Skip to main content

Wirbt man mit Google Adwords, zahlt sich Qualität im wahrsten Sinne des Wortes aus. Denn je besser die erstellen Anzeigenkampagnen von Google eingestuft werden, desto niedriger sind die eigenen Kosten.

Um die Qualität und somit Relevanz für den suchenden User zu bewerten, verwendet google den so genannten Qualitätsfaktor – eine Zahl von 1-10, wobei 10 die maximal erreichbare Qualitätsstufe darstellt. Für jedes gebuchte Keyword wird von Google ein solcher Qualitätsfaktor berechnet, und zwar bei jeder Suchanfrage neu. Um sich im Adwords-Konto diese Kennzahl anzeigen zu lassen, geht man in die Keyword-Ebene und aktiviert unter „Spalten“ – „Attribute“ den Punkt „Qual.-Faktor“. Je besser dieser für einzelne Suchbegriffe ausfällt, desto niedriger sind die eigenen Klickpreise für dieses Keyword.

Qualitätsfaktor bei Google Adwords

Außerdem wirkt sich der Qualitätsfaktor auch auf die Position der eigenen Anzeigen aus. Denn diese berechnet sich aus dem Produkt von Klickgebot und Qualitätsfaktor. Ein Beispiel:

Kunde 1 hat einen Qualitätsfaktor von 10 und bietet 20 Cent pro Klick
Kunde 2 hat einen Qualitätsfaktor von 8 und bietet 20 Cent pro Klick
Kunde 3 hat einen Qualitätsfaktor von 4 und bietet 20 Cent pro Klick

Somit beträgt das Produkt aus Keywordgebot und Qualitätsfaktor:
Kunde 1: 200 (Anzeige erscheint an 1. Stelle)
Kunde 2: 160 (Anzeige erscheint an 2. Stelle)
Kunde 3: 80 (Anzeige erscheint an 3. Stelle)

Spannend wird es nun aber, wenn es um die Berechnung der tatsächlich zu zahlenden Klickpreise (CPC) geht (Keywordgebot x Qualitätsfaktor des untergeordneten Konkurrenten) geteilt durch eigenen Qualitätsfaktor plus 1 Cent:

Kunde 3 muss für jeden Klick 20 Cent zahlen
Kunde 2 muss für jeden Klick 80/8 + 1 Cent zahlen, also 11 Cent
Kunde 1 muss für jeden Klick 160/10 + 1 Cent zahlen, also 17 Cent

Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen macht es einen groß

en Unterschied, ob ihnen Google für die gleiche Anzahl an Klicks am Ende des Tages 2.000 EUR, 1.100 EUR oder 1.700 EUR in Rechnung stellt und nicht immer muss der an Position 1 gelistete Anzeigenkunde auch zwangsläufig am meisten dafür bezahlen. Es lohnt sich also, mit der Adwords Betreuung jemanden zu beauftragen, der sich mit der Materie auch wirklich auskennt…

Abgesehen vom Qualitätsfaktor für die einzelnen Keywörter gibt es vermutlich auch noch Qualitätsfaktoren für Anzeigengruppen, Anzeigen, Landingpages und das gesamte Konto. Auf Kontoebene bezieht sich dieser Wert wahrscheinlich auf die Kontohistorie. So wird gemunkelt, dass länger existierende Adwords Accounts mit guten Klickraten bei neuen Anzeigengruppen von Anfang an bessere Qualitätsfaktoren zugewiesen bekommen. Quasi Vorschusslorbeeren aufgrund guter Leistungen der Vergangenheit. Allerdings wurde die Existenz eines solchen Qualitätsfaktors von Google nie offiziell bestätigt und ist auch nirgendwo im Konto sichtbar.

Aber wie berechnet sich nun der Qualitätsfaktor?
Der Algorithmus, der hinter der Berechnung des Qualitätsfaktors steht, wird von Google ebenso geheim gehalten wie der Ranking-Algorithmus der organischen Suchergebnisse. Kein Wunder also, dass diesbezüglich zahlreiche Gerüchte, Mythen, „echte Wahrheiten“ und Spekulationen im Netz kursieren. Denn wirklich wissen tut es niemand!

Google selbst hüllt sich in Schweigen und verrät lediglich, wie man zu einer Verbesserung des Qualitätsfaktors beitragen kann: (Quelle: Google Adwords-Hilfeseiten)

– Die bisherige Klickrate (CTR) Ihres Keywords: Wie oft mit diesem Keyword Klicks auf Ihre Anzeigen erzielt wurden
– Die bisherige Klickrate Ihrer angezeigten URL: Wie oft Sie über Ihre angezeigte URL Klicks erhalten haben.
– Kontoprotokoll: Die Gesamtklickrate aller Anzeigen und Keywords in Ihrem Konto
– Qualität der Zielseite: Wie relevant, transparent und navigationsfreundlich Ihre Seite ist.
– Keyword-/Anzeigenrelevanz: Wie relevant das Keyword für Ihre Anzeigen ist.
– Keyword-/Suchrelevanz: Wie relevant das Keyword für die Suchanfrage eines Nutzers ist.
– Geografische Leistung: Wie erfolgreich Ihr Konto in den Zielregionen ist.
– Ihre Anzeigenleistung auf einer Website: Wie gut die Leistung Ihrer Anzeige auf dieser und ähnlichen Websites ist (bei Ausrichtung auf das Display-Netzwerk).
– Für Targeting ausgewählte Geräte: Die Leistung Ihrer Anzeigen auf verschiedenen Geräten, wie Desk- und Laptops, Mobilgeräten und Tablets. Der Qualitätsfaktor ist je nach Art der Geräte verschieden.

10 Mythen rund um den Adwords Qualitätsfaktor
Marc Hoeft hat auf der diesjährigen SMX einen interessanten Vortrag zum Thema Adwords Mythen gehalten. Kürzlich gab es dann von Marc im Rahmen der 28. Ausgabe von SEO FM einen Beitrag, der sich neben dem Anzeigentext-Testing ebenfalls mit 10 Mythen rund um den Adwords Qualitätsfaktor beschäftigte. Hier eine kleine Zusammenfassung:

1. Mythos: Die Absprungrate der Landingpage hat Einfluss auf den Qualitätsfaktor. Laut Aussage eines Google Mitarbeiters ist dies nicht korrekt.

2. Mythos: Das Keyword muss im Anzeigentext und auf der Zielseite vorkommen. Auch dies ist lt. SEO FM nicht korrekt, denn man kann durchaus auch einen Qualitätsfaktor von 10 erreichen, ohne das dieses Kriterium erfüllt ist. Allerdings kann eine Keywordverwendung im Anzeigentext unter Umständen die Klickrate steigern, da dieses von Google fett dargestellt wird. Und eine hohe Klickrate wirkt sich wiederum positiv auf den Qualitätsfaktor aus.

3. Mythos: Die Zielseite (Landingpage) muss möglichst viel Text und mehrfach das Keyword beinhalten. Auch hier gibt es einige Beispiele, die diese Aussage widerlegen.

4. Mythos: Eine gute Adwords-Position wirkt sich positiv auf die organischen Suchergebnisse aus. Blödsinn – es gibt offenbar keine Verknüpfung von Adwords und organischer Suche.

5. Mythos: Für einen hohen Qualitätsfaktor ist die Anzeigenposition 1 erforderlich, da diese die besten Klickraten erzielt. Im Prinzip stimmt das so halb, denn die Klickraten sind dort natürlich höher, allerdings „normalisiert“ google diese, so dass es auch auf Position 4 möglich ist, mit guten Klickraten im Vergleich zum Wettbewerb einen Qualitätsfaktor von 10 zu erreichen.

6. Mythos: Der Match-Type spielt bei der Berechnung des Qualitätsfaktors eine Rolle. Fakt ist, im Adwordskonto hat das selbe Keyword in unterschiedlichen Match Types (also broad, phrase oder exact match) immer den gleichen Qualitätsfaktor. Dies liegt darin begründet, dass Google den Qualitätsfaktor immer nur dann vergibt, wenn es zwischen Suchanfrage und Keyword eine genaue Übereinstimmung (exact match) gibt.

7. Mythos: Mehr „Negatives“ (also ausgeschlossene Suchbegriffe) beeinflussen den Qualitätsfaktor positiv. Ist ebenfalls Quatsch, da der Qualitätsfaktor wie gesagt nur berechnet wird, wenn es eine exakte Übereinstimmung (genau passend / exact match) gibt.

8. Mythos: Es schadet dem Qualitätsfaktor, wenn man Kampagnen pausiert. Lt. Marc wird der Qualitätsfaktor zumindest theoretisch eingefroren, wenn eine Kampagne pausiert. Wird sie erneut gestartet und beim Wettbewerb hat sich nichts getan, wird die Kampagne mit gleichem Qualitätsfaktor fortgesetzt.

9. Mythos: Das Löschen von (schlechten) Suchbegriffen, Anzeigen etc. steigert den Qualitätsfaktor. Das ist insofern nicht richtig, als das Inhalte bei Adwords nie wirklich gelöscht und die Performance-Werte dauerhaft im Konto gespeichert werden.

10. Mythos: Die Klickrate im Google Display Netzwerk hat Einfluss auf den Qualitätsfaktor. Stimmt nicht. Es handelt sich hier um einen völlig anderen Qualitätsfaktor, der im Konto auch nicht sichtbar ist. Gleiches gilt für das Partner Netzwerk, auch hier wird von Google ein individueller Qualitätsfaktor berechnet.

Interessant ist das Fazit von Marc, wo nach bei ihm während einer eigenen Case-Study in einem Zeitraum von 3 Monaten für ein Keyword der Qualitätsfaktor stark schwankte, obwohl Landingpage, Anzeigentexte und auch das Keywordgebot kaum verändert wurden. Lediglich die Klickrate ist in diesem Zeitraum angestiegen. Obwohl der Qualitätsfaktor für dieses Keyword zeitweise auf 10 hoch ging, hatte dies KEINEN Einfluss auf seinen Klickpreis und auch nicht auf die Anzeigenposition. Betrachtet man das Ganze jedoch auf Kontoebene, so sind definitiv große Zusammenhänge zwischen Qualitätsfaktor, Klickrate und Kosten erkennbar, was auch Dr. Siddarth Shah von Adobe in seinem Vortrag auf der SMX bestätigte.

Fazit: Besser man konzentriert sich auf ordentliche Klick- und Conversionraten, als sich vom Auf und Ab des Qualitätsfaktors allzu sehr ablenken zu lassen.

Den kompletten Beitrag des SEO Podcasts zum Thema Adwords Qualitätsfaktor kann man sich auf der RADIO4SEO Seite anhören: http://www.radio4seo.de/sem-fm-28-qualitatsfaktor-anzeigentexte/



Ähnliche Beiträge


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*

SEO-Küche Telefon: 0800/473288-33
Email: info@seo-kueche.de
Rufen Sie uns an, schreiben Sie uns eine E-Mail oder nutzen Sie das folgende Formular für eine kostenlose, unverbindliche Anfrage.
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

NEWS

Email Adresse eingeben und nie wieder

spannende News aus der Welt

des Online-Marketing verpassen!

Alle News aus der

Online-Marketing-Welt

gibt es in unserem

Newsletter.

Ja, ich möchte den regelmässig erscheinenden Newsletter mit Informationen rund um die Produktpalette von SEO-Kueche.de erhalten. Dem Versand des Newsletters an meine Adresse kann ich jederzeit, z.B. per E-Mail oder Abmeldelink im Newsletter widersprechen.

IMMER AKTUELL INFORMIERT BLEIBEN!

VIELEN DANK