Skip to main content

Alles drängt zum Mainstream – Die Crux mit den WDF*IDF-Tools

  • SEO-Küche Logo


PDF herunterladen

Eine Kolumne von Ullrich Bemmann

WDF*IDF als Handwerk

mobile apps concept

Die Onpage-Optimierung ist eine grundlegende Voraussetzung dafür, um mit seiner Website für ein Keyword gut in den Suchergebnissen platziert zu sein. Wesentlicher Bestandteil der Optimierung auf der Seite selbst, ist die Optimierung des „Contents“ auf der Zielseite. Da die Suchmaschinen vor allem textbasiert arbeiten, heißt dies, dass der Suchbegriff und thematisch verwandte und relevante Keywords im (Quell)Text der Seite vorkommen müssen. Die meisten Suchmaschinenoptimierer bedienen sich dazu der WDF*IDF-Analyse, ein mathematisch-statistisches Verfahren, bei dem relevante Terme und ihre Häufigkeit ermittelt werden. Auch Karl Kratz verteidigt dieses Verfahren in eindrucksvoller Art und Weise. Soweit, so gut, nur hat dieses Verfahren einen eingebauten „Fehler“, der sich am besten anhand eines Beispiels erläutern lässt.

Entscheidung für die Nische oder „tricksen“?

Nehmen wir an, Herr X betreibt einen Shop für ein Produkt, mit dem er in den Suchergebnissen ranken möchte. Wichtigster Hersteller dieses Produktes ist die Firma Z, deren Produkte in vielen Shops gelistet sind. Das führt dazu, dass das WDF*IDF Tool den Herstellernamen Z als relevanten Term in der Analyse präsentiert. Das Dumme daran ist nur, dass Herr X in seinem Shop keine Produkte von Z verkauft, er hat sich auf die relativ unbekannte Marke Y spezialisiert. Was kann er nun tun?

Lässt man den Ansatz außen vor, dass Herr X die Marke Z in sein Portfolio aufnimmt – eine kaufmännische Entscheidung, die weitreichende Auswirkungen hat, bleiben ihm zwei Möglichkeiten, das Suchmaschinen-Problem zu lösen. Entweder Herr X sucht sich ein Nischen-Keyword, bei dem Hersteller Z keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt, dafür aber Y. Oder er fügt, um den Ergebnissen der WDF*IDF-Optimierung zu entsprechen, den Herstellernamen z.B. in die Alt Tags seiner Bilder ein, wo der Markenname im Normalfall für die Kunden unsichtbar ist und so keine Verwirrung stiften kann. Etwaige rechtliche Probleme beim Verwenden einer fremden Marke lassen wir hier einmal außen vor.

Realistisch betrachtet, werden viele Suchmaschinenoptimierer Variante 2 bevorzugen, denn die WDF*IDF-Methode hat ihre Praxistauglichkeit bewiesen. Und Keywords mit höherem Suchvolumen sind freilich attraktiver, auch wenn die Konkurrenz da stärker ist. Am Ende bringt Platz 3 oder 4 für ein Hauptkeyword mehr Traffic auf die Seite als Platz 1 für ein sehr spezielles Nischen-Keyword.

Wenn die Optimierung die Möglichkeiten einschränkt…

Doch welche Auswirkungen hat diese „Unterwerfung“ unter das WDF*IDF-Prinzip? Die gut platzierten Seiten enthalten den Herstellernamen Z unabhängig davon, ob die Shops die Marke anbieten. Herrn X und seinen Kollegen bleibt nichts anderes übrig, als das Spiel mitzuspielen, wollen Sie auf die oberen Plätze. Dadurch „zementieren“ sie die Wichtigkeit von Z, auch wenn der Hersteller vielleicht gerade an Marktanteilen zugunsten von Y verliert. Die WDF*IDF-Analyse generiert eine Art selbsterfüllende Prophezeiung. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem einige gutplatzierte Shops Y listen, dürfte es einigermaßen schwer sein, ohne „Tricks“ bei der Optimierung auszukommen. Herr X und seinen Mitstreitern bleibt somit nur die Möglichkeit, guten Content um das Produkt herum zu schaffen, der ohne X auskommt und so zu hoffen, dass sich die Gewichte langfristig verschieben. Auch Aktivitäten der Marke Y selbst können diese Verschiebung bewirken.

WDF*IDF

Das Beispiel hat das Problem sicher klar gemacht – wenn alle Suchmaschinenoptimierer wie die Lemminge hinter den Vorgaben der WDF*IDF-Tools her rennen, etabliert sich ein gewisser Satz an (mehr oder weniger) relevanten Termen, der sich auf allen erfolgreichen Seiten zum Thema findet. Abseitiger Aspekte eines Themas werden immer weiter an den Rand gedrängt. Die Inhalte auf den Landingpages gleichen sich einander somit immer mehr an.

Content ist und bleibt King!

Zum Glück sind das Internet und das Suchmaschinengeschäft nicht statisch und die Updates von Google & Co. wirbeln ebenso wie Innovationen alles wieder durcheinander. Dann sind die Anbieter im Vorteil, die auf der aktuellen Welle mitsurfen können und / oder einzigartigen Content bieten. Für einen langfristigen Erfolg dürfte der gute Content entscheidend sein. Und dass diese eigenständigen, aktuellen und spannenden Inhalte die hohe Schule des SEO sind, das wissen eigentlich alle Akteure in diesem Spiel.

Kommentare

Moin. Der Artikel zeigt, dass nicht richtig zugehört bzw. nur die Hälfte verstanden wurde: Du sprichst lediglich zwei von vier wesentlichen Anforderungen an, damit das Funktionsprinzip reproduzierbar funktioniert.

Dafür ist das Bild mit dem Husky niedlich. Very SEO. So much holistisch. Arf. 😉

Ullrich Bemmann

Wären Sie bitte so freundlich, die Kritik zu konkretisieren und mir aufzuzuzeigen, was genau ich nicht verstanden habe?
Der Artikel richtet sich übrigens nicht gegen das WDF*IDF-Verfahren an sich, sondern gegen die “Optimierung” aller Texte zu einer Keywordsuche mit dem gleichen Repertoire an Begriffen, da diese so an Bedeutung gewinnen, die ihnen vielleicht nicht zusteht. Persönlich bin ich der Meinung, dass man zuallererst gute Texte schreiben sollte, die der Besucher auch lesen kann und will. Mathematik sollte da nur eine untergeordnete Rolle spielen. Als Ideen- bzw. Stichwortgeber sind die Tools ja OK.


Hast du eine Frage oder Meinung zum Artikel? Schreib uns gerne etwas in die Kommentare.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht

Jetzt den SEO-Küche-Newsletter abonnieren

Ähnliche Beiträge

Keine Ideen für Content? So hilft Euch Datenanalyse weiter

  • christoph pawletko
  • von Christoph
  • 14.01.2022

4 Wege, wie Dir Datenanalyse helfen kann, neue Ideen zu entwickeln und Inhalte zu optimieren Wenn Eure Konkurrenten besser ranken als Ihr, gibt es dafür wahrscheinlich einen guten Grund. Datenanalysen lassen sich sehr gut nutzen, um diese Gründe herauszufinden und neue Content-Ideen zu entwickeln, mit denen Ihr die Lücke schließen […]

Prduktseite Google Tipps für Produktbeschreibungen

Darum ranken eure Produktseiten nicht

  • christoph pawletko
  • von Christoph
  • 07.01.2022

Eigenschaften sollten auf Produktseiten auch im Text auftauchen Produktseiten enthalten in der Regel ein Produktbilder und die wichtigsten Informationen zum Produkt. Damit das Produkt bei Google auch gefunden werden kann, sollten auch alle Produkteigenschaften im Produkttext vorkommen. Nur dann kann das Produkt auch für alle wichtigen Produkteigenschaften ranken. Ein gutes […]

Digitale Inhalte Richtlinie (EU) 2019/770

Richtlinie (EU) 2019/770 (Digitale-Inhalte-Richtlinie)

  • Händlerbund
  • von Haendlerbund
  • 23.12.2021

Diese Änderungen bringt die Digitale-Inhalte-Richtlinie 2022 Im neuen Jahr kommt es zu einigen rechtlichen Änderungen im Verbrauchsgüterkauf. Der Gesetzgeber muss sich dem technischen Fortschritt anpassen und so wird es spezielle Regeln für digitale Inhalte und digitale Dienstleistungen geben. Neben der Warenkaufrichtlinie und der Umsetzung der Omnibus-Richtlinie wird im neuen Jahr […]

Titelbild Google Abstrafung

Google Abstrafung: Algorithmus-Penalty oder manuelle Maßnahme? Was tun?

  • christoph pawletko
  • von Christoph
  • 17.12.2021

So erkennt ihr, warum eure Rankings abstürzen Oft werden stärkere Änderungen in den Google Rankings gleich als Google Penalty bzw. Abstrafung bezeichnet. In den meisten Fällen liegt jedoch kein direkter Eingriff seitens Googles vor, sondern lediglich eine normale Neubewertung durch den Google Algorithmus. Eine Google Abstrafung wegen schlechter Links oder […]

Nachhaltigkeit für klimaneutrale Website

CO2-neutrale Website: Unsere Website ist klimaneutral

  • christoph pawletko
  • von Christoph
  • 08.12.2021

Die SEO-Küche als Teil der Initiative CO2 neutrale Website Nachhaltigkeit wird in allen Bereichen immer wichtiger, auch im Online-Marketing. Auch das Internet an sich verbraucht CO2, denn jede Website wird irgendwo gespeichert, jeder Server und jeder Datentransfer verbraucht Strom. Die SEO-Küche bemüht sich in allen Bereichen nachhaltig zu arbeiten, daher […]

neue Gesetze im Onlinehandel 2022

Für Onlinehandel: Gesetzesänderungen ab 2022

  • Händlerbund
  • von Haendlerbund
  • 02.12.2021

Diese Gesetzesänderungen für den Verkauf mit Verbrauchern bringt das neue Jahr Der Jahreswechsel wird gerne genutzt, um ein paar neue Gesetze auf den Weg zu bringen. Mit der Umsetzung einiger EU-Richtlinien ändert sich gerade im B2C-Bereich im Jahr 2022 einiges. Neben Änderungen im Verpackungs- und Elektrogesetz, wird im Januar die […]