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Google ergreift weitere Maßnahmen gegen Fake News

  • Geschrieben von Oliver Lindner am 21.03.2017

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Google ergreift weitere Maßnahmen gegen Fake News Wie bereits berichtet, entwickelte Google ein aktuell noch umstrittenes Label gegen Fake News. Wie erfolgreich dieses Fact Check-Label im Kampf gegen Falschmeldungen tatsächlich ist, zeigt sich erst nach längerfristig durchgeführten Tests. Bisher lief dieser Check ausschließlich in den USA und in Großbritannien. Nun will Google den Test auf die Länder Brasilien, Argentinien und Mexiko ausweiten. Ergänzend zu dieser Maßnahme sind weitere Aktivitäten geplant, die Internetnutzer vor Falschmeldungen schützen und deren Verbreitung zumindest eindämmen soll.

Quality Rater prüfen im Vorfeld
Während der Fakten Check im Rahmen des Google Labels erst durch den Benutzer in Gang gesetzt wird, soll die neue Maßnahme bereits im Vorfeld, also vor der Verbreitung von Nachrichten, aktiv werden. Sogenannte Quality Rater beobachten im Auftrag von Google kontinuierlich die Suchergebnisse und führen eine qualitative Bewertung durch. Diese erfolgt in Form eines umfangreichen von Google ausgegebenen Guides. Durch diese proaktive Maßnahme sollen Fake News schneller gefiltert und entfernt werden.

Qualitativ schlechte Seiteninhalte durch Quality Rater abgewertet
Eine weitere Maßnahme ist die Bewertung sogenannter qualitätsarmer Seiten. Dabei handelt es sich nicht um herkömmliche Seiten mit uninteressantem Content, sondern um eine spezielle Form von Webseiten. Dazu zählen unter anderem Seiten, die den Nutzern gezielt falsche Informationen liefern, indem sie eine bekannte Webseite nachahmen. Auch News-Seiten, die gezielt auf Falschmeldungen setzen oder Webinhalte, die auf Verschwörungstheorien oder zweifelhaften medizinischen Informationen basieren, erhalten das Siegel der Qualitätsarmut. Dies gilt ebenfalls für alle Webseiten mit rassistischen Inhalten, die sich durch den Aufruf von Hass und Gewalt gegenüber anderen Menschengruppen auszeichnen.

Dieser Schritt ist jedoch nur ein Teil des aktuellen Maßnahmenkatalogs, der seine Fortsetzung in der Vergabe der “ärgerlich-beleidigend”-Flag durch die Quality Rater findet.

Vergabe der “ärgerlich-beleidigend”-Flag soll Algorithmus beeinflussen
Nachdem die Quality Rater sogenannte qualitätsarme Seiten lokalisiert haben, greifen sie auf Wunsch von Google zur “ärgerlich-beleidigend”-Flag und kennzeichnen damit Seiten mit offensichtlichen Fake News. Ein Verfahren, das im ersten Schritt keinen Einfluss auf das Ranking der Seite an sich nimmt. Allerdings informiert die Vergabe jene Google-Mitarbeiter, die für die Algorithmen von Google verantwortlich sind.

Mit dieser Vorgehensweise sollen die Algorithmen lernen, Seiten mit Fake News automatisch zu erkennen. Tritt dieser Fall ein, wirkt sich dies auf die allgemeine Suche positiv aus, da die Wahrscheinlichkeit, geflaggte Seiten in den Suchergebnissen aufzufinden, wesentlich geringer ist als die Auflistung normaler Seiten.

Kombinierte Ergebnisse bei der “ärgerlich-beleidigend”-Suche
Da der Schwerpunkt der Maßnahmen auf dem Verhindern der Verbreitung von Fake News liegt, sind diese Informationen bei einer gezielten Suche, die”ärgerlich-beleidigend” toleriert, weiterhin verfügbar. Um den Nutzer trotzdem entsprechend zu informieren, listen die Suchergebnisse zu den gekennzeichneten Fake News immer zusätzliche faktenbasierte und verifizierte Inhalte zum Thema auf.

Schwieriger Spagat zwischen Falschmeldung und Meinungsfreiheit
So lobenswert die von Google ergriffenen und geplanten Maßnahmen gegen die Verbreitung von Fake News sind, so schwierig wird es für das Unternehmen selbst, einwandfrei zwischen Fake News und freier Meinungsäußerung sowie Seiten mit Satire-Inhalten zu differenzieren. Trotzdem ist dieser Schritt als sehr positiv zu bewerten. Denn es steht jedem Benutzer weiterhin frei, sich für das Lesen einer angeblichen Fake News zu entscheiden, sie zu glauben oder sie im Bereich der Satire abzulegen. Fakt ist, dass Google aktuell viel unternimmt, um die Verbreitung von Fake News drastisch zu reduzieren.

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