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Behauptung: Google wird es Yandex gleich tun und mittel- bis langfristig keine Backlinks in die Berechnung des Rankings einer Webseite einbeziehen.

Begründung: Es gibt massiv viele Hinweise darauf, dass Google dem „negativem SEO“ nicht Herr wird und letzten Endes nicht Herr werden kann.

Was ist „negatives SEO“?

Negatives SEO ist das absichtliche Manipulieren des Google Algorithmus um dem Ranking einer anderen Webseite zu schaden. „Black Hat“, nur nicht um sein eigenes Ranking „unnatürlich“ zu verbessern, sondern das Ranking eines Wettbewerbers zu beschädigen.

Negatives SEO – Eine Auswahl von Beispielen

1. Barry Schwartz von SearchEngingeRoundTable berichtet von einem SEO, der einfach mal 84 Unternehmen im Vereinigten Königreich angeschrieben hat, um die Dienstleistung „negatives SEO für die Konkurrenz“ anzubieten. Dies ist die Auswertung der Antworten:

negatives seo - auswertung

 

Nachlesen könnt ihr das hier: 80% Of Those Solicited Wanted Negative SEO Services, der Originalartikel ist hier: Shocking research reveals:79% of online companies willing to sabotage competitor’s website.

84 Unternehmen sind nicht viel. Besagter SEO hat aber Firmen aus unterschiedlichsten Branchen befragt, von daher kann man mit viel gutem Willen von einer repräsentativen Umfrage sprechen.

2. Sucht man auf searchengingejournal nach „negative seo“, bekommt man 1300 Ergebnisse:

negative_seo searchenginejournal

Auf MOZ sind es 30.000:

negative_seo MOZ

3. SEO United berichtet in einem Beitrag von 2012 über ein dreistes Angebot für negatives SEO.

4. 2013 hatte der Suchradar das Fokusthema „negative SEO“, wie man es erkennen und verhindern kann.

Neben Berichten über negatives SEO und der Theorie, gibt es nicht wenige Anwendungsfälle:

5. Das setzen von Backlinks auf PPP (Pills, Porn, Poker) Seiten oder das zuspammen von Blogkommentaren sind nur die „einfachsten“ und verbreitetsten Möglichkeiten.

Eine gute Case Study dazu gibt es auf MOZ:

A Startling Case Study of Manual Penalties and Negative SEO.

6. Onlinemarketing.de berichtet von einer negativen SEO Attacke auf SEO-Agenturen. In den Kommentaren dieses und anderer Artikel zum Thema, wird deutlich dass negatives SEO kein Einzelfall ist.

7. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe anderer Arten negatives SEO zu betreiben, ein Beispiel zeigt Bartosz Góralewicz:

Negative SEO with No Backlinks? A Case Study.

8. Auch die Manipulation der Autosuggestfunktion, des Pagespeeds oder der Spam-Report stellen Möglichkeiten für negatives SEO dar.

9. Linkbird hat eine ausführliche 2-Teilige Serie über eine Webseite die von negativem SEO betroffen ist veröffentlicht.

Was sagt Google dazu?

2001: There is nothing a competitor can do to harm your ranking or have your site removed from our index.

2003: There is almost nothing a competitor can do to harm your ranking or have your site removed from our index.

Heute: Google works hard to prevent other webmasters from being able to harm your ranking or have your site removed from our index.

Aussagen gefunden in: Linkresearchtools – 7 Negative SEO Protection Tips.

 

Wie entdecke ich negatives SEO an meiner Webseite?

Damit nicht allein die Möglichkeiten negativen SEOs aufgezählt werden, müssen jetzt auch Hinweise zum entdecken, vermeiden und bereinigen von „negativem SEO“ her. Ziel von negativem SEO ist es, die Rankings in den Keller rauschen zu lassen. Deswegen empfiehlt es sich, seine Rankings und seine Backlinks kontinuierlich zu überwachen.

Backlinks

Die Google Webmaster Tools sind das erste (und kostenlose) Mittel der Wahl um seine Backlinks zu überwachen. Allerdings sind die Backlinks in den Webmastertools, vor allem bei größeren Seiten, nicht immer vollständig. Daneben gibt es eine ganze Reihe von Tools, mit denen man die Menge und die Qualität der eigenen Backlinks überprüfen kann. Das bekannteste kostenpflichtige ist wohl Linkresearchtools. Die Link Alerts dokumentieren alle neu hinzugekommenen Backlinks.

Sobald die Zahl der Backlinks sprunghaft ansteigt oder man seine Domain auf unseriösen Seiten entdeckt, sollte man einen Disavow vornehmen.

Pagespeed

Ein geringer Pagespeed ist, unabhängig von negativem SEO, schlecht für das Ranking. Sackt der Pagespeed aber dramatisch ab, kann dies ein Hinweis auf Attacken gegen die eigene Webseite sein, wie im obigen Fall von Bartosz Góralewicz (Punkt 7.) dokumentiert.Überprüfen könnt ihr euren Pagespeed mit Googles Page Speed Tools.

Malware

Manche Malware ist offensichtlich und wird von den meisten Browsern mit einer Warnung gekennzeichnet:

Malware benachrichtigung

In diesem Fall empfiehlt es sich einen Spezialisten aufzusuchen. In den meisten Fällen ist ein Update des CMS erforderlich oder sogar eine komplette Neuinstallation. Deswegen sollte man regelmäßig Backups seiner Webseite vornehmen.

Es gibt Malware die nicht durch eine solche Warnung gekennzeichnet ist und nur sichtbar ist, wenn man eine Seite mit den Augen eines Crawlers betrachtet. Das geht bspw. durch das Firefox Plugin „User Agent Switcher„. Über einen solchen Fall haben wir letztes Jahr berichtet.

Falls ihr den Verdacht hab, Opfer von negativem SEO zu sein, steht die SEO-Küche natürlich mit Tat und Rat zur Seite.

Fazit

– Negatives SEO ist in nicht wenigen Unternehmen eine akzeptierte Technik um einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern zu bekommen und damit Teil des unternehmerischen Handelns.

– Die Möglichkeiten von negativem SEO sind umfassend: Backlinks, Server-Hacks, Malware, Page-Speed Hacks, Autosuggest-Manipulation, etc…

– Negatives SEO ist ein Thema in der SEO-Branche und kommt nicht so selten vor wie man denken mag.

– Google hat keine oder wenige effektive Möglichkeiten gegen negatives SEO vorzugehen – ein technologisches Wettrennen zeichnet sich zwischen Google und „Black Hats“ ab.

Bedeutet: Der einzige Weg für Google negatives SEO zu verhindern ist, Backlinks aus der Berechnung des Rankings herauszunehmen.

Und genau so etwas deutet John Mueller in einem Webmaster Hangout vom 26.1.2015 an:

[youtube id=“ThA4_XtlPMI#t=1563″ width=“600″ height=“350″]

 

Backlinks werden früher oder später nicht mehr in die Berechnung des Rankings mit einfließen. Das wäre der Tod für eine ganze Branche, die sich auf die Analyse und Akquirierung von Backlinks spezialisiert hat. Das ist eine starke Behauptung, die realistischerweise korrigiert werden sollte:

Google wird vermutlich (mittelfristig) nur die „guten“ Links für das Ranking gelten lassen und alle schlechten Links pauschal verdammen. Von daher: Baut gute Links!

Angaben zur Zeitspanne sind reine Spekulation, „mittelfristig“ könnte 3-5 Jahre bedeuten.

Wer ist anderer Meinung?

(Dies ist nicht die Meinung der SEO-Küche, sondern die Meinung des Autors)

 



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Kommentare


Jann 12. Februar 2015 um 23:05

Ist echt erschreckend.. Liegt vielleicht daran, dass sich die Leute darunter nicht wirklich was vorstellen können. Ist höchstwahrscheinlich strafbar aber sehr schwierig nachzuweisen.

Antworten

Alex L. 18. Februar 2015 um 17:57

Nachzuweisen, dass z.B. jemand „schlechte“ Links auf deine Seite setzt, wird wohl schwierig. Auch ist Arbeitsmangel vermutlich das geringste Problem der Bundesnetzagentur. Ergo: Selbst dagegen wehren und hoffen, dass es dann wieder nach oben geht.

Antworten

Nina 10. August 2016 um 12:01

Sehr interessanter Artikel zum Thema Seo! ich arbeite selbst bei einer Seo Agentur und möchte schlechte Werbung ebenfalls verhindern. Unsere Aufgabe ist es schließlich die Unternehmen gut zu präsentieren.

Antworten

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