Sie interessieren sich für einen Mantel, den Sie auf der Webseite eines Online-Shops entdeckt haben. Sie klicken sich durch die Bilder und sehen sich dann den Rest der Produktseite an. Allerdings können Sie keine zufriedenstellenden Angaben zum Material oder zum Herstellungsland des Mantels finden und auch Kundenrezensionen zum Produkt sind nicht vorhanden.
Aufgrund der fehlenden Informationen kaufen Sie den Artikel lieber doch nicht und schließen das Browserfenster wieder.
Springen auf Ihrer Webseite auch viele Nutzer*innen wieder ab, ohne einen Kauf zu tätigen? Dann kann es daran liegen, dass Ihre Produktseiten und -darstellungen nicht überzeugen. Wir zeigen Ihnen praktische Muster und Beispiel-Vorlagen, mit denen Sie mehr Umsatz im Shop erreichen können.
Das Wesentliche im Überblick
- Fehlende Produktdaten wie Material, Herkunft oder Bewertungen verursachen Abbrüche und verpasste Käufe bei Nutzer*innen.
- Gute Produktdarstellungen bilden die Basis für Kaufentscheidungen, indem sie Eigenschaften, Maße, Preis und Lieferzeit klar vermitteln.
- Starke Präsentationen steigern die Conversion-Rate und reduzieren Retouren durch realistische Bilder und präzise Infos.
- Professionelle Fotos und einheitliche Standards bauen Vertrauen auf und erhöhen die wahrgenommene Produktqualität.
- Strukturierte Daten verbessern SEO, interne Shop-Suche und Traffic durch bessere Auslesbarkeit.
- Standardisieren Sie Attribute mit festen Listen und trennen Sie ID-, Tech-, Marketing- und Pflichtangaben.
- Nutzen Sie branchenspezifische Vorlagen: Elektronik (z. B. Prozessor, Garantie), Mode (Passform, Größentabelle), Lebensmittel (Nährwerte, Gütesiegel).
Priorisieren Sie Produktname, hochwertige Bilder und sichtbaren Preis; ergänzen Sie Rechtliches, Nachhaltigkeit und Mobile-Optimierung für höhere Conversion.
Darum sind gute Produktdaten für Kunden und Shops wichtig
Wie detailliert und übersichtlich Produkte im Onlinehandel beschrieben und dargestellt werden, entscheidet maßgeblich die Kaufentscheidung von Nutzer*innen. Bilder allein reichen nicht aus, um die wichtigsten Fakten, Farben oder Materialien eines Artikels vollständig zu erfassen.
Zentrale Vorteile von guten Produktdarstellungen im Onlinehandel sind:
- Basis für Kaufentscheidung
- Kund*innen können Produkte nicht anfassen, daher ersetzen detaillierte, korrekte Produktinfos und Bilder die persönliche Beratung.
- Nur wenn Eigenschaften, Maße, Varianten, Preis und Lieferzeit klar sind, können Nutzer sicher entscheiden – mangelnde Infos führen zu Abbrüchen.
- Höhere Conversion und weniger Retouren
- Starke Produktpräsentationen erhöhen Verweildauer, Kaufwahrscheinlichkeit und damit die Conversion-Rate.
- Präzise Daten und realistische, hochwertige Bilder senken Fehlkäufe und damit Retouren, weil Erwartungen und Realität besser übereinstimmen.
- Vertrauen und wahrgenommene Qualität
- Professionelle Produktfotos und einheitliche Datenstandards vermitteln Seriosität und steigern die wahrgenommene Wertigkeit eines Produkts.
- Korrekte, konsistente Produktinformationen geben Sicherheit und stärken das Vertrauen in Shop und Marke.
- Bessere Auffindbarkeit (SEO & Suche)
- Strukturierte, vollständige Produktdaten verbessern die interne Filtersuche und Relevanz der Suchergebnisse im Shop.
- Suchmaschinen können sauber gepflegte Titel, Beschreibungen und Attribute besser auslesen, was Sichtbarkeit und Traffic steigert.
- Effizienz in Prozessen und Skalierung
- Einheitliche Produktdatenmodelle ermöglichen automatisierte Prozesse, z. B. für verschiedene Vertriebskanäle, Kataloge oder Marktplätze.
- Gute Datenqualität verkürzt die Time-to-Market, reduziert manuellen Pflegeaufwand und schafft Vorteile bei großen Sortimentsumfängen.
Hochwertige Produktdaten für Ihren Shop
Sie erstellen hochwertige Produktdaten, indem Sie systematisch vorgehen: erst Inhalte sammeln und strukturieren, dann Standards definieren, Daten anreichern und die Qualität laufend prüfen.
- Grundlagen und Struktur klären
- Legen Sie eine klare Kategorisierung und Taxonomie fest (Kategorien, Unterkategorien, Filter), idealerweise aus Kundensicht.
- Definieren Sie für jede Hauptkategorie einen festen Attribut‑Satz (zum Beispiel bei Schuhen: Größe, Material, Farbe, Sohle, Einsatzbereich), statt alles in Freitext zu packen.
- Relevante Produktinformationen sammeln
- Sammeln Sie Daten aus ERP, Herstellerdatenblättern, Lieferantenlisten und bestehenden Texten und führen Sie diese in einer zentralen Tabelle oder einem PIM‑System zusammen.
- Achten Sie auf alle für Ihre Kund*innen wichtigen Felder: technische Spezifikationen, Funktionen, Einsatzbereiche, Maße, Lieferzeit, Preis, Zertifizierungen, Garantie und Serviceinformationen.
- Attribute standardisieren
- Nutzen Sie feste Wertelisten (zum Beispiel definierte Farben, Marken, Materialien) und vermeiden Sie beliebige Schreibweisen, damit Suche und Filter sauber funktionieren.
- Trennen Sie Identifikationsdaten (SKU, EAN), technische Daten, Marketingattribute (Vorteile, USPs) und rechtliche Pflichtangaben klar voneinander.
- Texte und Bilder aus Daten ableiten
- Erstellen Sie kompakte, verkaufsstarke Produktbeschreibungen, die die wichtigsten Attribute, Vorteile und Einsatzszenarien verständlich zusammenführen.
- Ergänzen Sie hochwertige, realistische Produktbilder (und gegebenenfalls Videos) mit klarer Perspektive, Zoom und Varianten, die die im Text genannten Merkmale sichtbar machen.
- Qualitätsregeln und Prozesse einführen
- Nutzen Sie einfache Regeln oder Funktionen Ihrer Systeme: Pflichtfelder, Vollständigkeits‑Scores, Validierungen (zum Beispiel Zahlenformate, Einheiten, Mindestlängen für Titel).
- Legen Sie Verantwortliche für Produktdaten fest, dokumentieren Sie Namenskonventionen und prüfen Sie regelmäßig Stichproben auf Vollständigkeit, Korrektheit und Konsistenz.
Beispiele und Vorlagen für erfolgreiche Produktdarstellungen
Im folgenden Abschnitt stellen wir Ihnen Vorlagen und Muster für Produktdaten verschiedener Branchen zur Verfügung, an denen Sie sich orientieren können. Generell gilt: Je mehr Infos und je übersichtlicher gestaltet, desto besser.
Vorlage für Technik / Elektronik (z. B. Laptop)
| Feld | Beschreibung / Inhalt |
| Produktname | Modellbezeichnung, klare Identifikation |
| Kurzbeschreibung | 1–2 Sätze mit zentralem Nutzenversprechen |
| Kategorie | Haupt- und Unterkategorie (z. B. Notebooks → Business) |
| Artikelnummer / SKU | Interne Kennung |
| EAN / GTIN | Strichcode-Nummer |
| Marke / Hersteller | Brand / Produzent |
| Prozessor | Typ, Modell, Kerne, Taktung |
| Arbeitsspeicher (RAM) | Größe, Typ, erweiterbar ja/nein |
| Speicher | Typ (SSD/HDD), Größe, Steckplätze |
| Display | Größe, Auflösung, Paneltyp, Helligkeit |
| Grafikkarte | Integriert/dediziert, Modell |
| Anschlüsse | Aufzählung aller Ports und Slots |
| Netzwerk | WLAN-Standard, Bluetooth, LAN |
| Akku / Laufzeit | Kapazität, typische Laufzeit |
| Gewicht | in kg |
| Abmessungen | L x B x H in mm |
| Betriebssystem | Version, Edition |
| Produktbeschreibung | Fließtext mit Einsatzbereichen, Stärken, Besonderheiten |
| Produktbilder | Front, Rückseite, Anschlüsse, Detailansichten |
| Video (optional) | Produktdemo / Erklärung |
| Lieferumfang | Gerät, Netzteil, Zubehör |
| Garantie / Gewährleistung | Dauer, Art der Abwicklung |
| Preis | Einzelpreis inkl. MwSt. |
| Verfügbarkeit / Lieferzeit | Lagerstatus, Versandzeit |
| Versandoptionen / -kosten | Paketdienst, Kosten, Optionen |
| Rückgabebedingungen | Frist, Konditionen |
Beispiel Media Markt:
Abb. 1: Produktdarstellung eines Lenovo Laptops mit Preis, Bewertungen und Optionen zur Bestellung | Quelle: mediamarkt.de
Abb. 2: Technische Daten eines Lenovo Laptops, einschließlich Displaygröße, Auflösung und Arbeitsspeicher | Quelle: mediamarkt.de
Vorlage für Mode / Bekleidung (z. B. Damenjacke)
| Feld | Beschreibung / Inhalt |
| Produktname | Modellname |
| Kategorie | z. B. Damen → Jacken → Winterjacken |
| Marke | Label / Hersteller |
| Artikelnummer / SKU | Interne Kennung |
| Zielgruppe | Damen / Herren / Unisex / Kinder |
| Hauptbild | Frontansicht, freigestellt |
| Zusatzbilder | Rückansicht, Seitenansicht, Details, Innenfutter |
| Bilder am Model | Tragebilder mit Größenangabe |
| Passform | z. B. Regular Fit, Slim Fit, Oversized |
| Materialzusammensetzung | Prozentuale Aufschlüsselung, Oberstoff, Futter etc. |
| Wärmestufe | Leicht / mittel / stark gefüttert |
| Besonderheiten | z. B. wasserdicht, winddicht, atmungsaktiv |
| Kurzbeschreibung | 1–2 Sätze zu Einsatz und Stil |
| Einsatzbereich | Alltag, Business, Outdoor, Sport |
| Stil & Design | Schnitt, Kragen, Taschen, Details |
| Komfort & Funktion | Atmungsaktivität, Verschluss, Kapuze, Einstellmöglichkeiten |
| Pflegehinweise | Waschen, Trocknen, Bügeln |
| Verfügbare Größen | Auflistung der Größen |
| Verfügbare Farben | Auflistung der Farben |
| Größentabelle | Körpermaße in cm pro Größe |
| Passformhinweis | Fällt kleiner/größer/normal aus, Größenempfehlung |
| Zertifizierungen | z. B. GOTS, Fair Wear, OEKO‑TEX |
| Nachhaltigkeitsinfos | Produktionsort, Materialien, Standards |
| Preis | Einzelpreis |
| Verfügbarkeit / Lieferzeit | Lagerstatus, Versandzeit |
| Versand / Rücksendung | Kosten, Rückgabefrist, Rücksendekonditionen |
| Kundenbewertungen | Durchschnittsbewertung, Anzahl, Auszüge |
Beispiele von Tchibo:
Abb. 3: Produktdarstellung einer grünen Steppjacke mit Optionen zur Auswahl von Größen und Mengen | Quelle: tchibo.de
Abb. 4: Pflegehinweise für Textilien mit Icons und Anweisungen wie Waschen, Trocknen und Bügeln | Quelle: tchibo.de
Vorlage für Lebensmittel / Feinkost (z. B. Olivenöl)
| Feld | Beschreibung / Inhalt |
| Produktname | Handelsname |
| Kategorie | z. B. Lebensmittel → Öle & Fette → Olivenöl |
| Marke / Hersteller | Produzent / Abfüller |
| Füllmenge | z. B. 500 ml |
| Hauptbild | Flasche/Verpackung |
| Etikettbilder | Vorder- und Rücketikett, gut lesbar |
| Servierbild | Verwendung im Gericht, auf Tisch |
| Kurzbeschreibung | 1–2 Sätze zu Herkunft und Charakter |
| Herkunft | Land, Region, ggf. einzelne Farm |
| Sorte | Extra vergine, konkrete Olivensorten |
| Geschmacksprofil | Mild/fruchtig/herb/scharf, Aromabeschreibung |
| Verwendung | Salate, Braten, Marinaden, Verfeinerung |
| Zutatenliste | Vollständige Inhaltsstoff-Deklaration |
| Nährwerte | Tabelle pro 100 g/ml |
| Allergene | Pflichtangaben, Hinweise |
| Herstellungsart | Kaltgepresst, erste Pressung, Verfahren |
| Zertifikate / Siegel | Bio, g.g.A., g.U., andere |
| Erntejahr / Abfüllung | Jahrgänge bei Premiumprodukten |
| MHD | Mindesthaltbarkeitsdatum |
| Lagerhinweise | Kühl, dunkel lagern, nach Öffnung innerhalb von (…) aufbrauchen |
| Hersteller-/Importeurangabe | Adresse laut LMIV |
| Preis | Einzelpreis, ggf. Grundpreis / Liter |
| Staffelpreise | Mengenrabatte, Bundles |
| Versandbedingungen | Standardversand, Kühlversand (falls relevant) |
Beispiele von Oil&Vinegar:
Abb. 5: Produktdarstellung von Bonsecco Nativem Olivenöl Extra mit Bild und Produktoptionen | Quelle: oilvinegar.de
Abb. 6: Produktbeschreibung für Bonsecco Olivenöl Extra mit Details zur Herkunft und Verwendung | Quelle: oilvinegar.de
Generieren Sie mehr Umsatz in Ihrem Shop dank optimierter Produktdaten
Sie haben nun eine bessere Vorstellung davon, wie Produktdaten und Produktdarstellungen für Artikel verschiedener Branchen aussehen sollten, um alle Fragen von potenziellen Käufer*innen zu beantworten. Bedenken Sie dabei: Das Wichtigste sind in erster Linie der Name des Produkts, aussagekräftige und hochauflösende Bilder und ein gut sichtbarer Preis. Weitere Infos wie Farbauswahl, Größe und Materialzusammensetzungen folgen danach.
Achten Sie auf rechtliche Pflichtangaben, die eventuell angegeben werden müssen und überlegen Sie, ob Sie auf aktuelle Themen wie Nachhaltigkeit und CO2-Fußabdruck eingehen möchten – natürlich nur, wenn dies auch auf Ihre Produkte zutrifft.
Sind nun alle Angaben vollständig und übersichtlich auf der Produktseite zu sehen und auch für die mobile Variante optimiert? Dann steht der Steigerung Ihrer Conversion Rate eigentlich nichts mehr im Wege.
FAQ – Die häufigsten Fragen zu Produktdaten kurz beantwortet
Warum sind detaillierte Produktdaten entscheidend für den Umsatz?
Bestellt man Produkte online, kann man sich häufig kein klares Bild davon machen, wie groß die Produkte sind oder wie sie sich anfühlen. Fehlende Infos wie Material oder Größe führen zu Abbrüchen, höheren Retouren und geringerer Conversion – präzise Daten ersetzen die Beratung im Laden.
Welche Tools eignen sich für die Produktdatenverwaltung?
Nutzen Sie PIM-Systeme (z. B. für zentrale Datenpflege), Excel-Tabellen für den Einstieg oder ERP-Integrationen, um Attribute zu standardisieren und zu synchronisieren.
Müssen alle Produkte dieselben Attribute haben?
Nein, definieren Sie kategoriespezifische Sätze (z. B. RAM bei Laptops, Passform bei Jacken), aber standardisieren Sie Werte wie Farben für Suche und Filter.
Wie optimiere ich Produktseiten für Mobile?
Priorisieren Sie Name, Preis und Bilder above-the-fold, nutzen Sie responsive Tabellen, Zoom-Funktionen und schnelle Ladezeiten für mobile Nutzer*innen.
Welche rechtlichen Pflichtangaben sind im Shop erforderlich?
Je nach Branche: Impressum, Preise inkl. MwSt., Herkunftsangaben (LMIV bei Lebensmitteln), WEEE für Elektronik – prüfen Sie dafür die geltenden EU-Richtlinien.
Wie integriere ich Kundenrezensionen effektiv?
Zeigen Sie Sterne-Bewertungen, Anzahl und Auszüge prominent; sammeln Sie sie via Trustpilot oder Shop-Plugins für mehr Social Proof.
Steigern Nachhaltigkeitsangaben den Umsatz?
Ja, Angaben wie CO2-Fußabdruck, GOTS-Siegel oder Produktionsort bauen Vertrauen auf, besonders bei Mode und Lebensmitteln.