Mehr als die Hälfte der Suchanfragen landet nicht auf externen Websites
Knapp 50% aller Suchanfragen enden mittlerweile nicht mehr auf einer externen Website, sondern bei Google selbst (sogenannte „No-Click“). Fast 49 Prozent stehen nur 41,45 Prozent gegenüber, die letztlich tatsächlich von den Suchergebnissen auf eine externe Website weiterleiten.
In einer Untersuchung von mehr als 150 Milliarden Suchanfragen wertete Rand Fishkin mit Jumpshot die Suchergebnisse des ersten Quartals 2019 aus. Das Ergebnis überrascht höchstens durch die Deutlichkeit. Google entwickelt sich mehr und mehr vom Vermittler zur Bereitsteller von Informationen.
Wie kommt es zu dieser Entwicklung?
Diese Entwicklung spiegelt genau das Ziel von Google wider: Dem Nutzer das beste Suchergebnis zu bieten. Dieses muss dabei nicht immer mit einer Weiterleitung verbunden sein, denn Google ist schließlich kein gemeinnütziger Verein, der fremden Websites Traffic beschert.
Wer zum Beispiel einfache Daten, wie das Wetter, die Hauptstadt von Burkina Faso oder die Höhe der Zugspitze sucht, der muss nicht zwingend den zugehörigen Wikipedia Artikel lesen, sondern ist mit der schnellen Einblendung der gewünschten Zahl zufrieden. Dafür spielen Featured Snippets und ähnliche Dinge eine immer größere Rolle. Mobil ist diese Entwicklung sogar noch deutlicher: Nur 35 Prozent aller Suchanfrage landen tatsächlich auf externen Websites. No-Click kommt mobil auf 61 Prozent der Klicks. Hier spielen natürlich der kleinere Bildschirm, die Ladegeschwindigkeit bei externen Websites und die Situation eine wichtige Rolle, in der die Suchanfrage gerade getätigt wird. Schließlich will man an der Bushaltestelle keinen langen Text über die Zugspitze lesen, sondern die Frage beantwortet haben.
Was bedeuten derartige Zahlen für Website-Betreiber und SEOs?
Verlierer sind dabei natürlich die Website-Betreiber, die mit sinkendem Traffic zu kämpfen haben. Aber: Google und der gesamte Online-Markt wachsen immer weiter. Es gibt jedes Jahr mehr Suchanfragen und immer noch lässt sich genug organischer Traffic generieren. Der Wettbewerb wird jedoch zusehends härter und die Herausforderung wird immer öfter sein, wie man den Nutzer von der Suchergebnisseite doch zu einem weiterführenden Klick „überredet“. Es gilt also nicht nur ein Featured Snippet zu ergattern, sondern auch dieses so zu gestalten, dass es dennoch Traffic bringt. Listenelemente, die Informationen bieten, aber gleichzeitig neugierig machen, eignen sich hier sehr gut.
Die Möglichkeiten für Google als Quasi-Monopolist sind natürlich groß. Bei Suchanfragen, die auf ein Video hindeuten, könnte Google einfach nur auf seinen eigenen Videodienst YouTube leiten. Dass hier bis jetzt noch nicht mehr Traffic auf Google-eigene Dienste landet, ist sicherlich auch kartellrechtlichen Prüfungen, vor allem in den USA, zu verdanken.
Genau deswegen wird SEO auch in Zukunft wichtig sein, nämlich um Traffic gezielt abzugreifen. Auch andere Bereiche, wie E-Mail-Marketing oder ein inhaltlich starker Blog können Traffic schaffen, der über die organische Suche schwieriger generiert werden kann.
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Marc
Da weiß man ja, wohin die Reise gehen wird. Mir war das gar nicht so bewusst, dass so viele Suchanfragen schon durch Google beantwortet werden. Da gilt es, weiterhin guten Content zu schaffen.