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Linkabbau erklärt: Detox, Nofollow, Disavow und mehr

  • Geschrieben von SEO-Küche am 08.03.2019

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Was ist Linkabbau

Von Linkabbau spricht man, wenn manuell in das vorhandene Backlinkprofil der eigenen Webseite eingegriffen wird, in dem Links entfernt oder verändert werden. Solch ein Schritt wird durchgeführt, wenn die Anzahl der Links mit minderer Qualität reduziert werden soll, um Rankingverluste zu vermeiden.

Dabei unterscheidet man zwei Arten des Linkabbaus. Zum einen ist es möglich mit dem Webseitenbetreiber, der linkgebenden Seiten, in Kontakt zu treten und um die Löschung der Links zu bitten. Zum anderen kann eine Entwertung mit Hilfe des Google Disavow-Tools durchgeführt werden.

Entwerten bedeutet, dass Links nicht gelöscht, sondern von der Suchmaschine ignoriert werden. Dies bezieht sich aber nur auf die Suchmaschine von Google. Andere Suchmaschinen, wie Bing oder Yandex, sind von der Entwertung ausgeschlossen. Näheres zu diesen beiden Varianten erfahrt Ihr in diesem Beitrag.

Warum ist ein Abbau von Links erforderlich?

Im Laufe der letzten Jahre wurden die Kriterien für ein gutes Ranking nicht nur stetig erweitert, sondern auch verändert. Seit Google zielstrebig gegen sogenannten „Linkspam“ vorgeht, wurden viele manuelle Maßnahmen (Penalty) vollzogen. Als Folge dessen und der Einführung des Penguin Updates am 24.04.2012, wiesen manche Webseiten erhebliche Rankingverluste auf, die auf unnatürliche/minderwertige Links zurückzuführen waren.

Für ein gutes Ranking ist es also wichtig, dass qualitativ hochwertige Backlinks erstellt werden. Ein regelmäßiges Überwachen des Backlinkprofils ist unumgänglich und kann an dieser Stelle Abhilfe schaffen.

Penguin 4.0 unterscheidet sich erheblich von seinen Vorgängern. Durch die Integrierung des Updates in den „Chore-Algorithmus“, läuft es nun in Echtzeit und somit kann bei jedem erneuten Crawlen oder Indexieren einer URL eine Neuberechnung seitens Googles stattfinden. Eine weitere erfreuliche Änderung ist, dass mit dem Penguin 4.0 Update Webseiten gezielter und genauer analysiert werden, wodurch nicht mehr die ganze Seite abgestraft wird, sondern nur noch einzelne Rankings oder URLs von einem Rankingverlust betroffen sind.

Wie erkenne ich ob ich vom Penguin 4.0 betroffen bin?

Ob Eure Webseite von einer manuellen Maßnahme (Penalty) betroffen ist, kann ganz einfach über die Google Search Console geprüft werden.

Dazu sind folgende Schritte notwendig:

  1. Meldet Euch in der Google Search Console an.
  2. Wählt nun in der Navigation den Punkt „Suchanfragen“ aus und klickt auf den Link „manuelle Maßnahmen“.

Aktiver Linkabbau im Backlinkprofil

Wie oben schon erwähnt, gibt es zwei Möglichkeiten für den aktiven Abbau von Links:

1. Kontaktaufnahme zum Betreiber

Kontaktiert den jeweiligen Webseitenbetreiber aller minderwertigen Links und bittet um die Löschung der vorhandenen Verlinkungen. Achtet darauf keine qualitativ guten Verlinkungen löschen zu lassen, da dies ebenfalls einen Abfall des Rankings zur Folge hat.

Diese Variante ist sehr zeitaufwendig und meist auch eher erfolglos, da viele Webseitenbetreiber solche Nachrichten ignorieren oder der Bitte nicht nachkommen, aufgrund des damit verbundenen Arbeitsaufwandes.

2. Das Disavow-Tool

Die Google Search Console bietet die Möglichkeit über das Disavow-Tool Backlinks entwerten zu lassen. Die eigentliche Verlinkung auf der Backlinkquelle bleibt dabei bestehen. Vielmehr wird anhand einer Aufstellung Google mitgeteilt, welche Verlinkungen bei der künftigen Beurteilung eines Backlinkprofils keine Rolle mehr spielen sollen. Damit solch eine Entwertung durchgeführt werden kann, reicht es nicht aus einfach alle Links in einer Liste zu sammeln und hochzuladen. Bei der Entwertung der Links muss genauestens kontrolliert werden, welche Links minderwertig sind und welche von guter Qualität.

Wie entscheidet man welcher Link gut oder minderwertig ist?

Um dies kontrollieren zu können, müsst Ihr zuerst alle vorhandenen Backlinks ausfindig machen und eine Link-Datenbasis schaffen. Die Tools Xovi, Google Search Console und das LinkResearchTool (LRT) sind dafür am besten geeignet. Wenn Ihr die Daten aus all diesen Tools gesammelt habt, müssen alle Links noch einzeln nach ihrer Qualität bewertet werden. Für diese Bewertung gibt es verschiedene Tools, wie zum Beispiel – die DETOX-Analyse aus dem LinkResearchTool. Diese Analyse liefert Vorschläge für potentiell gefährliche Links, anhand von komplexen algorithmischen Berechnungen.

Was passiert bei einer Link DETOX-Analyse?

Bei einer DETOX-Analyse wird die Backlinkstruktur der eigenen Webseite, durch einen Algorithmus analysiert und die Links einzeln bewertet. Somit können fehlerhafte und schädliche Links schneller identifiziert werden. Schädliche Links senden negative Signale und können somit zu einem Verlust im Ranking, sowie zu Traffic-Verlusten führen.

Der DETOX Report im LinkResearchTool

Wie erstelle ich einen Report?

Im ersten Schritt gibt man die Domain an, die untersucht werden soll.

Im zweiten Schritt wählt man „NoFollow Links bewerten“, damit auch wirklich alle vorhandenen Links bewertet werden.

Bei Schritt 3 wählt man aus, welcher Modus verwendet werden soll. Da das komplette Backlinkprofil auf schädliche Verlinkungen geprüft werden soll, wählt man den Modus „Linkprofil Audit“ aus.

Im vierten Schritt haben wir die Möglichkeit eine eigene Linkliste einzubinden. Dabei werden die gesammelten Links aus Xovi, LRT und der Google Search Console verwendet. Außerdem ist es noch möglich eine Disavow-Liste einzubinden, falls schon einmal ein DETOX durchgeführt wurde.

Jetzt müsst Ihr nur noch auf „Untersuchung starten“ klicken und der Report wird erstellt.

Der fertige DETOX Report

Nachdem der DETOX Report erfolgreich erstellt wurde, müssen als erstes die Anchor-Texte (Linktexte) klassifiziert werden.

Folgende Klassifizierungen sind möglich:

  • Brand-Keywords: Diese Keywords enthalten etwas, das mit Ihnen oder Ihrem Unternehmen in Verbindung gebracht werden kann. Beispiele: „VW Händler“, „der neue Golf VII“, „volkswagen.de“ und „Herbert Diess“ wären Brand-Keywords für www.volkswagen.de
  • Money-Keywords: Dies sind die Keywords, für die Sie ranken möchten! Beispiel: „Espressomaschine“ wäre ein Money-Keyword für nespresso.com
  • Compound Keywords: Das sind Keywords, die teilweise „Brand-“, teilweise „Money“-Keywords sind. Beispiel: „Smartphonezubehör bei apple.com“ wäre ein Compound Keyword für apple.com, weil es sowohl ein Money-Keyword („Smartphonezubehör“), als auch ein Brand-Keyword („apple.com“) enthält.
  • Sonstige Keywords: Alle Keywords, die nicht in die obigen Kategorien passen, sind Sonstige Keywords und haben keine Verbindung zu Ihnen oder Ihrem Unternehmen. Beispiel: „Hier klicken“, „gute Website“, „hier“ und Bilder ohne Alt-Text.

Nach der Klassifizierung der Linktexte wird man auf die Übersichtsseite des Reports geführt.

Wie man erkennt, gibt es mehrere Abstufungen, in die die Links eingeteilt werden – der sogenannte DTOXRISK.

Jetzt geht es an die eigentliche Arbeit, das Bewerten der Links. Damit nicht ausversehen gute Backlinks entwertet werden, muss man jeden Link gründlich überprüfen. Solltet Ihr bei einem Link nicht sicher sein, ob dieser gut ist oder schlecht, solltet Ihr ihn sicherheitshalber nicht disavowen. Denn der Verlust qualitativ guter Backlinks kann das Ranking negativ beeinflussen.

Folgende Anhaltspunkte helfen dabei, schädliche oder minderwertige Links zu erkennen:

  • Es besteht keine Themenrelevanz zu Ihrer Webseite
  • Die Verlinkung befindet sich auf einer reinen Linkliste
  • Der Link ist nicht sichtbar, sondern versteckt
  • Die Linkgebende Webseite existiert mit selben Inhalt / Layout mehrfach unter verschiedenen Domains
  • Der Link befindet sich auf einer Seite mit fragwürdigen Werbeanzeigen

Das Disavow-Tool – Schädliche Links entwerten

Wenn die Überprüfung der Backlinks abgeschlossen wurde und die schädlichen Links identifiziert sind, könnt Ihr diese entwerten. Das heißt, Ihr bittet Google, diese bestimmten Links bei der Bewertung Eurer Webseite nicht zu berücksichtigen.

Erstellen der Disavow Datei

Die Datei sollte im Format .txt mit der Codierung UTF-8 oder 7-Bit-ASCII erstellt werden und darf eine Größe von 2 MB nicht überschreiten. Wenn Ihr die Liste erstellt, sollte nur eine URL oder Domain pro Zeile aufgeführt sein. Ihr könnt spezielle URLs oder gesamte Domains entwerten lassen. Bei der Entwertung einer gesamten Domain schreibt Ihr: domain:beispiel.com

Subdomains sollten separat entwertet werden. (Beispiel für eine Subdomain: de.meinewebsite.org)

Es besteht auch die Möglichkeit Tools für die Erstellung einer solchen Datei zu verwenden oder diese Datei direkt aus dem Link Detox zu exportieren.

Für die Benennung der Datei gibt es keinerlei Vorschriften. Empfehlenswert wäre jedoch einen sinnvollen Namen zu verwenden, um den Überblick zu behalten.

So könnte eine Disavow Datei aussehen:

Zeilen die mit einem „#“ beginnen, zeigen Kommentare in der Datei an. Diese werden von niemanden gelesen und dienen hauptsächlich für die interne Kommunikation, falls mehrere Personen an einer Disavow Datei arbeiten.

Kommentare

Mediaagentur Köln

Guten Tag.

Danke für den ausführlichen Bericht über Linkprofle.
Ich stimme den meisten Punkten zu. Aber LRT ist nur eines von vielen Tools und mit eigenen Metriken zur Beurteilung eines Risikos. Zur Ergänzung würde ich das immer noch mal parallel checken mit moz, ahrefs oder majestic etc.

Ich hätte nicht gedacht woran man alles denken muss beim Linkbau. Vielen Dank für eure Tipps, werde mal meine Seite testen. Bin sehr gespannt auf das Ergebnis.


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