Ein vollständiges und fehlerfreies Conversion-Tracking ist für Online-Shops unerlässlich. Nur so lassen sich Werbeanzeigen in Netzwerken und sozialen Medien zielgenau ausspielen und die Nutzererfahrung im Shop gezielt verbessern. Das gilt insbesondere für das beliebte Shopsystem Shopify. Aktuelle Änderungen seitens Shopify machen es jedoch notwendig, aktiv zu werden. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Maßnahmen nun notwendig sind, damit Sie das Verhalten Ihrer Nutzer auch weiterhin lückenlos und zuverlässig in Ihrem Shopify-Shop erfassen können.
Handlungsdruck durch Änderungen in Shopify
Shopify bietet zahlreiche Möglichkeiten, das Erscheinungsbild von Online-Shops individuell zu gestalten. Neben optischen und funktionalen Anpassungen lassen sich auch Tracking-Codes für Dienste wie Google Analytics, Matomo oder das Meta Pixel integrieren – etwa über Shopify > Vertriebskanäle > Onlineshop > Themes direkt in den Theme-Dateien.
Bislang war zu beachten, dass Shopify den Checkout-Bereich technisch von der restlichen Website trennt. Deshalb mussten Tracking-Codes üblicherweise getrennt in zwei Bereichen eingefügt werden:
- in die Datei checkout.liquid für den Checkout-Bereich
- sowie u. a. in die Datei theme.liquid für alle weiteren Seiten.
Für Shop-Betreiber entsteht dadurch akuter Handlungsbedarf: Wer weiterhin ein vollständiges Conversion-Tracking gewährleisten möchte, muss auf alternative Lösungen umsteigen. Welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, zeigen wir im weiteren Verlauf dieses Beitrags.
Implementierung von Tracking-Diensten als Vertriebskanäle / Apps
Für Dienste wie Google Analytics, Google Ads, Meta Pixel oder das TikTok Pixel stehen im Shopify App Store spezialisierte Apps zur Verfügung. Diese übernehmen die Implementierung des jeweiligen Trackings automatisch. In der Regel genügt es, den entsprechenden Dienst mit der App zu verknüpfen – die Datenübertragung erfolgt dann ohne weiteren manuellen Aufwand. Das ist komfortabel, schnell eingerichtet und eignet sich besonders für ein einfaches Grund-Setup.
Der Haken: Diese Lösungen bieten kaum Spielraum für individuelle Anpassungen.
Beispiel: Die offizielle App Google & YouTube unterstützt zwar die Anbindung von Google Analytics 4 und Google Ads, jedoch ausschließlich mit vorkonfigurierten E-Commerce-Events wie purchase, begin_checkout oder add_to_cart. Andere Interaktionen – etwa Klick-Events oder benutzerdefinierte Conversions – bleiben außen vor.
Darüber hinaus lassen sich weder Event-Namen, noch Parameter oder Auslösebedingungen individuell anpassen. Dadurch bleiben tiefere Einblicke oder eine auf spezifische Geschäftsziele zugeschnittene Tracking-Strategie oft unerreichbar. In der Praxis zeigt sich zudem, dass über diese App-basierten Implementierungen deutlich weniger Nutzerinteraktionen erfasst werden als über eine Einbindung via Tag Manager wie Google Tag Manager oder Matomo Tag Manager.
Tag Manager als benutzerdefinierte Pixel im Bereich Kundenereignisse integrieren
Mit den sogenannten Kundenereignissen („Customer Events“) bietet Shopify eine moderne und datenschutzorientierte Möglichkeit, Drittanbieter-Tools und Tracking-Codes in den eigenen Shop zu integrieren. Diese Events werden in separaten iframes innerhalb einer sicheren Sandbox ausgeführt und haben nur eingeschränkten Zugriff auf die restlichen Shop-Funktionalitäten.
Das bringt zunächst einen klaren Vorteil: Das Risiko unerwünschter Wechselwirkungen mit dem restlichen Shop – etwa durch fehlerhafte oder unsauber eingebundene Skripte – wird deutlich reduziert.
Allerdings hat dieses Sicherheitskonzept auch Nachteile:
Die Implementierung von Trackings wird technisch komplexer, da viele Standardfunktionen von Tag-Management-Systemen wie dem Google Tag Manager oder dem Matomo Tag Manager nicht mehr ohne Weiteres verfügbar sind. Dazu gehören etwa:
- das Tracking von Klicks auf bestimmte Elemente,
- die zuverlässige Erfassung der tatsächlichen Seiten-URLs,
- oder die Nutzung des GTM-Vorschaumodus zur Fehlersuche und -analyse.
Wer Customer Events nutzt, muss also mit einem höheren technischen Aufwand rechnen – erhält dafür aber ein System, das besser gegen Störungen und potenzielle Sicherheitsprobleme geschützt ist.
Für eine korrekte Tracking-Implementierung via Google Tag Manager, Matomo Tag Manager & Co. sind deshalb grundlegend mehrere Schritte nötig:
1) Integration des Tag-Manager-Basiscodes und Übertragung der E-Commerce-Daten in die Datenschicht
Dies kann unter Shopify > Einstellungen > Kundenereignisse > Benutzerdefiniertes Pixel hinzufügen umgesetzt werden.
Hier erfolgt die Integration des Tag Manager Basis-Codes in alle Seiten des Online-Shops inkl. der Checkout-Seiten.
Zudem muss hier festgelegt werden, auf welche nativen Shopify-Ereignisse (z. B. checkout_completed, product_added_to_cart usw.) die Tracking-Implementierung hören soll und wie diese Daten mit den dazugehörigen E-Commerce-Informationen (Umsatzdaten, Produktnamen und -details, korrekte Seitentitel und URLs usw.) in die vom genutzten Tag Manager auslesbare Datenschicht geschrieben werden sollen.
2) Aktivierung des Klick-Trackings
Das standardmäßig Klick-Tracking funktioniert bei der beschriebenen Implementierung des Trackings als benutzerdefiniertes Pixel nicht. Damit Klicks auf Links und andere Elemente dennoch erfasst werden können, müssen zusätzliche Code-Abschnitte in das Theme implementiert werden. Dies geschieht unter Shopify > Vertriebskanäle > Onlineshop > Themes. Dort können die Code-Abschnitte entweder direkt in die theme.liquid-Datei geschrieben werden oder (bevorzugt) in dieser auf eine sepatare liquid-Datei referenziert werden, die die notwendigen Code-Abschnitte enthält.
Die bevorzugte Variante mit externer Referenzierung erhöht die Wartbarkeit und sorgt für eine sauberere Code-Struktur – insbesondere, wenn mehrere Tracking-Funktionen eingebunden werden sollen.
Diese zusätzlichen Skripte ermöglichen es dann, benutzerdefinierte Klick-Events in die Datenschicht zu schreiben, sodass sie über den Tag Manager weiterverarbeitet und an Analyse-Tools übergeben werden können.
3) Umsetzung der Tracking-Konfigurationen im Tag Manager
Nachdem die Shop-seitigen Implementierungen und Anpassungen vorgenommen wurden, können die Tracking-Konfigurationen im Tag Manager eingerichtet werden. Abhängig von der Umsetzung der o. g. Datenstrukturen müssen entsprechende Variablen und Trigger angelegt werden, die die Tracking Tags für Google Analytics, Google Ads, Meta Pixel und Co. mit den benötigten Informationen versorgen und das Auslösen an den richtigen Stellen der Nutzerinteraktionen sicherstellen.
Fazit
Die von Shopify angekündigten Änderungen rund um den Checkout und die Tracking-Architektur sollten von Shop-Betreibern keinesfalls ignoriert werden. Wer nicht riskieren möchte, nach der Umstellung auf aussagekräftige Conversion-Daten zu verzichten, muss frühzeitig handeln.
Für ein einfaches Grund-Tracking lassen sich gängige Dienste wie Google Analytics, Meta Pixel oder TikTok Ads zwar bequem über Shopify-Apps integrieren. Doch wer datengetrieben arbeiten und seine Kampagnen gezielt optimieren möchte, kommt um eine individuelle Tracking-Implementierung über benutzerdefinierte Pixel im Bereich „Kundenereignisse“ nicht herum.
Die Kombination aus Tag-Management-Systemen wie dem Google Tag Manager oder Matomo Tag Manager und einer detaillierten Datenschicht bietet die größtmögliche Flexibilität. Sie bildet die Grundlage für ein vollständiges, präzises und anpassbares Tracking. Die dafür notwendigen Codes, Variablen, Trigger und Tags sind jedoch komplex und sollten stets individuell auf die Anforderungen der jeweiligen Tools zugeschnitten sein. In diesem Beitrag wurden zentrale Aspekte exemplarisch skizziert – vollständige Code-Beispiele finden sich in weiterführenden Ressourcen.
Darüber hinaus ergeben sich mit der neuen Shopify-Struktur zusätzliche Herausforderungen: etwa im Zusammenspiel mit Consent-Management-Plattformen, bei der Korrektur verzerrter Absprungraten und Verweildauern oder bei der Implementierung eines Server Side Trackings.
Unser Tipp: Aufgrund der Komplexität und der potenziellen Fehleranfälligkeit empfehlen wir, die Umsetzung gemeinsam mit einem erfahrenen Dienstleister wie der SEO-Küche anzugehen.
Gern unterstützen wir Sie bei der Einrichtung eines professionellen, sauberen und datenschutzkonformen Trackings in Ihrem Shopify-Shop – damit Ihnen auch künftig hochwertige Daten für fundierte Entscheidungen zur Verfügung stehen.
Sprechen Sie uns einfach an – wir freuen uns auf Ihre Anfrage!