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Was ist überhaupt ein AusbildungsScout?

Wie Ihr bereits am Titel erkennen könnt, geht es in diesem Blogbeitrag um meinen ersten Einsatz als AusbildungsScout in den 9. Klassen der Johann Rieder Realschule Rosenheim. Für alle unter euch, die sich jetzt gerade fragen was zum Teufel das sein könnte, gibt es zunächst einmal ein bisschen Input.

Die AusbildungsScouts sind eine Initiative der Internationalen Handelskammer, die ins Leben gerufen wurde, um dem wachsenden Trend hin zu unbesetzten Lehrstellen entgegen zu wirken. In den letzten Jahren entschieden sich immer mehr Schüler nach dem Abschluss für ein Studium oder eine weiterführende Schule, vor allem aus Unsicherheit in der Berufsorientierung und der Hoffnung auf bessere Karrierechancen. Jedoch entspricht dies mittlerweile nicht mehr der Realität, denn heutzutage wird ein Meister gleichwertig mit einem Masterstudium angesehen, mit dem Unterschied, dass ein Student komplett ohne Berufserfahrung in den Arbeitsmarkt einsteigt, während ein Meister schon mehrere Jahren in seinem Beruf gearbeitet hat. Unsere Aufgabe als AusbildungsScout besteht darin, den Schülern von unserem Ausbildungsberuf und unseren Chancen nach beendeter Ausbildung zu berichten und um sie bei der Berufsorientierung zu unterstützen.

Meine ersten Schritte als Scout

Damit ich für meinen Auftrag auch angemessen und professionell vorbereitet war, besuchte ich am 5. September ein Vorbereitungsseminar der IHK. Dort lernten wir in einer Gruppe von etwa 10 Leuten, welche Informationen über unseren Ausbildungsberuf für Schüler interessant sein könnten und wie wir diese – möglichst ohne branchenspezifische Fachsimpelei – am besten übermitteln könnten. Nicht unbedingt eine leichte Aufgabe, denn manchmal ist einem gar nicht mehr so bewusst, wie häufig man Fachwörter verwendet, die ein Laie nicht verstehen würde.

Marie ist bei uns eine von drei Auszubildenen zur Kauffrau für Marketingkommunikation in der SEO-Küche.

Das Seminar bereitete uns gut auf den Schulbesucht vor, es gab sogar eine Übungs-Präsentation, sodass wir eigentlich bis zu unserem ersten Einsatz nichts mehr zu tun hatten, lediglich die Powerpointpräsentation musste ich noch gestalten. Nachdem das Seminar geschafft war, musste ich also nur noch warten bis ein Einsatz in unserer Umgebung stattfinden würde, zu dem eine Kauffrau für Marketingkommunikation gut passen könnte. Einige Monate später war es dann auch schon so weit: ich bekam eine E-Mail mit der Anfrage, ob ich nicht an der Johann Rieder Realschule mein Debüt als AusbildungsScout geben wollen würde.

Ein Scout kommt selten allein

Montag 11. Dezember, 8:45 Uhr; Ort: Johann Rieder Realschule Rosenheim.

Nach einer, wie meistens um diese Uhrzeit in Rosenheim, äußerst spannenden Parkplatzsuche war ich nun auf dem Weg zum vereinbarten Treffpunkt. Dort angekommen blieben mir noch einige Minuten, um mich ein wenig zu orientieren. Wie würden die Schüler hier so sein? Wer von den anderen Leuten, die im Eingangsbereich saßen, könnte ebenfalls ein Scout sein? Mir war bereits bekannt, dass wir mehrere Scouts sein würden, doch mit wem ich heute gemeinsam Präsentieren würde, war mir bisher leider nicht bekannt. Langsam machte sich ein wenig die übliche leichte Aufregung in meinem Magen breit: Was würde auf mich zukommen? Wir werden die Schüler alles annehmen?

Schließlich erspähte ich Frau Rudolf, unsere Koordinatorin und Ansprechperson. Sie stellte uns kurz gegenseitig vor und erklärte den heutigen Ablauf. Nachdem anschließend noch etwas Zeit bis zum Unterrichtsbeginn war, warteten wir bis zu unserer ersten Unterrichtsstunde im Lehrerzimmer. Es war definitiv seltsam Schule mal von dieser Seite zu sehen, was mich unweigerlich an meine Schulzeit zurück denken ließ und ich stellte mir vor, wie meine damaligen Lehrer wohl im Lehrerzimmer Kaffee-trinkend herumgesessen und den Unterricht der nächsten Stunde vorbereitet haben könnten.

Die Ruhe vor dem Sturm

Besser kann man es nicht sagen, denn kaum ertönte der Gong zum Stundenwechsel ging es rund. Während einige Lehrer plötzlich los stürmten, saßen die anderen noch ganz gemütlich auf Ihrem Platz und packten in Ruhe ihre Sachen zusammen. Mittendrin wir – ein paar verlorene AusbildungsScouts auf der Suche nach dem einen Lehrer, der uns zum Klassenzimmer bringen sollte. Dennoch klappte alles wie geplant und kaum waren wir am Klassenzimmer angekommen legten wir auch schon los.

Der Ablauf stand ebenfalls schon fest: pro Klasse durften zwei Scouts ihren Ausbildungsberuf vorstellen, während ein dritter Stifte, einen Frage- und einen Feedbackbogen verteilte, sowie eine kurze Einführung zu unserem Projekt gab. In unserem Team war ich an diesem Tag die Einzige, die bisher noch keine Erfahrungen als Scout hatte. Also traf es sich gut, dass ich bei unserer ersten Klasse keine der zuvor genannten Aufgaben hatte. So hatte ich die Chance mir zunächst ein Bild davon zu machen, was in den nächsten zwei Stunden auch auf mich zukommen würde – und es war tatsächlich gar nicht so schlimm. Die Schüler störten keine unserer Vorträge und füllten auch bereitwillig die Zettel aus, stellten aber auch recht wenig Fragen – was vermutlich für Schüler recht normal ist.

Auf los geht’s los

In der nächsten Klasse, war nun ich an der Reihe. Während meine Kollegin die Einstiegsmoderation hielt, begann ich mich schon etwas zu strukturieren und legte anschließend los. Nachdem ich schließlich etwas über der Zeit fertig war die Schüler mit meinen Informationen zu überhäufen, war ich doch etwas erleichtert. Auch die folgende Präsentation in der folgenden Klasse klappte sehr gut, obwohl wir wegen technischen Schwierigkeiten die Powerpointpräsentation nicht verwenden konnten und die Ausgedruckte Datei über den Visualizer darstellen mussten. Dennoch war diese Präsentation mein besonderes Highlight an diesem Tag, denn als wir fertig waren kamen diesmal eine Menge Fragen. Der Lehrer hatte die Schüler nämlich zuvor darauf hingewiesen, dass sie sich diese Chance nicht entgehen lassen sollten. Immerhin habe ich vor kurzer Zeit in genau der gleichen Situation gesteckt: Der Berufswahl, der Zukunftsplanung. Dass ich so kurze Zeit später schon Vorträge vor Schulklassen halte, hätte ich da auch noch nicht gedacht.



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