Seit Ende August 2026 ist es so weit. ChatGPT Ads sind auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Self-Service buchbar. Damit können Unternehmen erstmals eigenständig Werbeanzeigen innerhalb von ChatGPT schalten, ganz ohne den Umweg über Agentur- oder Technologiepartner. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie die Einrichtung im OpenAI Ads Manager funktioniert. Von der Kontoerstellung über die Zahlungsdaten bis zum Produktfeed und der ersten Kampagne.
Was sind ChatGPT Ads eigentlich?
ChatGPT Ads sind bezahlte Platzierungen, die passend zum aktuellen Gesprächskontext innerhalb von ChatGPT erscheinen können, etwa wenn ein Nutzer nach einem Wohnmobilteppich, Reiseideen oder einer neuen Software fragt. Die Anzeigen sind klar als „Gesponsert“ gekennzeichnet und von der eigentlichen ChatGPT-Antwort getrennt. Ausgespielt werden sie an Nutzer:innen auf dem kostenlosen Plan und dem Go-Tarif ($8/Monat); an Accounts unter 18 Jahren werden keine Anzeigen ausgespielt. Wer Plus, Pro, Business, Enterprise oder Edu nutzt, bleibt werbefrei.
Seit dem 24. August 2026 ist der Werbekanal auf 31 europäische Märkte ausgeweitet worden, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Kurz danach folgte auch der Self-Service-Zugang über den Ads Manager.
Der Rollout ist noch sehr jung und befindet sich in einer frühen Beta-Phase. Im Europäischen Wirtschaftsraum werden zum Start zunächst nur generische, kontextbasierte Anzeigen statt personalisierter Werbung ausgespielt.
Erlaubte Kategorien: Haushalts- und Konsumgüter, lokale Dienstleistungen, Reisen & Erlebnisse sowie digitale Produkte und Bildung. Ausgeschlossene Kategorien: Dating, Alkohol, Tabak, Gesundheit, Finanz- und Rechtsdienstleistungen, Glücksspiel sowie politische Inhalte.
So sieht die Startseite eines eingerichteten Ads-Manager-Kontos aus, hier ist noch keine Kampagne ausgeliefert worden, daher zeigt der Leistungstrend „Keine Leistungsdaten“.
Konto anlegen und verifizieren lassen
Der Einstieg erfolgt über den Sign-up-Flow im Ads Manager. Dort werden folgende Angaben benötigt:
Rechtlicher Firmenname und Geschäftsadresse Primäre Geschäftskategorie aus OpenAIs Kategorieliste Eine verifizierbare Zahlungsmethode
Die Kontoprüfung erfolgt manuell durch OpenAI und kann mehrere Werktage dauern. Erst nach der Freigabe per E-Mail ist der volle Zugriff möglich. Pro Unternehmen sollte außerdem nur eine Person das Konto als „Account Owner“ anlegen. Diese Person lädt anschließend weitere Teammitglieder ein. Agenturen, die mehrere Kunden betreuen, benötigen für jeden Kunden ein eigenes Werbekonto.
Kontoinformationen vervollständigen
Nach Erhalt der Freigabe-E-Mail geht es unter Einstellungen → Account Info weiter. Hier werden Kontoname und Logo hinterlegt, exakt so, wie sie später in der Anzeige erscheinen sollen. Ohne diesen Schritt werden keine Kampagnen ausgeliefert.
Zahlungsdaten hinterlegen
Bevor überhaupt eine Anzeige ausgeliefert werden kann, müssen Abrechnung und Zahlungsmethode vollständig eingerichtet sein. Das passiert unter dem Menüpunkt Abrechnung in zwei Schritten.
Rechnungsprofil anlegen: Firmenname, Rechnungsadresse und E-Mail-Adresse für den Rechnungsversand angeben. Land und Region müssen zum Konto passen, alle Pflichtfelder (inklusive Bundesland/Region und Postleitzahl) sind auszufüllen.
Zahlungsmethode hinzufügen: Kreditkartendaten und Rechnungsadresse hinterlegen.
Abgerechnet wird im Postpay-Modell, also erst nach Auslieferung der Anzeigen, je nach gewähltem Kampagnenziel entweder pro 1.000 Impressionen (CPM, bei einem Views-Ziel) oder pro Klick (CPC, bei einem Klicks-Ziel). Das Tages- oder Kampagnenbudget legt fest, wie viel im Schnitt pro Tag ausgegeben werden darf, gemittelt über sieben Tage.
Taucht der Hinweis „Ads cannot serve until you finish account setup“ auf, fehlen meist genau diese Zahlungsdaten oder das Logo. Der Produktfeed-Upload funktioniert unabhängig davon aber bereits.
Produktfeed einrichten
Gerade für Online-Shops mit größerem oder häufig wechselndem Sortiment lohnt sich eine feed-basierte Kampagne statt einzelner manueller Anzeigen.
So geht es:
Unter Tools → Feeds auf „Feed erstellen“ klicken. Feed-Quelle anbinden. Shopify-Shops können dafür z. B. eine App aus dem Shopify App Store nutzen, die den Katalog automatisch validiert und regelmäßig synchronisiert. Ads Manager verarbeitet den Feed anschließend, je nach Kataloggröße dauert das von wenigen Minuten bis zu einigen Stunden. Im Upload-Verlauf lässt sich der Verarbeitungsstatus nachvollziehen, inklusive möglicher Fehler. Die Produktanzahl im Feed-Reiter zeigt, wie viele Produkte die hinterlegten Filter erfolgreich durchlaufen haben.
Reichen die Standardfilter für die Kampagnensteuerung nicht aus, lässt sich im Feed zusätzlich das Feld ads_metadata nutzen, etwa für Bidding-Stufen oder Produktlinien, um Anzeigengruppen gezielter zu strukturieren.
Im Feed-Bereich sieht man auf einen Blick Status, Produktanzahl und letzte Aktualisierung des angebundenen Feeds.
Den Feed für bessere Performance optimieren
Ein Feed, der nur „durchläuft“, ist noch kein optimierter Feed. Laut OpenAI zählen feed-basierte Kampagnen bereits jetzt zu den leistungsstärksten Formaten auf der Plattform .wer hier sauber arbeitet, holt spürbar mehr heraus. Einige Stellschrauben.
Titel und Beschreibung: Diese Felder werden direkt für die Anzeige übernommen. Klare, an der Suchintention orientierte Produkttitel (Marke, Produktart, wichtigste Attribute) performen besser als reine Katalog-SKU-Bezeichnungen.
Eligibility-Flag setzen: Jedes Produkt, das in Ads auftauchen soll, braucht im Feed das Feld is_ads_eligible mit dem Wert true. Ohne dieses Flag wird ein Produkt nicht für Anzeigen berücksichtigt, selbst wenn es im Feed enthalten ist.
Format: OpenAI akzeptiert Google-kompatible Produktdatenfeeds. Wer bereits einen gepflegten Google-Shopping- oder Meta-Feed hat, kann diesen als Basis nutzen und muss ihn nicht komplett neu aufbauen.
ads_metadata gezielt nutzen: Über frei definierbare Werte wie bidding_tier oder product_line lassen sich Produkte in Anzeigengruppen strukturieren, ohne die Feed-Struktur selbst zu verändern. Das lohnt sich vor allem, wenn margenstarke oder saisonale Produkte gezielt höher geboten werden sollen.
Feed aktuell halten: Für laufende Änderungen an Verfügbarkeit oder Titeln muss nicht immer der komplette Katalog neu hochgeladen werden. Über die Delta-Feed-Funktion lassen sich einzelne Produktvarianten aktualisieren.
Praxistipp: Wer Produktfeeds bereits für Google Shopping oder Meta pflegt, sollte den ChatGPT-Feed als zusätzlichen Export aus derselben Datenquelle behandeln statt als isolierten Datensatz. Das reduziert Pflegeaufwand und Inkonsistenzen zwischen den Kanälen erheblich.
Conversion-Tracking einrichten (Pixel & Conversions API)
Ohne Conversion-Tracking lässt sich weder beurteilen, ob eine Kampagne funktioniert, noch kann OpenAI die Auslieferung auf Performance optimieren. Der Ads Manager bietet dafür zwei Wege, die sich sinnvoll kombinieren lassen.
JavaScript-Pixel: Unter dem Menüpunkt Conversions lässt sich eine Pixel-ID erzeugen. Das zugehörige Snippet wird auf der Website eingebunden und protokolliert Standard-Events wie page_viewed, contents_viewed, items_added, checkout_started oder order_created. Der Pixel erkennt dabei automatisch verfügbare Kundendaten (Advanced Matching) und hasht diese vor der Übertragung serverseitig mit SHA-256.
Conversions API (serverseitig): Für zuverlässigere Werte, unabhängig von Browser-Blockern oder Cookie-Einschränkungen, lässt sich zusätzlich die Conversions API anbinden. Dafür wird im Ads Manager ein API-Key erzeugt, mit dem Conversion-Events direkt vom eigenen Server an OpenAI übertragen werden.
Deduplizierung: Werden Pixel und Conversions API parallel genutzt, muss für dasselbe Ereignis dieselbe Event-ID mitgegeben werden. Nur so erkennt OpenAI, dass es sich um ein und dasselbe Ereignis handelt, und zählt es nicht doppelt.
Attribution über oppref: Klickt jemand auf eine ChatGPT-Anzeige, hängt OpenAI der Ziel-URL einen Klick-Referenzparameter (oppref) an. Der Pixel speichert diesen in einem First-Party-Cookie, damit spätere Conversions dem ursprünglichen Klick zugeordnet werden können.
Für Shops mit Google Tag Manager gibt es inzwischen mehrere Community-Templates (u. a. von Stape und TensorOps), die sowohl das Browser-Pixel als auch die serverseitige Conversions API über GTM einbinden lassen, inklusive automatischer Zuordnung von GA4-Events wie view_item, add_to_cart oder begin_checkout zu den passenden OpenAI-Events. Das spart eigene Entwicklungsarbeit, gerade wenn bereits ein serverseitiger GTM-Container im Einsatz ist.
Wichtig aus Datenschutzsicht: Conversion-Daten dürfen nur nach entsprechender Einwilligung übertragen werden. Der Pixel unterstützt dafür eine eigene Consent-Steuerung, die vor der Initialisierung gesetzt werden sollte, damit ohne Zustimmung keine Events gesendet werden.
Zielgruppen anlegen (optional)
Unter Einstellungen → Audiences lassen sich eigene Kundendaten hochladen, um bestehende Kunden gezielt anzusprechen oder von Kampagnen auszuschließen. Zulässig sind CSV- oder TXT-Dateien mit E-Mail-Adressen oder Telefonnummern, entweder im Klartext oder bereits per SHA-256 gehasht; eine Datei darf dabei jeweils nur einen Identifikator-Typ enthalten und bis zu 5.000.000 Einträge bei maximal 500 MB umfassen. Einmal angelegte Zielgruppen lassen sich nicht mehr bearbeiten, für Änderungen wird eine neue Liste hochgeladen und die alte archiviert.
Zielgruppen lassen sich auf Kampagnenebene auf drei Arten einsetzen
Inklusion: Die Kampagne wird nur an Personen in ausgewählten Zielgruppen ausgeliefert, etwa um Bestandskunden gezielt mit einem Cross-Selling-Angebot anzusprechen.
Exklusion: Bestimmte Zielgruppen werden von der Auslieferung ausgeschlossen, zum Beispiel um Neukunden-Kampagnen nicht an bereits Kaufende zu zeigen.
Gebotsanpassung auf Anzeigengruppenebene: Über einen Bid-Multiplikator lässt sich das Höchstgebot erhöhen oder senken, wenn eine Person zu einer ausgewählten Zielgruppe gehört.
Wichtiger Hinweis für DACH-Werbetreibende: Custom Audiences werden aktuell nicht für Kampagnen unterstützt, die auf den Europäischen Wirtschaftsraum oder die Schweiz ausgerichtet sind, da dort personalisierte Anzeigen im Rahmen der frühen Beta-Phase noch nicht verfügbar sind. Für deutsche, österreichische und Schweizer Werbetreibende bleibt diese Funktion also vorerst Theorie – sobald personalisierte Werbung auch hier freigeschaltet wird, lohnt sich aber ein früher Blick auf die eigene Kundendatenbasis.
Kampagne erstellen
Unter Kampagnen auf „Erstellen“ klicken und entweder den Produktfeed als Quelle wählen oder einzelne Anzeigen manuell aufsetzen.
Dabei werden festgelegt:
Kampagnenziel (Klicks oder Views) Tagesbudget und Laufzeit Anzeigenvorlage.
Nach der Einreichung durchläuft die Kampagne eine Prüfung, bevor sie live geht.
Auf Kampagnenebene lassen sich Status, Klicks, Budget und Laufzeit im Überblick verfolgen.
Ein Klick tiefer, auf Ebene der einzelnen Anzeigen, zeigt Status, verknüpfte Ziel-URL und Anzeigengruppe je Anzeige.
Reporting im Blick behalten
Auf der Startseite Übersicht zeigt der Leistungstrend Ausgaben, Impressionen, Klicks und CPC, wahlweise für 7, 14 oder 30 Tage oder einen frei wählbaren Zeitraum. Direkt nach dem Kampagnenstart ist hier zunächst „Keine Leistungsdaten“ zu sehen, bis die ersten Auslieferungen erfolgt sind.
Team einladen
Sobald Konto, Abrechnung und erste Kampagne stehen, lassen sich unter Einstellungen → Users → Invite weitere Teammitglieder hinzufügen, die ebenfalls Zugriff auf den Ads Manager benötigen.
Früh dabei sein zahlt sich aus
ChatGPT Ads sind für deutsche Unternehmen ein ganz neuer Werbekanal. Wie bei jeder neuen Plattform gilt: Wer früh startet, sammelt wertvolle Erfahrungswerte, während der Wettbewerb noch abwartet. Gerade für Online-Shops mit strukturiertem Produktkatalog lohnt sich ein Blick auf die feed-basierten Kampagnen, da diese laut OpenAI bislang zu den leistungsstärksten Anzeigenformaten auf der Plattform zählen. Wer zusätzlich sauberes Conversion-Tracking von Anfang an mitdenkt, hat später die Datenbasis, um Kampagnen fundiert zu optimieren, statt im Blindflug zu buchen.
Da sich der Ads Manager noch in der Beta-Phase befindet, ändern sich Abläufe und Funktionen laufend. Wir behalten die Entwicklung für Sie im Blick und aktualisieren diesen Beitrag bei relevanten Neuerungen.
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