40 Prozent der Modekonsumenten informieren sich 2026 nicht aktiv über Mode, 2022 waren es noch 29 Prozent. Wichtigste Kaufkriterien sind Passform, Bequemlichkeit und Qualität. Nachhaltigkeitsversprechen verlieren an Bedeutung: Nur noch 60 Prozent der Konsumenten achten darauf. Temu, Shein und AliExpress erreichen über 16 Prozent aller deutschen Online-Modebestellungen. Der Secondhand-Markt wuchs auf 10,5 Milliarden Euro. Händler sollten funktionale Argumente kommunizieren und Push-Kanäle aktiv nutzen.
Modedesinteresse wächst: Funktionale Argumente schlagen Trends
40 % der Befragten geben an, sich nicht aktiv über Mode zu informieren gegenüber nur 29 % im Jahr 2022. Gute Passform, Bequemlichkeit, Preis-Leistungs-Verhältnis und hohe Qualität sind heute die wichtigsten Kaufkriterien.
Nachhaltigkeitsversprechen verlieren ihre Zugkraft
Nachhaltige und umweltfreundliche Herstellung ist nur noch für 60 % der Konsumenten wichtig ein Rückgang von 11 Prozentpunkten seit 2022. Die Bedeutung von Nachhaltigkeitssiegeln sank ebenfalls um 10 Prozentpunkte auf 42 %.
Temu, Shein & Co.: Rekordmarktanteil setzt Branche unter Druck
Auf Temu, Shein und AliExpress entfielen im zweiten Quartal 2026 laut bevh 5,3 % der deutschen Onlinehandelsumsätze ein neuer Rekordwert. Die Plattformen steigerten ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 20 % auf gut 1,1 Milliarden Euro. Im Online-Modehandel entfallen inzwischen mehr als 16 % aller Bestellungen auf diese asiatischen Anbieter.
Secondhand-Boom: Ein Milliarden-Markt verändert die Zielgruppendynamik
Der Online-Secondhand-Markt in Deutschland erreichte 2025 rund 10,5 Milliarden Euro Umsatz 84 % mehr als 2019. Re-Commerce wuchs zuletzt um über 21 % auf knapp 2 Milliarden Euro Umsatz. Kleidung zählt dabei zu den beliebtesten Kategorien, besonders bei Millennials und der Generation Z.
Was Sie jetzt konkret tun sollten
- Hersteller und Händler: Überarbeiten Sie Ihre Produktseiten und Anzeigentexte mit Fokus auf funktionale Kaufargumente Passform, Materialqualität, Tragekomfort anstelle von Trendaussagen oder saisonalen Kollektionsbeschreibungen.
- Online-Händler: Investieren Sie in aktive Push-Kommunikation über E-Mail-Automatisierung und Social-Media-Retargeting, um Konsumenten zu erreichen, die sich nicht eigenständig über Mode informieren. Warten Sie nicht auf organische Suchanfragen.
- Modemarken mit Nachhaltigkeitspositionierung: Verlagern Sie den kommunikativen Schwerpunkt auf Preis-Leistungs-Stärke und messbare Qualitätsmerkmale. Kommunizieren Sie Nachhaltigkeitsaspekte als ergänzendes Signal nicht als alleiniges Verkaufsargument.
- Etablierte Händler im Wettbewerb mit Temu & Shein: Bauen Sie differenzierende Serviceleistungen aktiv in Ihre Markenkommunikation ein: schnelle Lieferzeiten, kulante Rückgaberegelungen, persönliche Beratung und transparente Produktherkunft. Machen Sie diese Vorteile in Ihren Kampagnen explizit sichtbar.
- Marken mit Zielgruppe Millennials und Gen Z: Entwickeln Sie ein Re-Commerce-Angebot oder kooperieren Sie mit Secondhand-Plattformen. Nutzen Sie Ankaufprogramme als Kundenbindungsinstrument und als Einstiegspunkt für Erstkundenkontakte, die Sie anschließend in den Neuwarenkanal weiterentwickeln können.
- Content-Marketing-Verantwortliche: Erstellen Sie Inhalte, die konkreten Mehrwert bei Kaufentscheidungen liefern Pflegeanleitungen, Passformratgeber, Materialvergleiche. Solche Inhalte bedienen die Kaufkriterien, die Konsumenten 2026 tatsächlich bewegen, und stärken gleichzeitig die organische Sichtbarkeit.
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