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Plausch in der Küche mit Marc Reimann

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marc reimann Heute gibt es wieder einen neuen Plausch in der SEO-Küche. Diesmal mit Marc Reimann zum Content Management System „Contao“.

Marc Reimann ist seit 2005 im Bereich Webdesign- und Entwicklung tätig. Seit 2016 arbeitet er als Webentwickler in der Firma anatom5 perception marketing GmbH, die seit 2003 im Bereich Barrierefreie Informationstechnologie ganz vorne mit dabei ist.

Seit 2008 ist er bei Contao und unter dem Nick MacKP im Forum aktiv, vielen aber eher als ‘Contao-Yoda’ bekannt. Spezialisiert ist er auf die Umsetzung von Barrierefreien Internetseiten oder auch sehr individuellen Internetseiten mit Spezialanpassungen für die Darstellung von Produkten o.ä.

Kannst du unseren Lesern kurz erläutern, was man unter dem Content Management System Contao versteht?

Contao ist ein OpenSource Content Management System (CMS). Das bedeutet, dass der Quellcode öffentlich eingesehen und angepasst werden kann. So kann jeder, der möchte, an Contao selber mitarbeiten und das System weiter entwickeln. Allgemein gesagt ist ein CMS zur Verwaltung von Inhalten da, wobei es meistens um Inhalte von Internetseiten geht. Wichtig ist dabei die Trennung von Aussehen (Layout), Inhalt und Struktur. Der Inhalt selber wird von dem CMS verwaltet und das Layout wird von dem Webworker mittels CSS bestimmt. Das HTML (die Struktur) wird von Contao vorgegeben, ist allerdings recht einfach anpassbar. Contao unterscheidet sich vor allem in der seitenbasierten Struktur von anderen Systemen, wie WordPress oder Joomla. Seitenbasiert bedeutet in dem Fall, dass für jede Seite, die im Menü zu sehen ist auch eine Seite im Backend von Contao angelegt ist. Nur spezifischer Inhalt, der dynamisch erzeugt werden muss, wie Nachrichten oder Termine, sind nicht innerhalb der Seiten selber abgelegt.
Geschrieben ist Contao in PHP und braucht MySQL als Datenbank – setzt also auf sehr weit verbreitete Techniken, die bei so gut wie jedem Hoster verfügbar sind. Genaueres zu den Anforderungen steht in der Dokumentation.

Was hat dich dazu bewogen dich näher mit Contao zu beschäftigen?

Für mich war es wichtig, dass ich mit dem CMS, welches ich einsetze, barrierefreie Seiten so erstellen kann, wie ich das möchte. Also ganz gezielt HTML Änderungen vornehmen kann, ohne dass ich viel programmieren muss. Zusätzlich hat mich Contao mit der seitenbasierten Struktur und dem Formulargenerator direkt sehr begeistert. Die seitenbasierte Struktur ist für meine Kunden (Redakteure) schnell und einfach zu erfassen und der Formulargenerator in Contao hat mir von Anfang an eine Menge Arbeit bei der Erzeugung von Formularen abgenommen. Der absolut wichtigste Punkt für mich war allerdings die Barrierefreiheit. Contao bietet da schon grundlegende Funktionalitäten an und es ist einfach Seiten so vom Quellcode anzupassen, dass sehr leicht barrierefreie Seiten damit erstellt werden können. Auch die Entwickler von Contao legen hier Wert drauf.

WordPress, Joomla, Drupal, Contao – Es gibt eine Vielzahl an Open Source Management Systemen. Für wen ist Contao geeignet und was zeichnet Contao zu anderen CM-Systemen aus?

Contao ist besonders gut für Internetseiten, die von Redakteuren gepflegt werden sollen, die kein oder nur wenig HTML beherrschen. Mit einer kleinen Schulung ist es praktisch für jeden möglich eine Seite zu pflegen, die barrierefrei und/oder SEO optimiert ist. Contao erreicht das durch eine sehr einheitliche Struktur und Vorgehensweise, die praktisch überall gleich ist. Aus Sicht eines Entwicklers ist Contao für viele Internetseiten geeignet. Die Entwickler-Zielgruppe von Contao besteht eher aus Leuten, die sich gut bis sehr gut mit HTML und CSS auskennen. Das kann man auch hier nachlesen. Programmieren braucht man nicht. Es kann allerdings nicht schaden, wenn man das beherrscht, um Contao individuell anpassen zu können.

Ist Contao auch für Anfänger geeignet? Muss man eigentlich unbedingt HTML und CSS beherrschen, wenn man Contao nutzen will?

Ein klares Jein. Anfänger im CMS Bereich können sich gerne an Contao versuchen. Die Anleitungen sind gut und auch im Forum findet man massenweise Hilfe auch schon bei der Installation. Mit HTML und CSS sollte man sich allerdings schon gut bis sehr gut auskennen. Für die Redaktionelle Pflege braucht man natürlich keine Kenntnisse in HTML und CSS. Aber gerade, wenn es um das Thema Barrierefreiheit im Internet geht, haben Redakteure ein große Verantwortung. Schon aus diesem Grund sollten Online-Redakteure HTML-Grundlagen und Basiswissen in Barrierefreiheit mitbringen. Aber wie gesagt, es geht prinzipiell in Contao auch ohne … 😉

Für welche Projekte ist Contao besonders geeignet? Welche Bestandteile kannst du empfehlen?

Contao ist von einer kleinen Seite (oder auch One-Pager) bis hin zu einem großen Portal oder Shop einsetzbar. Wo immer Redakteure den Inhalt pflegen, trumpft Contao mit seiner einheitlichen und einfachen Arbeitsweise: von kleinen Seiten für freiberufliche Einzelkämpfer, über mittlere Seiten (beispielsweise für Schulen) und größere Portale für Gemeinden, Städte oder Universitäten, bis hin zu anspruchsvollen E-Commerce Projekten wie Reiseunternehmen und Shops. Die Grenze ist nur die eigene Phantasie 😉

Wie sieht es bei dir mit der Erstellung von Webseiten aus? Wie hat sich deine Arbeitsweise mit Contao geändert?

Ich erstelle eigentlich immer erst einmal die komplette Struktur und alle wichtigen dynamischen Module (wie Nachrichten oder Termine). Danach erfolgt die Eingabe des Inhalts. Oft muss hier leider auf Beispiel-Inhalt zurückgegriffen werden, da bei neuen Seiten der Inhalt noch nicht vorhanden ist. Wo möglich arbeite ich allerdings mit dem richtigen Inhalt. Erst danach, fange ich mit dem Design der Seite an, da ich dann genau weiß, was ich wo im Layout berücksichtigen muss. Dieser Weg ist allerdings nicht immer Contao spezifisch, sondern wäre allgemein recht wünschenswert. Oft fängt man aber auch anders herum an, erst mit dem Layout und nach der Umsetzung von dem Layout mit der Eingabe von den Inhalten. So oder so schaue ich, dass ich das CSS erstelle, wenn ich die Grundstruktur in Contao habe, da ich dann schauen kann, welche CSS-Klassen und welche HTML-Struktur ich zur Verfügung habe.

Dann kann ich auch besser sehen, was ich noch im HTML anpassen muss oder möchte. Bei der Layout-Umsetzung unterstützt mich Contao auch in verschiedenen Bereichen. Es gibt zum Beispiel den Layout-Builder, der einem schon die Grundstruktur und das grundlegende CSS erstellt, mit einem Kopfbereich, Fußbereich, Hauptspalte und bei Bedarf auch eine rechte oder linke Spalte. Auch eine Vorlage für ein Spaltenset kann man von Contao selbst nutzen. Beim Schreiben von CSS kann zwischen verschiedenen Wegen gewählt werden. Einige lieben den internen CSS-Editor. Mit ein paar Klicks im Backend sind hier grundlegende CSS-Regeln aufgestellt. Für neuere CSS-Regeln ist dann das Feld ‘Individueller Code’ geeignet, da dort einfach alles eingetragen werden kann. Wer lieber selber CSS schreibt kann über das Backend eigene CSS-Dateien einbinden. Richtig arbeitserleichternd wird es, wenn Less oder Sass als CSS-Präprozessoren genutzt werden sollen. Die Dateien können auch im Backend eingebunden werden, damit dann über PHP die CSS-Dateien erzeugt werden.

Ich selber bevorzuge SCSS (Sass mit CSS-Syntax), welches ich lokal (also auf meinem Rechner) kompiliere und dann automatisch hochlade. Die so erzeugte CSS-Datei binde ich dann im Seitenlayout von Contao ein. Auf diese Weise erhalte ich die maximale Freiheit beim Schreiben von CSS.

Hast du noch einen Tipp im Umgang mit Contao?

Anwendern kann ich eigentlich keinen wirklichen Tipp geben. Die Pflege einer Seite ist mit Contao sehr einfach und überall gibt es Informationen beim Pflegen von Inhalten. Klickt einfach auf das rote Dreieck mit dem Ausrufezeichen, wenn ihr an eine Stelle kommt, wo ihr nicht direkt weiter wisst. Dann bekommt ihr ein paar extra Erläuterungen.

Vielen Dank für das sehr interessante Interview! 🙂

Kommentare

Sehr schönes Interview. Vielen Dank.

Ein herzliches Dankeschön auch nochmal an Marc für die Zeit! 🙂


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