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Wie analysiert man das Nutzerverhalten effektiv?

  • Luisa Losereit, Online-Marketing-Beraterin (Onpage)


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Unternehmen, die ein neues Produkt auf dem Markt einführen, erhoffen sich eine große Resonanz des Publikums. Jedoch ist dies nicht immer der Fall, sodass eine Analyse des Nutzerverhaltens unerlässlich ist. Nur mit verwertbaren Erkenntnissen über das Verhalten der Kunden, z.B. Einkaufsgewohnheiten, Interaktionen mit sozialen Medien, die Nutzung von Anwendungen und viele weitere Faktoren kann eine höhere Conversion erzielt werden. Hierfür gibt es effektive Analysen des Kundenverhaltens, die für eine erfolgreiche Marketing-Strategie essenziell sind.

Definition: Was ist eine Webanalyse?

Einfach erklärt, bezeichnet man mit dem Begriff Webanalyse (auch Digital Analyse oder Web Controlling), die Messung und Analyse von Daten zum besseren Verständnis des Nutzerverhaltens auf Webseiten. Im Zuge dessen erhält man Online-Kennzahlen mittels Tracking-Systeme zur Identifikation des Kundenverhaltens. Auf Basis dieser Erkenntnisse kann die Performance der Webseite verbessert werden, Leads generiert und höhere Conversion Rates erzielt werden. Ermöglicht wird dies, indem die Webanalyse mithilfe von definierten Kennzahlen (KPIs, Key Performance Indicator) das Klickverhalten der Nutzer bzw. Nutzersegmente analysiert und somit Potenziale, Ist-Zustände und Trends erkennt. Zudem lassen sich technische Schwachstellen und Conversion-Killer aufdecken, und man erhält Einblicke in die User-Experience (UX) und die Kundeninteressen an Produkten und Artikeln.

Funktionsweise: So betreibt man eine Webanalyse

Für die Webanalyse ist ein Trackingsystem wichtig, welches die Daten auf der Webseite erfasst. Hirebei werden meist folgende Trackingsysteme zur Datenerfassung genutzt: Google Analytics, Webtrekk, Adobe Analytics, Econda, AT Intenet, eTracker und Matomo. In diesen Systemen können definierte KPIs in den Reports oder erstellten Dashboards täglich abgerufen und analysiert werden. Die KPIs können Aufschluss über die Performance der Webseite und die Effektivität der Kampagnen geben.

Zur Visualisierung der Daten oder der eigenen Analysen sollten Sie neben einem Trackingsystem auch Visualisierungstools nutzen. Hierbei kommen meist die folgenden Tools zum Einsatz: Tableau, Klipfolio, Microsoft BI, js / D3.js, Google Charts und Gephi. Das Zusammenführen von verschiedenen Datenquellen oder Analysen kann für ein tieferes statistisches Verständnis sorgen. Somit sollte man neben Tracking- und Datenvisualisierungstools auch fundamentierte Statistiken erstellen. Dazu eignen sich die Statistik-Tools R, SPSS, SAS, STATA und XLSTAT.

Die Bedeutung der Webanalyse

Webanalysen bieten Unternehmen Einblicke und Daten, die hilfreich sind, um die User-Experience (UX) zu verbessern und den Umsatz zu steigern. Die Webanalyse gibt Aufschluss über die Demografie, Ziele und das Verhalten der Nutzer, damit Unternehmen die Inhalte einer Website besser auf die spezifischen Bedürfnisse der Nutzer abstimmen können und eine erfolgreiche SEO-Strategie ausarbeiten können.

Ein besseres Verständnis des Kundenverhaltens ist der Schlüssel zu einem langfristigen Erfolg und wichtiger Faktor zur Optimierung einer Webseite. Um den Traffic, die Konversionsraten und den Return-of-Investment (ROI) zu erhöhen, muss man die Schwachstellen auf Basis fundamentierter Daten erkennen. Mit einer Webanalyse ermitteln Sie, welche Seiten Besucher am häufigsten aufrufen, wie lange sie auf dieser verweilen, was sie am meisten interessiert und welche Marketingkampagnen am effektivsten waren. Zudem erfahren Sie, welche Online-Marketing-Kanäle den meisten Traffic und besten Conversions erzielen. Dadurch sind gezieltere Werbebotschaften realisierbar, was Unternehmen wiederum hohe Summen und Zeit einspart.

Vorteile einer Webanalyse

Die Webanalyse enthält viele wichtige Informationen für Webseitenbetreiber und gibt Aufschluss über das Verhalten der Nutzer und den Erfolg der Seite. Mithilfe der gewonnenen Daten und KPIs können Sie viele Ziele verfolgen, um letztendlich den Umsatz Ihres Unternehmens zu steigern.

  • User-Experience (UX) steigern
  • Conversion Rate erhöhen
  • Traffic steigern
  • Analyse von Werbeanzeigen durchführen
  • Absprungrate reduzieren
  • Traffic-Quellen identifizieren
  • SEO-Strategie verbessern
  • Ranking verbessern

Was ist mit Nutzerverhalten gemeint?

Mit dem Begriff Nutzerverhalten beschreibt man das Zusammenspiel aus Aktionen und Reaktionen der Besucher auf einer Webseite. Dabei geht es nicht nur um Klicks, Scrollbewegungen, Seitenaufrufe, sondern betrifft auch die Navigation, die Art der Inhalte und die einzelnen Elemente, die das Interesse der Nutzer weckt. Ferner ist auch die Verweildauer, d.h. der Zeitpunkt und die Dauer der Interaktion mit den Inhalten wichtig. Alle Aspekte des Nutzerverhaltens und insbesondere die Nutzerverhaltensanalyse geben wertvolle Hinweise darauf, wie gut eine Website die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe erfüllt.

Beispiele für Nutzerverhaltensdaten:

  • Klicks, Suchanfragen, Seitenbesuche und Videoaufrufe
  • Interaktionen im Onlineshop: Hinzufügen eines Artikels zum Warenkorb, Verlassen des Warenkorbs, Erstellen eines Kontos und Stornierung einer Bestellung
  • Öffnungs-, Klick- und Abmelderaten von Newslettern
  • Interaktionen in sozialen Medien: Likes, Reaktionen und Kommentare
  • Produktbewertungen

Diese Daten zum Nutzerverhalten sollten Sie kennen

Es gibt eine Reihe an Leistungsdaten der Webanalyse, die dazu dienen, KPIs zu berechnen und auszuwerten. Key Performance Indicators (KPI) sind Werte dafür, wie gut ein Unternehmen seine Ziele erreicht. Webanalyse-KPIs werden verwendet, um Konversionen zu verfolgen und um herauszufinden, wie man das Nutzerengagement verbessert. Wenn Sie diese Kennzahlen genau kennen, können Sie Prozesse besser anpassen und somit die beste Optimierung einer Website erzielen. Zudem hilft die Analyse der KPIs zu verstehen, wie Nutzer auf die Seite gelangen und wie sie sich dort verhalten. Dadurch können Unternehmen fundiertere Entscheidungen über Marketingkampagnen, Umfragen, Produkteinführungen und andere Aktivitäten treffen.

Um das Kundenverhalten effektiv zu analysieren, sollten Sie die wichtigsten Kennzahlen kennen und analysieren.

Absprungrate (Bounce Rate)

Die Absprungrate (auch Bounce Rate) zählt den prozentualen Anteil an Nutzern, die eine Webseite besuchen und dann wieder verlassen, ohne eine Aktion auszuführen. Angenommen, ein Besucher gelangt über einen Social-Media-Kanal auf einen Blogbeitrag und führt keine Interaktion mehr durch und verlässt die Seite wieder, dann springt er ab. Eine hohe Bounce Rate ist ein Anzeichen dafür, dass die Seite eine schlechte Usability hat, für die Suchintention irrelevante Informationen bereitstellt oder technische Fehler hat.

Besucherzahl

Ebenso ist die Besucherzahl eine wichtige Kennzahl, um den Traffic zu ermitteln. Je höher die Anzahl der Besucher, desto größer ist die Reichweite. Die Zahl „Unique Visitors“ beziffern die einzeln gezählten Besucher der Webseite. Visits hingegen zählen auch Nutzer, die Ihre Webseite mehrmals aufrufen.

Verweildauer

Die Sitzungsdauer oder Verweildauer beschreibt die durchschnittliche Zeit, die User auf einer Webseite verweilen. Eine lange Sitzung zeigt, dass die Besucher die Inhalte relevant und informativ finden. Demgegenüber sind kurze Verweildauern ein Indiz dafür, dass die Website die Bedürfnisse oder Erwartungen der User nicht erfüllt.

Conversion Rate

Die Conversion Rate ist eine wichtige Kennzahl, die angibt, wie häufig ein Klick zu einer bestimmten Zielaktion geführt hat. Diese Zielaktion kann ein Verkauf, eine Newsletter-Anmeldung, ein Download oder ein Klick auf einen Button bzw. Call-to-Action (CTA) sein. Hat ein Button zum Beispiel 1000 Besucher generiert, von denen 10 im Webshop eingekauft haben, dann liegt die Conversion Rate bei 1 Prozent.

Traffic-Quelle

Die Webanalyse ermittelt, von welcher Traffic-Quelle bzw. welchem Kanal die Webseitenbesucher kommen. Ein Nutzer kann zum Beispiel über einen Newsletter, einen Social-Media-Post oder die Suchergebnisse der Suchmaschine auf eine Webseite gelangen. Man unterscheidet dabei zwischen Direct Traffic, Organic Traffic über organische Suchmaschinenanfragen, Paid Traffic über Werbeanzeigen, Backlinks und Social Media.

Pagespeed

Die Ladezeit (auch Pagespeed) einer Webseite ist ein wichtiger Faktor und vor allem auch entscheidend für ein gutes Ranking in den Suchergebnisseiten. Diese Kennzahl gibt an, wie lange Ihre Webseite lädt und vollständig sichtbar ist. Nicht nur für die Suchmaschine ist eine schnell ladende Seite wichtig, sondern auch für eine zufriedenstellende User-Experience (UX).

Tools und Plattformen zur Verarbeitung von Nutzerverhaltensdaten

Zur Verwaltung der Nutzerverhaltensdaten sollten Sie entsprechende Tools und Plattformen nutzen, um große Datenmengen zu verarbeiten und verschiedene Datenquellen zu integrieren. Diese Tools und Plattformen könnten für Sie interessant sein.

  • Customer Data Platforms (CDP): Sie dienen zur Zentralisierung von Kundendaten aus mehreren Quellen in einer einheitlichen Datenbank zur Segmentierung und Datenaktivierung. Platforms: Segment, Tealium, Adobe Real-time CDP, Piwik PRO CDP.
  • Data Management Platforms (DMP): Plattformen wie z.B. Oracle BlueKai und Lotame verwalten Daten aus Drittanbieterquellen für Werbung, Unterstützung bei der Zielgruppensegmentierung und Targeting.
  • Webanalyse-Tools: Sie eignen sich für das Tracking und die Berichterstattung von Webverkehr und Nutzerverhalten und dienen zur Bereitstellung von Daten in Nutzer-Navigation und Konversionen. Beliebte Tools sind Google Analytics, Adobe Analytics, Piwik PRO Analytics Suite.
  • Verhaltensanalyse-Software: Analysen mit Software wie Mixpanel, Amplituude oder Piwik PRO Analytics Suite für komplexe Nutzerverhalten und -muster, sowie zur Identifikation von Trends und Vorhersage von Nutzeraktionen.
  • MarketingAutomatisierungstools wie Hubspot oder Marketo.
  • CRM-Systeme: Sie dienen zur Verwaltung von Kundendaten für Vertrieb und Marketing. Namhafte Systeme sind Salesforce und Zoho CRM.
  • Business-Intelligence-Tools: Datenanalyse, Berichterstellung und Visualisierung mit Tableau oder Microsoft Power BI.

Quellen

Wie man eine Analyse des Kundenverhaltens durchführt | clickup.com

Nutzerverhalten und Verhaltensdaten in der Webanalyse: So verstehen Sie Ihre Kunden besser | piwikpro.de

Was ist Webanalyse? | it-wings.de

Webanalyse | impulsphase.de

Wie funktioniert Webanalyse? | hubspot.de

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