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Was ist Yahoo?

Neben Google gehört auch Yahoo zu den größten Internetunternehmen. Weltweit nutzen rund 700 Millionen Menschen die zahlreichen Online-Dienste von Yahoo, darunter Mails, Chat, Videos und News.

Die Bedeutung von „Yahoo“

Yahoo ist das Akronym für „Yet Another Hierarchical Officious Oracle“. Die beiden Gründer Jerry Yang und David Filo betonen allerdings, sie hätten den Namen aufgrund der wörtlichen Bedeutung genommen. Wörtlich bedeutet „yahoo“ übersetzt „ungehobelt“, „roh“ bzw. „unverfälscht“.

Welche Dienste bietet Yahoo?

Wie Google bietet auch Yahoo neben der Suchmaschine ein breites Angebot an Online-Diensten. In Deutschland gehören zu den bekanntesten Yahoo Produkten folgende:

  • Yahoo Startseite
  • Yahoo Suchmaschine
  • Yahoo Nachrichten
  • Flickr
  • Yahoo Messenger
  • Yahoo Mail

Dabei hat der E-Mail-Dienst den höchsten Anteil, auch wenn hier die Nutzerzahlen in den seit 2009 fast stetig nach unten gehen.

Die Anfänge des Unternehmens

Die Anfänge der Marke Yahoo! sind im Jahr 1994 zu finden, als die Stanford-Studenten David Filo und Jerry Yang in ihrem Wohnwagen ihren „Guide to the World Wide Web“ als Hobby und erst für ihre private Nutzung auf die Beine stellen. So entstand das erste und älteste Linkverzeichnis, dessen Idee den heute weltweit tausendfach vorhandenen Webverzeichnissen bzw. Webkatalogen zugrunde liegt. Das Verzeichnis wurde schnell sehr populär und konnte schon nach wenigen Monaten mehr als eine Million Anfragen vorweisen.

Die offizielle Gründung von Yahoo fand 1995 statt, schon ein Jahr später ging das Unternehmen an die Börse. Die deutsche Portalversion existiert seit 1996. In den Folgejahren expandierte Yahoo u.a. nach Frankreich, Australien und Argentinien. Heute ist Yahoo ein international ausgerichteter Internetkonzern.

Werbeeinnahmen als größtes Standbein

Die meisten Einnahmen generiert Yahoo aus Werbung. Damit konnte das Unternehmen vor allem in den Neunzigern sehr hohe Gewinne erzielen. Einen Einbruch gab es allerdings durch die Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende. In den folgenden Jahren stagnierte der Umsatz, wodurch sich Yahoo schließlich zur Änderung seiner Geschäftsstrategie entschloss.

Das Angebot der kostenlosen Dienste wie Mails wurde um kostenpflichtige Dienste erweitert. Im Rahmen dieser Änderung kaufte Yahoo z.B. Flickr und HotJobs.

Zu Beginn des Jahres 2014 stellte die aktuelle Vorstandsvorsitzende Marissa Mayer ihre Strategie vor, wie das Unternehmen in Zukunft die Werbeeinnahmen erhöhen soll. Dazu gehören vor allem Online-Magazine für Mobilgeräte zu unterschiedlichen Themen, wobei hier die Werbung innerhalb der Beiträge eingebaut werden soll.

Yahoo – Partnerschaften und Übernahmen

Im Laufe der Zeit hat Yahoo zahlreiche kleinere und größere Unternehmen übernommen bzw. ist strategische Partnerschaften eingegangen:

Microsoft
2009 ist der Beginn der Partnerschaft zwischen Yahoo und Microsoft. Dabei geht es um die Suchtechnologie beider Unternehmen: Microsoft möchte seine Suchmaschine Bing durch die Yahoo-Suchtechnologie weiter verbessern, um damit besser mit Google konkurrieren zu können. Seit Beginn der Partnerschaft basiert die Suche bei Yahoo demnach auf Bing. Im Gegenzug kümmert sich Yahoo um den Vertrieb der Online-Anzeigen für beide Unternehmen. Geplant ist die Partnerschaft vorerst für 10 Jahre.

Flickr
Die Übernahmen des Bilderportals Flickr erfolgte im März 2005 und soll rund 35 Millionen Dollar gekostet haben. Mittlerweile ist Flickr fest in die Yahoo-Dienste integriert und nur über einen Yahoo-Account nutzbar.

Tumblr
2013 übernimmt Yahoo das Blogportal Tumblr. Preis: 1,1 Milliarden Dollar. Yahoo wollte damit vor allem wieder bei der jüngeren Zielgruppe punkten, von denen immer mehr Tumblr als Alternative zu Facebook nutzen. Auf Tumblr befinden sich mehr als 100 Millionen Blogs, täglich kommen fast 100 Millionen neue Einträgen in Form von Bildern, Posts oder Blogbeiträgen hinzu.

Hackerangriff und Milliarden-Forderung

Im Jahr 2012 musste Yahoo einige Rückschläge verkraften. Jerry Yang, einer der beiden Gründer, verließ das Unternehmen. Außerdem gab es einen Hackerangriff, bei dem rund 450.000 Kundendaten entwendet wurden. Nach Aussagen der Hacker waren die Daten nur unzureichend gesichert und sogar unverschlüsselt. Ähnliche Angriffe gab es übrigens auch Anfang 2014, obwohl hier die Datenübermittlung vermutlich über andere Unternehmen erfolgte.

Ebenfalls 2012 wurde Yahoo in Mexiko zu einer Strafzahlung von 2,7 Milliarden Euro verurteilt. Der Grund: Vertragsbruch. Die Firmen Ideas Interactivas und Worldwide Directories warfen dem Unternehmen vor, bei einem Serviceverzeichnis ihnen zustehende Gewinne eingestrichen zu haben. Yahoo hat Einspruch erhoben und sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen. Der Ausgang des Prozesses ist offen.

Yahoo vs. Google

Bis Februar 2004 nutzte Yahoo für seine Suchmaschine die Daten von Altavista, Inktomi und Google. Nach Beendigung des Vertragsverhältnis mit Google verwendete das Unternehmen eigene Suchalgorithmen. Mit der Partnerschaft mit Microsoft im Jahr 2009 liefert die Yahoo-Suchmaschine fast identische Ergebnisse mit Bing.

In Deutschland liegt Yahoo laut Umfrageergebnissen vom Anfang des Jahres 2015 auf dem dritten Platz hinter Google und Bing. Das entspricht einem Marktanteil von 1,66 Prozent. In den USA sieht die Verteilung allerdings etwas anders aus. Seit November 2014 besteht zwischen Yahoo und Mozilla eine Partnerschaft. Die Auswirkungen auf Google waren bereits einen Monat später durch einen Rückgang von 77,3 auf 75,2 Prozent Marktanteil sichtbar. Für Google ist das in den USA der schlechteste Wert seit 2008.

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