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Nicht in Keywords denken! Was oder Wie dann?

  • Geschrieben von SEO-Küche am 17.02.2014

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„Not Provided“, der Knowledge Graph, und Hummingbird sorgen für ein verändertes Arbeitsfeld der SEOs. Die Zeiten der Keywordrecherche und der Optimierung auf diese Keywords ist vorbei. Man muss sich etwas mehr einfallen lassen.

Machen wir also erst einmal ein paar Vorüberlegungen
– Google macht Fortschritte bei der Semantischen Suche. Das Hummingbird Update ist eigentlich kein Update, sondern ein neues Betriebssystem. Im Grunde sorgt es dafür, dass der Nutzer nicht nur einzelne Begriffe eingeben kann, sondern ganze Sätze. Er kann Fragen stellen und Google sucht dann in Dokumenten nach den passendsten Antworten. Dokumente können Videos, Bilder, Webseiten sein – oder die Rich Snippets der Webseiten (vorausgesetzt die Videos und Bilder haben den richtigen Alt-Tag). Zudem erkennt Google „Topics“ oder Themen. Der Ausdruck „Thema“ passt meiner Ansicht nach nicht so richtig. „Topos“, eigentlich „Ort“, oder „Kategorie“ ist im Deutschen besser geeignet. Wie ist das nun mit diesen Topoi? SeobytheSea bringt ein einleuchtendes Beispiel anhand des Keywords „Judas“. Google listet in den SERPs nicht nur Wikipedia Artikel zu dem Thema, sondern auch Lady Gagas Song „Judas“. Aber auch das Album „Born this Way“, weil ein weiterer Titel des Albums „Judas“ heißt. Zudem ist die (semantische) Suche nach Topoi einfach zielführender für den User – es können auch Dokumente auftauchen, die zwar nicht auf einen Suchbegriff „getrimmt“ wurden, aber dennoch gute und nützliche Infos über das Thema enthalten.

– Die Semantische Suche wird kommen. Nicht heute, nicht morgen, vielleicht erst in 10 Jahren. Aber sie wird kommen. Die Schritte Googles weisen unaufhörlich in diese Richtung. Hummingbird ist nur der Anfang. Also stellen wir uns darauf ein!

Wie macht man das nun?

Denkt in Themen, nicht in Keywords!

Ok, am Anfang kann man natürlich eines der unzähligen Keyword-Tools verwenden. Zu nennen wäre der PPC Campaign Planner, der aber nur mit einem AdWords Account benutzbar ist. Man braucht nur einen Account, es ist nicht notwendig, eine Kampagne zu starten. Keyword Cloud Tools gibt es tonnenweise. Eine WDF*IDF Analyse ist sicher auch ein guter Anfang, um Stichwörter und Themen zu sichten, ein Blick auf die Mitbewerber lohnt sich ebenfalls.

Eines der interessantesten Tools ist das sogenannte „Gespräch“. Hört zu, was Leute über eine Marke, ein Thema oder ein Produkt zu sagen haben. Wie sprechen sie darüber, welche Themenpunkte sind im Gespräch aufgetaucht? Diese Vorgehensweise ist natürlich auch auf Soziale Netzwerke zu übertragen.

Ähnlich wie das „Gespräch“ ist auch „Denken“ zu empfehlen. Das sollte spätestens dann einsetzen, wenn man mit den obigen Tools eine Menge an Keywords gesammelt hat. Vorher kann man auch noch nach Synonymen zum Thema suchen oder Anknüpfungspunkte für wenig massentaugliche Themen, wie die Herstellung von innovativer Kanaltechnik, finden. Findet heraus, in welchem Kontext Begriffe zu eurem Thema gebraucht werden. Und schaut dann, welche der Kontexte für euch nicht in Frage kommen.

Hat man eine Masse an möglichen Keywords, untersucht man, welche dieser Wörter zusammen mit einem Thema gesucht werden, welche Wörter in Texten zu dem Thema auftauchen, was die Synonyme sind und wie die Keywords zusammen gebraucht werden (Stichwort “Longtailkeywords”, siehe Hummingbird). Aus dieser Analyse erstellt man eine Liste mit den Top 5 Keywords, optimiert hierauf und kontrolliert, wie gut diese ankommen.

Wieso eigentlich Themen?

Ganz einfach, Keywords (und evtl bald Links) werden ausgedient haben. Wie gesagt, jetzt noch nicht, aber in naher Zukunft. Natürlich werden Links nicht ganz verschwinden, aber auf jeden Fall weniger bedeutend sein. Was wichtig sein wird, ist Autorität. Wer hat was in seiner Nische zu sagen, wie viele User finden das gut, empfehlen wen oder was als Quelle für Informationen.

Und mit welchem Tool generiere ich nun am besten „Autoriät“? Genau, mit Google Plus. Zumindest fängt man damit an, Stichwort „rel=author“ und „rel=publisher“.

Daneben kommt es aber darauf an, eine Autorität zu werden. Wie man das wird, ist ein eigener Blogbeitrag. Sicher ist aber, dass man dafür mehr tun muss, als Linknetzwerke auszunutzen – guter, wichtiger, und nützlicher Inhalt muss geschaffen und kommuniziert werden. Als Medien werden nicht nur Foren in Frage kommen, sondern Soziale Netzwerke, die Presse (on- und offline), Branchenbücher, etc…. Man denke an das obige Beispiel der Kanaltechnik. Um eine Autoriät zu werden, genügt es nicht, sich passiv nach Suchanfragen zu orientieren, sondern man muss aktiv ein Thema erstellen und in die Community einbringen. Die Kanaltechnik kann extrem sexy und diskussionswürdig sein, bedenkt man dass die Kanaltechnik eine der Grundlagen unserer Zivilisation bildet – und schon haben wir aktiv ein Thema gestartet.

Ich sehe schon am Horizont, dass sich der klassische SEO zum Kommunikationsexperten wandelt…

Update Dezember 2018:

Google Plus ist mittlerweile Geschichte. Was wir damals schon erkannt haben, ist in den vergangen Jahren immer deutlicher geworden: Was zählt ist guter Content mit Mehrwert. Wer diesen regelmäßig liefert, wird zur Autorität auf seinem Gebiet. Gute Inhalte werden nicht nur konsumiert, sondern auch geteilt und genau dieses Verhalten registriert Google und würdigt es mit besseren Rankings.

Kommentare

Michael Zachrau

Das ist exakt der Stand von 2014.
Nun, da alphabet angekündigt hat Google+ zum April 2019 einzustellen, dürfte der Tipp mit Google+ als Autoritäts-Tool überholt sein.
Vielleicht Zeit für ein Update des ansonsten sehr guten Glossar-Artikels?

Guten Tag Herr Zachrau,
gut erkannt, Google+ ist demnächst Geschichte. An der allgemeinen Aussage hat sich natürlich nichts geändert. Autorität wird immer noch über nützliche Inhalte erzeugt. Auf Webseiten oder eben in sozialen Netzwerken – nur nicht mehr in Google+.


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