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Eric Kubitz von CONTENTmanufaktur.net ist heute unser Gast beim SEO-Plausch in der Küche!

 

Eric KubitzEric Kubitz ist einer der beiden Geschäftsführer der CONTENTmanufaktur und bringt dort sein technisches Know-How, seine SEO-Erfahrung und sein Verständnis für Online-Journalismus ein. Sein Wissen gibt er sehr gerne in Vorträgen und Schulungen weiter, z.B. für die SMX, die SEOkomm, die Deutsche Journalistenschule in München, die Duale Hochschule Baden Württemberg in Ravensburg, die Hochschule Augsburg und die Akademie der Bayerischen Presse. Darüber hinaus hat der die DVD „Suchmaschinenoptimierung“ für den Galileo-Verlag produziert, betreibt das SEO-Book (www.seo-book.de) und gehört laut t3n zu den 100 einflussreichsten digitalen Menschen in Deutschland.

 

Hast du #deathbycontentshit von Karl Kratz gelesen? Was würdest du darauf antworten?

Karl hat mal wieder recht! Seit Panda hat die SEO-Branche entdeckt, dass der „Content“ auf der Seite wichtig ist. Und wie reagiert sie? Indem irgendwelche Werte über Textlänge oder semantische Optimierungen zu einem autistischen Gesetz werden und man für jede Produktseite über „Kleiderbügel“ nun hunderte von Wörtern verbaut. Das ist aber – vorsichtig ausgedrückt – Schwachsinn. Denn du brauchst immer genau den Inhalt, der dem Leser mehr Wissen und ein gutes Gefühl vermittelt. Und das müssen nicht 300 Wörter mit WDF*IDF-Analyse sein. Es gibt Produkte und Themen, die werden besser in ein paar Wörtern und vielleicht einer schicken Infografik behandelt. Und andere benötigen ein ganzes Whitepaper. Also quält euch und uns nicht mit irgendwelchen Standard-Vorgaben sondern denkt darüber nach, was SINN macht.

 

Das gilt übrigens auch gerade bei der Themensammlung: Was ist der Mehrwert, wenn ich über ein wenig bewegtes Thema jeden Tag einen Blogbeitrag schreibe? Diese versanden doch und der Blog wird in den Köpfen der Leser als Textschwemme eingestuft. Mein Tipp: Berichte, wenn etwas Relevantes passiert – und berichte darüber so, wie du das deinen besten Freunden beschreiben würdest. Denn genau das sollten deine Leser für dich sein.

Was hälst du von seinem Argument, wir würden von Content „überschwemmt“ werden, womit Content letzendlich irrelevant wird?

Wie schon gesagt, wenn man wegen solch autistischer Vorgaben darum bemüht, täglich tausende Wörter abzusondern, dann führt das zu einer Contentschwemme, die unerträglich ist. Allerdings: Was in diesem Zusammenhang auch immer wieder genannt wird, ist die Befürchtung, dass wir plötzlich viel mehr Inhalte als früher haben und deshalb damit überfordert sind. DAS ist Unfug. Von Informationen überfordert sind wir schon seit dem Jahrtausendwechsel. Aber wenn man sich nach wirklich gutem Content umschaut, dann wird die Luft ziemlich dünn.

 

Nun, das ist vielleicht der Grund, warum das Kuratieren, also die Sammlung von ordentlichen Inhalten zu einem Thema mit Verlinkung darauf, gerade gute Chancen hat, zu einem Trend zu werden.

Was ist die Zukunft des Content Marketings? Wird SEO PR-lastiger oder gar Bereiche klassischer Werbung für sich beanspruchen?

Was ist Content Marketing eigentlich? Das Erstellen von ganz besonders guten Inhalten und deren Verbreitung. Ich denke, das ist das, was Publisher schon seit Jahrzehnten und mit jeweils unterschiedlichen Bezeichnungen machen. Und die Zukunft davon ist ungebrochen prima. Ich habe allerdings zwei Sorgen in diesem Zusammenhang: Erstens befürchte ich, dass nun viele meinen, man könnte das automatisieren und dementsprechend viel Blödsinn für viel Geld verkaufen. Das wäre vor allem für ernst meinende Kunden eine Katastrophe.

 

Die zweite Sorge ist noch viel grundlegender: Wenn große Unternehmen nun viel Geld in sehr gute Inhalte stecken, werden noch mehr unabhängige Publisher (z.B. Tageszeitungen und Magazin) darunter leiden. Das wäre nicht so schlimm. Aber wenn die Informations-Zukunft so aussieht, dass wir irgendwann Wirtschaftsnachrichten lesen, die von Apple oder Microsoft finanziert werden, ist das für unsere Freiheit und informationelle Unabhängigkeit eine Katastrophe.

 

Aber schaun wir mal, ob das überhaupt so weit kommt…

Eric, vielen Dank für das Interview!



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