristischen Fragen als kompetenter Partner zur Seite. Wenn Sie sich als Händler jetzt für die umfangreichen Rechtsdienstleistungen des Händlerbundes entscheiden, erhalten Sie mit dem Rabattcode P822#2015 einen Nachlass von 3 Monaten auf das Mitgliedschaftspaket Ihrer Wahl im ersten Jahr. Jetzt informieren!

Über den Autor

Michael Pohlgeers ist stellvertretender Chefredakteur des Händlerbundes und schreibt regelmäßig über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe im E-Commerce für die OnlinehändlerNews, das Onlinehändler Magazin, den Amazon Watchblog und den Logistik Watchblog. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

Titelbild © thanksforbuying stock.adobe.com

Keine Kommentare vorhanden


Hast du eine Frage oder Meinung zum Artikel? Schreib uns gerne etwas in die Kommentare.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht

Jetzt den SEO-Küche-Newsletter abonnieren

Ähnliche Beiträge

abmahnung online handel studie 2020

Mehrfach-Abmahnungen für Online-Händler häufiger: Die Abmahnstudie 2020

  • von Haendlerbund
  • 21.04.2021

Wer im Online-Handel aktiv ist, sollte darauf achten, rechtssicher zu handeln, denn sonst droht schnell eine Abmahnung.

google commerce camp titelbild

Die SEO-Küche beim Google Commerce Camp 2021

  • christoph pawletko
  • von Christoph
  • 15.04.2021

Zwei virtuelle Bühnen, zwei volle Tage zum Thema Google Nach dem großen Erfolg des ersten Google Commerce Camps letztes Jahr haben wir uns den 21.04. und den 22.04.21 natürlich ganz dick Kalender angestrichen. Auch dieses Jahr veranstaltet der Händlerbund eine Online-Konferenz ganz im Zeichen von Google und E-Commerce. Das Programm […]

social media recap januar 2021 titel

Social Media Rückblick März 2021

  • julia bartulovic
  • von Julia
  • 13.04.2021

Der März ist vorbei, und mit ihm auch schon das erste Drittel des Jahres! Auch im März hat sich viel in der Social-Media-Landschaft getan.

keyword-optionen google ads stagebild

Änderungen der Keyword-Optionen bei Google Ads

  • ulrike schmalfuss
  • von Ulrike
  • 09.04.2021

Welche Änderungen im Punkt “Modifizierer für weitgehend passende Keywords” gemacht wurden, erfahrt Ihr bei uns im Blog.

facebook shops titelbild

Facebook Shops erklärt

  • Leonard
  • von Leonard Reska
  • 06.04.2021

“Meine Zielgruppe ist auf Facebook und Instagram, mein Verkauf läuft über meine Website.” Dieser Satz ist zurzeit wohl gang und gäbe. Mit der Einführung von Facebook Shops könnte diese Art des Online-Shoppings demnächst Geschichte sein. Mittlerweile ist Werbung auf Social Media, neben den Google Ads, die am meisten etablierte Marketing-Lösung, […]

bilder optimieren vergleich

Website Bilder optimieren und komprimieren

  • katja pohlers
  • von Katja Pohlers
  • 25.03.2021

Bilder optimieren und komprimieren: Darauf solltet Ihr achten Bilder spielen bei der Erstellung von Websites eine besonders wichtige Rolle. Oft sagt ein Bild mehr als viele Worte, daher sollten visuelle Inhalte nie vernachlässigt werden. Zu viele Bilder, falsche Dateiformate oder zu große Bilder können sich jedoch auch negativ auf die […]