Skip to main content

Plausch in der Küche – Romy Habelt über Affiliate Marketing

  • SEO-Küche Logo


PDF herunterladen

romy-habelt Heute gibt es wieder einen interessanten Plausch in der Küche zum Thema Affiliate Marketing mit Romy Habelt!

Romy Habelt ist Dialog- und Onlinemarketing-Fachwirtin (BAW) und seit 2009 im Online Marketing aktiv. Sie leitete bei der eteleon AG (heute Drillisch Online AG) drei Jahre als Head of Affiliate Marketing das Affiliate-Team. Seit Dezember 2014 ist Romy Habelt als Senior Affiliate-Manager bei der Digital-Marketing-Agentur xpose360 GmbH in Augsburg für den Ausbau der Branchen-Verticals zuständig.

Zudem ist Romy Habelt Redakteurin des Branchen Portals AffiliateBLOG.de, Moderatorin des Podcast Affiliate MusixX und trat bereits als Speakerin auf Konferenzen wie der Affiliate Conference oder dem Online Marketing Tag auf.

Hallo Romy, wie bist du eigentlich zum Affiliate Marketing gekommen? Wie sah dein Einstieg ins Affiliate Marketing aus?

Hallo zusammen ☺ Ich kam 2009 durch meinen damaligen Arbeitgeber, die eteleon AG (heute Drillisch Online AG), zum Affiliate Marketing. Nachdem ich im Unternehmen drei Jahre lang neben dem Produktmanagement für die Homepagegestaltung und den Aufbau des Social Media Kanals zuständig war, hatte ich Lust auf eine neue Herausforderung. 
Da passte es gut, dass im Affiliate Marketing gerade eine Stelle offen war. So bin ich in diesen Bereich gewechselt und habe die Leitung des Affiliate-Teams übernommen.

Was findest du am Affiliate Marketing besonders spannend?

Besonders spannend finde ich die Vielschichtigkeit des Kanals, da sich mit Affiliate Marketing nahezu alle Disziplinen des Online-Marketings auf Perfomance-Basis abbilden lassen. Wenn die Grundvoraussetzungen wie wettbewerbsfähige Provisionen und attraktive Produkte gegeben sind, kann man den Erfolg eines Programmes mit einer aktiven Publisher-Zusammenarbeit selbst steuern. Durch die einfache Messbarkeit des Kanals sieht man schnell die Erfolge seiner Arbeit und ist motiviert, immer wieder neue Ideen auszuprobieren, um die Sales weiter zu steigern. So wird es nie eintönig. Zudem schätze ich den täglichen Kontakt mit den unterschiedlichen Ansprechpartnern und die Offenheit der Affiliate-Branche sehr.

Für wen ist Affiliate Marketing geeignet?

Von Affiliate Marketing profitiert nahezu jedes Unternehmen, das über eine Webseite Produkte oder Dienstleistungen verkauft. Es wird natürlich eine gewisse Anzahl an Unique Usern pro Monat sowie ein gewisses Budget benötigt, um zum einen die Set-Up Kosten, aber auch die laufenden Kosten wie Provisionen für die Partner zu decken. Zudem müssen die technischen Voraussetzungen entweder inhouse oder über eine Technik-Agentur bewerkstelligt werden können. Natürlich ist die Vermarktung über Affiliate Marketing umso einfacher, desto bekannter ein Brand ist bzw. desto gefragter die Produkte und desto wettbewerbsfähiger die Preise sind. Aber auch Nischenprodukte lassen sich über spezielle Nischenwebseiten vermarkten, also Affiliate-Webseiten, die sich ganz gezielt auf ein gewisses Produkt spezialisiert haben. Die Kunst ist es also, durch das Ausprobieren unterschiedlicher Publishermodelle die passenden Partner für sein Produkt zu finden.
Deshalb ist es auch ganz wichtig, offen gegenüber neuen Publishermodellen zu sein sowie Handlungsspielraum für Publisher- und Endkunden-Aktionen zu haben – sei es im Preis, aber auch in der Provision – um auszutesten was am besten funktioniert.

Wie findet man ein passendes Partnerprogramm und wann funktionieren diese am besten?

Die Wahl des passenden Partnerprogrammes ist entscheidend für den Erfolg von Affiliate Webseiten. So bringt es einem Publisher z.B. nichts, ein Programm mit hohen Provisionen einzubinden, wenn er über das Programm aufgrund von schlechter Conversionrate, nicht wettbewerbsfähigen Produkten etc. nichts verkauft.

Es ist also extrem wichtig, dass man Partnerprogramme findet, die genau die Bedürfnisse der Webseitenbesucher abdecken und für den Affiliate aufgrund guter Verdienste, sei es über Masse oder Höhe, attraktiv sind.

Hat man eine Webseite zu einem bestimmten Themengebiet, so bietet es sich zunächst einmal an, sich auf 100partnerprogramme.de einen Überblick zu verschaffen, welche Programmanbieter es in diesem Bereich gibt. Zudem erhält man dort netzwerkübergreifende Informationen zu Provisionen, Rahmenbedingungen, Erfahrungen uvm.

Bei bevorzugter Zusammenarbeit mit einem bestimmten Netzwerk kann man auch direkt über das Verzeichnis nach bestimmten Keywords suchen und die dazu passenden Programme werden aufgelistet. Anhand der gezeigten KPIs wie durchschnittlicher Warenkorb, Stornoquote, Conversionrate, Bestätigungszeitraum usw. ist eine direkte Abschätzung der Relevanz eines Programmes möglich. Über die Programmbeschreibung und hinterlegte AGBs des Advertisers sieht man im besten Fall auch auf einen Blick, welche Werbemethoden (z.B. Gutscheine oder SEA Möglichkeiten) erlaubt sind und welche nicht. Dadurch kann man sofort einschätzen, ob das Programm für einen spannend sein könnte.

Und zu guter Letzt heißt es dann ausprobieren und testen! ☺

Welche Werbemittelformen sind deiner bisherigen Erfahrung nach am erfolgreichsten?

Das hängt immer sehr von den Anforderungen der jeweiligen Publishermodelle ab, mit denen man zusammenarbeitet. So sind beispielsweise E-Mail Publisher von verkaufsoptimierten E-Mail-Templates abhängig, wohingegen Preisvergleichsportale oder Retargeting-Publisher einen funktionierenden und stetig aktuell gehaltenen Produktdatenfeed benötigen.

Generell sollten Werbemittel IMMER aktuell gehalten werden und für die Bestseller Produkte / Kategorien eines Shops Banner sowie allgemeine Logos zur Verfügung gestellt werden. Für Publisher, die im mobilen Bereich werben, sollten diese dann natürlich auch in den mobilen Formaten hinterlegt werden.

Das von der breiten Masse an Publishern meist genutzte Werbemittel sind Textlinks.

Hierbei bietet sich vor allem der sogenannte Deeplinkgenerator an, der es den Affiliates ermöglicht, schnell und unkompliziert einen Textlink für die gewünschte Unterseite mit eigener Beschreibung zu erstellen.

Für Gutscheinpublisher sind Gutscheincodes nötig, die nach Möglichkeit am besten exklusiv zur Verfügung gestellt werden sollten.

Im Endeffekt sollte man als Programmbetreiber seine Affiliates genau kennen und für alle zugelassenen Publishermodelle die passenden Werbemittel zur Verfügung stellen.

Was sind die größten Affiliate Netzwerke?

Die größten und bekanntesten Affiliate Netzwerke in Deutschland sind zanox und affilinet. Dann gibt es mit Tradedoubler, webgains, Belboon uvw. noch zahlreiche größere öffentliche Netzwerke.

Für die Entscheidungsfindung, mit welchem Netzwerk man zusammen arbeiten möchte, spielen aber nicht nur die Größe, sondern viele weitere Faktoren eine Rolle. So sollte z.B. geprüft werden, in welchem Netzwerk die meisten Affiliates für mein Produkt und die Wettbewerber aktiv sind. Dazu kommen Faktoren wie die technischen Möglichkeiten und ein weiterer wichtiger Punkt ist natürlich die Kostenfrage. So hat man bei den “großen” Netzwerken mit Set-Up Fees und Transactions-Fees höhere Kosten als bei den sogenannten Special Interest Netzwerken für einzelne Branchen.

Zudem gibt es natürlich auch die Möglichkeit, sich für eine Inhouse-Lösung zu entscheiden. Dafür sollte das Programm aber groß und spannend genug sein, um die Affiliates zu überzeugen sich für ein solches auch anzumelden – darüber hinaus sind hier auch Faktoren wie beispielsweise die Bereitstellung eigener technischen Ressourcen zu bedenken.

Wie hat sich die Thematik in den letzten Jahren gewandelt?

In den letzten Jahren kam es vor allem durch die Big-Data Entwicklung und die stetige Weiterentwicklung der Technologien zu einem Strukturwandel im Affiliate-Marketing. Das bedeutet, es haben sich neben den bestehenden klassischen Affiliate Modellen wie z.B. Themen- oder Gutscheinseiten viele neue innovative Affiliate-Geschäftsmodelle wie beispielsweise Re-Engagement- und Real-Time-Advertising-Systeme etabliert.

Zudem hat eine extreme Professionalisierung der Branche und der einzelnen Publishermodelle stattgefunden. So kam es zu Konsolidierungen und gerade die „großen“ Affiliates haben ihre Reichweiten weiter gesteigert und es den „kleineren“ nicht unbedingt einfacher gemacht, sich am Markt zu halten.

Durch diese Entwicklung ist auch zu erkennen, dass Aktionen und Provisionen nicht mehr nur noch von Advertisern vorgegeben werden, sondern gerade die große Seiten immer mehr Einfluss nehmen und teilweise hohe Ansprüche in Bezug auf die Aufnahme von Aktionen stellen.

Auch hat teilweise eine Veränderung im Abrechnungsmodell stattgefunden, sodass Affiliate Marketing nicht mehr nur noch ein reiner CPO-Kanal ist. Vor allem im Display Performance Bereich geht die Entwicklung immer mehr hin zum Einsatz von Hybriden Provisionsmodellen, die auf Fix-Basis abrechnen und auf einen Ziel-CPO hinarbeiten.

Besonders für „Neuankömmlinge“ ist es meist schwierig an das Thema richtig heranzugehen. Welche wichtigen Tipps kannst du Anfängern im Bereich Affiliate Marketing geben, die z.B. heute sofort beginnen wollen?

Dadurch, dass der Affiliate Kanal mit vielen unterschiedlichen Publishermodellen so vielschichtig ist, sollte man sich zuallererst ein gewisses Grundwissen aneignen, um die teilweise sehr komplexen Prozesse in der Theorie zu verstehen. Einen guten Affiliate Manager zeichnet aus, dass er Know-how in den verschiedensten Disziplinen wie SEA, SEO, Social Media, E-Mail Marketing uvw. hat, um die Werbeaktivitäten seiner Affiliates verstehen und analysieren zu können. Zum anderen sollte man aufgrund der ständigen technischen Weiterentwicklung immer am Ball bleiben und Neues ausprobieren, um langfristig erfolgreich zu sein.

Ganz wichtig ist zudem, sich ein großes Netzwerk aufzubauen, denn nicht umsonst heißt es immer wieder, Affiliate Marketing ist People’s Business. Dafür eignen sich die zahlreichen Konferenzen und Networking Veranstaltungen.

Danke dir für das spannende Interview, Romy! 😉

Keine Kommentare vorhanden


Hast du eine Frage oder Meinung zum Artikel? Schreib uns gerne etwas in die Kommentare.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht

Jetzt den SEO-Küche-Newsletter abonnieren

Ähnliche Beiträge

Google Seite 1 Continuos Scrolling

Schafft Google die Seite 1 ab?

  • christoph pawletko
  • von Christoph
  • 17.05.2022

Will Google die erste Seite durch Continuos Scrolling ersetzen? Ähnlich wie in der mobilen Suche testet Google derzeit auch im Desktop-Bereich das Continuos Scrolling. Am eigentlichen Seitenende erscheint dann nicht mehr das Ende der ersten Seite und eine Seitenübersicht der Suchergebnisse (SERPs), sondern ein “Mehr ansehen”-Button. Für mindestens die ersten […]

Girls'Day 2022 Daumen hoch

Girls’ Day 2022 in der SEO-Küche

  • christoph pawletko
  • von Christoph
  • 29.04.2022

Dein Einblick in die Welt des Online-Marketings Am 28.04. war es wieder so weit: Am Girls’Day 2022 hatten Mädchen die Gelegenheit in Unternehmen und Branchen reinzuschnuppern, die nicht unbedingt als Berufsfelder für Frauen gelten. Denn auch wenn in der SEO-Küche ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Frauen und Männern herrscht und in […]

Die SEO-Küche als Teil der “Initiative Klischeefrei”

  • oliver lindner
  • von Oliver Lindner
  • 27.04.2022

Keine Chance für Geschlechterstereotypen Wir wollen ein Zeichen für eine Berufs- und Studienwahl frei von Klischees und Stereotypen setzen und nehmen daher an der “Initiative Klischeefrei” teil. Die Initiative setzt sich dafür ein, dass Jugendliche gängige Rollenklischees kritisch hinterfragen und sich völlig ohne Vorurteile für ihren zukünftigen Beruf oder ihre […]

Unternehmensname auswählen Rechtstipps

Firma & Rechtsform: Wenn fehlende Buchstaben plötzlich private Haftung bedeuten

  • Händlerbund
  • von Haendlerbund
  • 21.04.2022

Warum man beim Firmennamen ganz genau hinschauen sollte Für die unternehmerische Tätigkeit spielen Details oft eine wichtige Rolle. Das zeigen auch zwei aktuelle Urteile: Hier scheiterte die Eintragung ins Handelsregister an den falschen Zeichen in der Firma, dort sorgten fehlende Buchstaben plötzlich für eine persönliche Haftung. Stellen Sie sich folgendes […]

KI-Tool Texten

Google will keine KI-generierten SEO-Inhalte

  • christoph pawletko
  • von Christoph
  • 13.04.2022

KI-Text = Spam? Schon öfter erwähnt und kürzlich wieder bestätigt: KI-generierte Inhalte sind für Google “Spam” und verstoßen gegen die Google Webmaster-Richtlinien. In den Google Search Central SEO-Office-Hangouts am 1. April (kein April-Scherz) bezeichnete John Mueller von Google KI-generierte Inhalte als “Spam”. Die Antwort von Mueller ist keine echte Überraschung. […]

Beitragsbild OK Google

“OK Google” Sprachassistent aktivieren – so geht’s

  • christoph pawletko
  • von Christoph
  • 07.04.2022

Hey Google auf dem Handy oder PC aktivieren in der Anleitung Mit dem Google Sprachassistent lassen sich Smartphones per Sprachsteuerung steuern, einfach in dem man OK Google oder Hey Google sagt und dann einen Sprachbefehl folgen lässt. Wir zeigen euch, wie Ihr den Google Assistant in den Einstellungen im Chrome […]