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Gmail


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Was ist Gmail?

Gmail hieß früher „Google Mail“ und ist ein kostenloser und werbefinanzierte E-Mail-Dienst des US-amerikanischen Unternehmens Google, dass seit April 2004 existiert. E-Mails können über den Webmail-Zugang, zusätzlich auch über Gmail App und E-Mail-Programme von Drittanbietern durch POP3 (Übertragungsprotokoll zum Abholen von E-Mails) und IMAP4 (Netzwerkprotokoll) abgerufen werden.

Die browserbasierte Oberfläche orientiert sich hierbei an eigenständigen E-Mail-Programmen. Seit Mai 2012 gilt Gmail als weltweit meistgenutzter E-Mail-Anbieter mit über 1,5 Milliarden Benutzern und wird in über 72 Sprachen angeboten.

Entstehungsgeschichte von Gmail

Mit einer anfänglichen Postfachgröße von einem Gigabyte Speicher dominierte Gmail den deutschen Markt im Vergleich zu anderen Anbietern wie zum Beispiel GMX oder web.de, die zwischen 2 und 20 Megabyte hatten und damit den deutschen Markt anführten.

Ab April 2004 war nach der geschlossenen Beta-Phase eine Anmeldung über eine Freischaltcode oder einer Einladung durch einen schon registrierten Nutzer möglich. Seit 2007 wird es ohne vorherige benötigte Einladung angeboten. Die öffentliche Testphase dauerte bis Juli 2009.[i]

Besonderheiten bei E-Mail Adressen von Gmail

Gmail ignoriert Punkte im vorderen Teil der E-Mail-Adresse. So können Mails, die zum Beispiel an das Konto maxmustermann@gmail.com geschickt werden sollen, auch bei Schreibweisen wie max.mustermann@gmail.com oder maxmustermann@gmail.com gesendet werden und kommen bei der richtigen Adresse an. Dies gilt auch für Pluszeichen, die nach dem Benutzernamen wie zum Beispiel maxmustermann+erweiterung@gmail.com oder maxmustermann+test@gmail.com platziert werden.

Über einen Filter besteht die Möglichkeit, Mails mit einer solchen Adresse direkt in den Papierkorb verschieben zu lassen oder weiterzuleiten.

Der Benutzername muss mindesten sechs Zeichen haben. Gmail ermöglicht unter verschiedenen Absenderadressen und Identitätsadressen E-Mails zu versenden. Über POP3 können E-Mail-Konten anderer Anbieter abgerufen werden.

Warum hieß Gmail zeitweise Google-Mail?

In Deutschland hieß der E-Mail-Dienst ursprünglich Gmail, musste 2005 aber umbenannt werden, da es zu einem Streit um das deutsche Markenrecht mit einem Hamburger Briefpostunternehmen kam. Dieses Unternehmen hatte den Markennamen Gmail vor Google angemeldet und gewerblich genutzt.

Im Juli 2005 führte Google ein, dass E-Mail-Adressen von neuen de. Benutzern statt der Domain @gmail.com die Endung @googlemail.com erhalten. Im April 2012 erreichte Google außergerichtlich die Übernahme des Markennamens Gmail und der Domain gmail.de auch in Deutschland. Seit Juni 2012 erhalten alle neuen Benutzer eine E-Mail-Adresse mit @gmail.com. Alle anderen Benutzer können ihren @googlemail.com-Adresse in eine @gmail.com-Adresse ändern lassen.

Auch im Vereinigten Königreich wurde Gmail von einem anderen Unternehmen als Markenname bereits angemeldet. Deshalb wurden auch hier die E-Mail-Adressen mit @googlemail.com vergeben. Seit 2010 ist aber auch im Vereinigten Königreich die Domain Gmail verfügbar. Das gleiche passierte auch in Polen und China. In Polen ging es um die Domain gmail.pl und in China gmail.cn.[ii]

Wie funktioniert Gmail?

Zugriff auf die E-Mails erfolgte mit einem E-Mail-Programm über Ajax, einem Datenübertragungsprotokoll, welches zu der Zeit vor allem mit JavaScript und XML verwendet wurde. Dies ermöglicht es eine HTML Seite dauerhaft anzuzeigen, ohne, dass der gesamte Inhalt neu laden musste, wenn sich einzelne Parameter verändern.

Seit Oktober 2007 ist der Abruf auch via IMAP4 und POP3 möglich, um zum Beispiel das Gmail Postfach mit dem Mailprogramm Outlook zu nutzen. Um Gmail verwenden zu können, wird ein Account bei Google benötigt. Wer einen Account besitzt, bekommt automatisch eine Gmail-Adresse.

Mit welchen Etiketten arbeitet Gmail?

Die Ablage erfolgt nicht in verschiedenen Ordnern, sondern in einem zentralem Mailarchiv. Nachrichten werden hierbei in Themen zusammengefasst und von Google als Konversationen bezeichnet. Anstatt Ordner gibt es Labels, die frei definiert werden und per Mailfilter oder manuell den Nachrichten zugeteilt werden können. So lassen sich Mails mehreren Kategorien zuordnen und nicht wie sonst üblich in einer Ordnerstruktur.

Wie ist die Weboberfläche von Gmail gestaltet?

Eine gerade bearbeitete Mail wird von Gmail automatisch zwischengespeichert. Das bedeutet, dass bei Verbindungsabbrüchen oder Zeitüberschreitungen nur Teile des Textes verloren gehen können, aber eben nicht alles. Sobald durch einen Seitenwechsel ein ungespeicherter Text verloren gehen würde, wird der Benutzer durch eine Sicherheitsabfrage gefragt, ob dies beabsichtigt ist.

Nach Absenden einer Mail, wird diese nicht sofort abgeschickt, um den Nutzern die Möglichkeit zu bieten, den Versand abzubrechen. Unterbricht der Nutzer das Versenden nicht, wird die Mail nach einem kurzen Zeitfenster endgültig versandt.

Auf Mobilgeräten wird eine spezielle Benutzeroberfläche angezeigt. Diese umfasst viele Funktionen der Gmail-Desktop-Oberfläche, ist aber für kleine Bildschirme angepasst.[iii]

Speicherkapazität des E-Mail Postfachs

Gmail startete seinen Dienst mit einem Speicherplatz von 1 GB. Nach dem Anlaufen der öffentlichen Beta-Phase (Entwicklungsstadium, das unter möglichst realen Anwendungssituationen von späteren Benutzern durchgeführt wird)
von Gmail haben die meisten Mitbewerber ihre Speicherkapazität zum Teil stark erhöht. Gmail reagierte darauf zum ersten Jahrestag des kostenlosen Dienstes mit einer Verdopplung auf 2 GB Speicherplatz.

Die Postfachgröße steigt seitdem in kleinen Schritten immer weiter an. Zum Start der cloudbasierten Google Drive wurde im April 2012 auf 10 GB Speicherkapazität erhöht. Durch die Vereinigung von Gmail, Google Drive und dem damaligen Google + Photos im Juni 2013 sind es zum aktuellen Stand (11/2021) 15 GB Speicherplatz. Seit 2013 wurde der Speicherplatz nicht mehr vergrößert. Benutzer können aber durch ein monatliches Abo zusätzlich Speicherplatz kaufen, der auch von Gmail, Google Drive und Google Photos geteilt wird. Für den persönlichen Gebrauch sind Bezahlpläne für bis zu 30 TB buchbar.

Funktionsweise der Gmail Suchleiste

Gmail hat eine Suchleiste für E-Mails. Diese umfasste auch die Suche nach Kontakten, in Google Drive gespeicherter Dateien und Ergebnisse aus dem Google Kalender. Auf Basis der E-Mails der Benutzer verbesserte Gmail die Suchfunktion im Jahr 2012. Die Suchfunktion unterstützt nicht die Suche nach Wortfragmenten. Es werden aber sehr wohl Wortbestandteile im Rahmen des sogenannten Stemmings gefunden. Die Suche findet dann zum Beispiel bei der Suche nach „Jahr“ auch E-Mails mit den Worten „Jahr“.

Gmail App für Android und iOS

Die Gmail App ist für Android und iOS verfügbar. In der Android-Version ist es die erste App, welche im Sevice Google Play eine Milliarde Mal heruntergeladen wurde.
2009 erweiterte Google Gmail eine Push-Funktion mittels Google-Sync für iOS und Windows Mobile.

Google hat zusätzlich die Möglichkeit angeboten, Gmail über das Archiv Sync-Protokoll mit verschiedenen Mobilgeräten zu synchronisieren. 2012 wurde der Zugriff allerdings über das Active Sync-Protokoll beschränkt. Dadurch wurden keine neuen Geräte mehr zugelassen. Entgegengesetzt bietet Google die Möglichkeit, mobile Endgeräte durch Nutzung der offenen Protokolle wie z.B. IMAP oder CaldAV zu synchronisieren.

2014 stellte Google die App „Inbox by Gmail“ vor. Im Jahr 2016 wurde von Google bekannt gegeben, dass Gmail CSS Selektoren für die Bildschirmgröße unterstützt. So sollen E-Mails auf verschiedenen Endgeräten besser dargestellt werden. 2019 wurde der Betrieb von „Google Inbox“ wieder eingestellt.

In Gmail integrierte Google-Dienste

Google-Dienst Erscheinungsdatum Funktion
Google Talk 2005

Macht es möglich Kontaktpersonen aus dem eigenen Adressbuch, die zum gleichen Zeitpunkt ihre E-Mails abrufen, direkt anzuschreiben, zu chatten oder Sprach- und Videoverbindung auszubauen.

Im Verzeichnis werden Chatprotokolle archiviert. Durch „XMPP-Transports“ sind Verbindungsaufnahmen mit externer Messaging-Dienste wie zum Beispiel MSN, AIM, Yahoo möglich.

Google Voice 2010

Durch Google Voice wurde ein Telefondienst integriert. Dafür gibt es keinen offiziellen Namen, sondern wird nur als „Google Voice im Gmail Chat“ bezeichnet.

Benutzer konnten dadurch kostenlose Gespräche in die USA und Kanada führen, durch eine Gebühr auch in andere Länder. 2012 wurde die Funktion durch Google Hangouts ersetzt. Seit 2012 ist es Bestandteil der mobilen Apps von Hangouts.

Google Buzz 2010 Es ermöglicht Benutzern Links, Medien und Staus-Updates zu teilen. 2011 wurde Google Buzz geschlossen, um sich mehr auf das soziale Netzwerk Google + zu konzentrieren. Dieser Dienst wurde 2019 allerdings beendet.
Google Workspace 2006 Eigene Gmail-Domain für Studenten am San Jose City College. Dies wurde auch für andere Unternehmen und Bildungseinrichtungen nach und nach publiziert. Im Jahr 2006 wurden Versionen von Google Kalender und Google Sites erweitert. Dieser Dienst hieß „Google apps for Your Domain“ und wurde im Jahr 2016 in „G Suite“ umbenannt.

E-Mail Sicherheit bei Gmail

E-Mails mit ausführbarem Anhang werden nicht zugestellt, um gegen potenzielle Viren zu schützen. Des Weiteren wird alles was vom Algorithmus als unregelmäßig und auf möglichen Missbrauch des Kontos hinweist, automatisch gesperrt. Diese Sperre dauert zwischen einer Minute und 24 Stunden. Mögliche Gründe, die der Algorithmus als missbräuchliche Benutzung sieht, sind:

  • Empfangen, löschen oder versenden von vielen E-Mails zur gleichen Zeit
  • Senden einer großen Anzahl nicht zustellbarerer Nachrichten
  • Drittanbieter Software mit automatischer Anmeldung im Konto
  • Probleme mit dem Browser

Darüber hinaus protokolliert Google die letzten zehn Zugriffe auf das Postfach mit IP-Adresse und Zeitstempel und zeigt dabei, mit IP-Adresse und Browsertyp an, wo das Postfach noch geöffnet ist.

Integrierter SPAM-Filter

Der Spamfilter ist ein durch die Community gesteuerte System. Wenn ein Benutzer eine E-Mail als Spam markiert, wird dies vom System registriert und dient als Hilfe zur Identifizierung zukünftiger ähnlicher Nachrichten. Benutzer können das System so einstellen, dass markierte Spam-Mails individuell verarbeitet werden. Seit 2015 werden neuronale Netze zum Erkennen von Spam genutzt.

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