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Laut Statista hatte Google in Deutschland im Juni 2014 einen Marktanteil von über 90%. Grund genug, sich die Alternativen einmal genauer anzuschauen. Dazu habe ich in den letzten Tagen und Wochen jede meiner Suchanfragen auch in ein paar andere Suchmaschinen eingegeben. Der Erfahrungsbericht liegt euch jetzt und hier vor.

Einige Dinge vorab: Spezialisten wie Wolfram Alpha oder Bookfinder habe ich nicht untersucht, sondern nur Suchmaschinen, die eine direkte Konkurrenz zu Google darstellen. Dabei ist diese „Untersuchung“ keine repräsentative Studie, sondern lediglich ein Erfahrungsbericht. Weiterhin werben praktisch alle Alternativen mit den Claim die Privatsphäre zu schützen. Inwiefern das im Einzelnen geregelt ist, welche Daten erhoben werden, wie „Privatsphäre“ ausgelegt wird, etc. interessiert mich nur am Rande.

Faroo

Faroo

Faroo

Faroo baut auf einem Peer-to-Peer Ansatz auf: Anstatt eigener Server wie Google oder Bing, benutzt Faroo den vom Nutzer zur Verfügung gestellten Speicher auf ihren jeweiligen Festplatten (ca. 1 GB). Bisher machen 2,5 Millionen User mit. Interessant ist das „Attention Based Ranking„: Indexiert wird das, was die Nutzer von Faroo besuchen. Der erste Einwand ist natürlich: „Wenn noch mehr Menschen Faroo nutzen, kommen nur noch Katzenbilder in den ersten Treffern vor“. Ich schätze einfach mal, dass die Entwickler diesen Punkt bedacht und vorgesorgt haben. Zudem ist es nicht das Ziel von Faroo, alle Webseiten zu indexieren – niemand will Spa<mseiten sehen. Nur wirklich wichtige Seiten (eben die von Nutzern auch tatsächlich besucht werden) sollen in den Index aufgenommen werden. Also ein differenzierter Webindex. Im Ergebnis sorgt Faroo’s Ranking-System dafür, dass meisten Blogs, Wikis, private Seiten, Webseiten von Stiftungen oder Institutionen in den Top10 der SERPs auftauchen.

 

 

faroo2

 

Fazit: Der Peer-to-Peer Ansatz ist auf jeden Fall höchst interessant. Bei derzeit ca. 2 Mrd. Internetnutzern ist da noch viel Luft nach oben. Das „Attention Based Ranking“ ist eigentlich sehr geil, auch wenn man manchmal das Gefühl hat, in einem riesigen sozialen Netzwerk zu suchen. Wait, ist nicht das Internet ein riesiges soziales Netzwerk? Wie auch immer, will man mal keinen Blog auf den ersten Plätzen sehen, ergänzt man die Suchphrase durch ein „Wiki“ oder eine andere Entität. Oder man sucht auf den mehrheitlich sehr hochwertigen Seiten in den ersten Treffern nach weiteren Informationen. Der Schlachtruf Googles, „Genau das zu zeigen, was der Nutzer sucht. Exakt das und nichts anderes“, lässt Faroo kalt. Vielmehr scheint mir Faroo eine Suchmaschine für die Suche nach nicht-trivialen Informationen, Nachrichten, Analysen oder Reviews zu sein. Was nicht bedeutet, dass die SERPs für Money-Keywords keine guten Treffer liefern. Toll ist die praktisch sofortige Einblendung der Suchergebnisse während man noch tippt. Leider „hängt“ die Suche manchmal, so dass ein Refresh der Seite notwendig ist.

Bing

Bing

Bing

Von Bing war ich enttäuscht. Zwar sind die Ergebnisse, wenn es um Money- oder einfache Keywords geht irgendwie hochwertig. Sobald die Sache nur etwas komplexer wird, versagt Bing auf ganzer Linie. Ein Beispiel:

 

bing2

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Das mit Mark Twain kann man 2014 nicht mehr entschuldigen. Den Treffer „Sadomasochismus – Was ist das?“ für die Suchfrage „Was macht eine Marke aus?“ zu bringen, grenzt an Frechheit. Egal wie ich den Suchbegriff verändere, ich bekomme bei weitem nicht die Infos die ich haben will. Mit englischen Keywords sieht die Sache etwas besser aus, aber immer noch unentschuldbar schlecht.

Fazit: Sorry Bing, du erinnerst mich zu sehr an Windows 2000, Windows Vista und Windows 8.

Edit: Anscheinend hat Bing bei mir nicht so funktioniert wie es eigentlich sollte. Die Ergebnisse sind bei anderen Nutzern weitaus besser als bei meinem Test (seltsamerweise bekam ich über Tage hinweg Ergebnisse wie oben im Screenshot…). Von daher ziehe ich meine Kritik zurück – tatsächlich ist Bing gar nicht so schlecht. Die Ergebnisse ähneln denen Googles, es gibt eine Art Knowledge Box. Die Option „Ähnliche Ergebnisse“ ist nicht ganz am Ende der SERPs, sondern schön prominent rechts. Mein persönliches Fazit: Bing lohnt einen Blick. Als direkte Konkurrenz zu Google, versucht Bing aber nichts wirklich Neues (so wie viele der kleinen Suchmaschinen) sondern will Google einfach hinterherrennen.

 

DuckDuckGo

DuckDuckGo

DuckDuckGo

DuckDuckGo (DDG) hat von allen Google-Alternativen wohl die meiste mediale Aufmerksamkeit. Mit dem Claim, die Privatsphäre zu schützen, schlagen sie mitten in den „Skandal“ über die NSA. Die Suchmaschine gibt es allerdings schon seit 2007. Eigenen Angaben zufolge, verwenden sie die Suchergebnisse aus Yandex, Bing, Wolfram Alpha, Yelp, „crowd-sourced sites“ wie Wikipedia sowie einen eigenen Crawler.

Der Claim die Privatsphäre zu schützen, darf man nicht blauäugig übernehmen. Zu denken, man sei von der NSA „geschützt“, wenn man DDG benutzt, ist natürlich schwer naiv. DDG benutzt SSL und speichert eigenen Angaben zufolge keine eurer Sucheingaben. Wenn das stimmen sollte und in Zukunft auch noch funktioniert, dann steigen wenigstens eure Krankenkassenbeiträge nicht, wenn ihr öfters mal nach euren Weh-Wehchen im Netz sucht.

 

ddg2

Fazit: DuckDuckGo ist im Grunde ähnlich wie Google. Klar, es fehlen AdWords, es fehlt der Knowledge Vault/Box, ich konnte keine Sitelinks entdecken, Shopping gibt es auch nicht. Die Ergebnisse sind ok. Und das war es auch schon. DuckDuckGo bietet eine gute Suchmaschine, die im Grunde nichts Herausragendes kann – außer eben die Privatsphäre zu schützen. Wer nichts besonderes bei einer Suchmaschine erwartet und auf seine Privatsphäre Wert legt, ist mit DDG gut aufgehoben.

 

Unbubble

unbubble

unbubble

Die Server von Unbubble stehen im Deutschland. Unbubble speichert keine Cookies und hat im Grunde ähnliche Claims wie DuckDuckGo. Unbubble will helfen, aus der „Filter Bubble“ auszubrechen.

 

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Anstatt der SERPs einer Suchmaschine, zeigt Unbubble die Ergebnisse mehrerer und teilweise recht unterschiedlicher Suchmaschinen an. Nicht nur die großen, wie Bing oder Yandex, sondern auch Suchmaschinen wie Faroo. Zusätzlich bekommt man Ergebnisse aus Wikipedia, Amazon, Ebay, zum Teil auch Zeitungen wie die Sueddeutsche oder ZEIT Online. Mit den sogenannten „Bubble-Tags“, bietet Unbubble die Möglichkeit, direkt in der jeweiligen Seite oder Suchmaschine zu suchen. Sehe ich, dass Wikipedia vielleicht genau das hat, was ich suche, gebe ich den Tag „!w“ vor der Sucheingabe ein, und Unbubble führt mich direkt zur Wikipedia-Suche.

Fazit: Unbubble lohnt einen Blick. Unbubble ist keine „eigenständige“ Suchmaschine, sondern vereint mehrere Portale unter einem Dach. Dafür bekommt man einen riesigen Überblick über verschiedenste Suchmaschinen hinweg. Dabei sollte man sich bei Unbubble von der Vorstellung lösen, dass die ersten Treffer auch die besten sind – scrollen ist hier absolut notwendig. Und das wird belohnt, meistens waren Treffer weiter unten genau das, was ich gesucht habe. Ein Punkt in Sachen Nutzerfreundlichkeit kann Unbubble aber noch gerne verbessern: wenn die „Bubble-Tags“ direkt in den Suchergebnissen verlinkt und direkt in den SERPs anklickbar wären. Auch mehr Ergebnisse von Tageszeitungen, wie die FAZ, Sueddeutsche o.ä. wären wünschenswert.

Wichtig!: Unbubble.eu hat ein neues Design und einige Änderungen in der Funktionalität. Ein Bericht wird folgen!

 

Semager

semager

Semager

Semager ist eine semantische Suchmaschine. Jede Suchanfrage wird umgewandelt und ergänzt. So wird aus dem Keyword „ezb“, die Suchphrase „draghi ezb präsident europäische zentralbank“. Die Ergänzungen folgen semantischen Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen zwischen Wörtern. Bspw. sind „Häuser“ und „Immobilien“ semantisch näher beieinander als „Immobilien“ und „Grundstücke“. Sowohl „Grundstücke“ als auch „Häuser“ haben aber semantische Ähnlichkeiten mit „Immobilien“. Diese Ähnlichkeiten werden berechnet und die Suchanfragen entsprechend ergänzt. Hört sich für mich stark nach WDF*IDF an.

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Aus irgendeinem Grund zeigt mir Semager nur 10 Suchergebnisse an. Das reicht aber in der Regel auch. Die SERPs sind extrem stark und exakt. In nur sehr wenigen Fällen hat mir die erste Eingabe nicht das gegeben, was ich gesucht habe. Zudem zeigt mir Semager öfter Links an, die auf den ersten Blick nichts mit meinem Keyword zu tun haben, auf den zweiten Blick aber weiterführende Informationen liefern.

Fazit: Erstaunlich gute Ergebnisse. Dass es nur 10 davon gibt, kann manchmal enttäuschend sein, stört aber nicht weiter. Allerdings werden die Ergebnisse gefühlt schlechter, je länger das Keywords ist. Bei Suchphrasen mit mehr als 4 Wörtern, liefert mir Google zum Teil bessere Ergebnisse, vor allem bei „gesprochenen“ Sucheingaben („Wie kann ich Rehragout mit Gasherd am besten kochen“). Semager ist wegen der guten SERPs trotzdem stark zu empfehlen.

 

Ecosia

Ecosia

Ecosia

Mit Ecosia habe ich mittlerweile über 33 Bäume gepflanzt! Die Suchmaschine wirbt offensiv damit, 80% der Einnahmen an ein Aufforstungsprojekt in Brasilien zu spenden. Nebenbei gibt es natürlich auch einen „Schutz“ der Privatsphäre. Die Suchergebnisse kommen von Yahoo Hosted Search (YHS) und Bing und werden noch einmal gepimpt. Ähnlich wie bei Unbubble kann man Suchtags verwenden: „Rosenheim #map“ , zeigt mir eine Karte, „Rosenheim #video“ sucht nach Videos.

Ecosia bietet Site-Links in den SERPs an, diese haben aber keine Meta-Description:

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Fazit: Die Suchergebnisse sind stabil gut, es gibt eigentlich nichts auszusetzen. Wer Bäume pflanzen will, ist mit Ecosia gut beraten.

 

Metager

Metager

Metager

 

 

 

 

Metager ist mein neuer Google Scholar Ersatz. Und zwar deswegen:

metager2

 

Genau wie Google Scholar, mit dem Unterschied dass ich auswählen kann, welche Suchmaschinen benutzt werden. Zudem kann ich den Suchalgorithmus eigenhändig feintunen: Sollen PDFs hoch bewertet werden oder nicht, sollen Synonyme mit einbezogen werden, oder will ich eine lange Suchzeit haben – Metager lässt mich das alles selbst bestimmen.

Fazit: Metager hat es mir angetan. Zugegeben, die SERPs sind nicht immer perfekt und man ist hin und wieder gezwungen, das Keyword zu verändern oder in den Voreinstellungen ein paar Häkchen zu setzen oder zu löschen. Mir ist das egal, die Suchmaschine gibt mir eine Souveränität über die Suchergebnisse, wie ich sie von keiner Suchmaschine bisher kannte. Stark zu empfehlen!

Hulbee – ehemals Swisscows

Update 6.7.2015: Swisscows hat sich unbenannt: Die schweizer Suchmaschine nennt sich nun „Hulbee„. Die Funktionen sind gleich geblieben, die URL swisscows.ch funktioniert derzeit noch.

Jetzt endlich fühle ich mich bereit ein Review über swisscows.ch zu schreiben. Der Grund wieso ich das nicht früher gemacht habe? Diese Kacheln links neben den SERPs:

swisscows1

Klickt man auf die farbigen Kacheln, wird die Sucheingabe um den jeweiligen Begriff ergänzt. Weiße Kachel zeigen Begriffe an die bereits in der Sucheingabe stehen und können mit einem Klick entfernt werden. Für Smartphones – genial. Wer mit den kleinen Bildschirmtasten auf seinem Handy immer wieder Probleme hat (diese Technik ist einfach noch nicht ausgereift!), der freut sich über die Kachel-Wolke.

Ich bin nicht dahintergekommen ob diese Farben irgendeine Bedeutung haben, außer den Kontrast zu verstärken. Vielleicht entdeckt jemand den Farbcode.

Am Anfang befiel mich Skepsis, ob die Begriffe in den Kacheln tatsächlich „semantisch“ und sinnvoll sind. Offensichtlich kommen sie aus einem Bing-Suggest, nur eben grafisch statt textuell aufbereitet. Und das finde ich schonmal gut, bekommt man doch auf einen Blick eine Auswahl an Vorschlägen, an die man mitunter gar nicht dachte.

Eine Sache die in Zukunft eventuell zu Problemen führen kann:

swisscows2

 

Na, wem fällt es auf? ;-)

Swisscows speichert nach eigenen Angaben keine Daten, was konkret bedeutet: Keine IP Nummer, keine Personalisierungen. Die Server stehen in der Schweiz, was natürlich Assoziationen wie Neutralität, Sicherheit und Unabhängigkeit wachruft.

Die Ergebnisse kommen derzeit noch von Bing und sind dementsprechend „OK“. Zumindest für den Normal-Nutzer. Swisscows wirbt mit einem selbstentwickeltem semantischen Algorithmus, einer „Data-Cloud-Technologie“. Nach meinem Verständnis haben wir damit gepimpte Bing Suchergebnisse. Ende 2015 soll der eigene Index an den Start gehen. Dann wird es wohl auch SEO für Swisscows geben. SEA gibt es schon: Swisscows Annonce. Die Anzeigen werden allein auf Basis von Keywords geschalten.

Nach einigen Tagen hatte ich ein schwer zu beschreibendes Gefühl des „Familiärer-Mittelstand-Betriebes“. In den Kacheln findet man ab und zu eine Werbeanzeige zu Fluggesellschaft Swiss International Air Lines, auf der Startseite gibt es täglich ein neues Musik-Video und Kühe sehe ich wenn ich auch dem Fenster schaue – und im Logo der Suchmaschine. Vielleicht mag das für Menschen aus Hamburg anders sein (jemand aus Hamburg hier? Kann man das bestätigen?). Die Suchergebnisse sind größtenteils passend – wenn nicht, dann gibt es die Kachel-Wolke.

Fazit: Swisscows ist irgendwie sympathisch. Interessant ist Swisscows Shopping, das am 23.10.2014 online gehen soll. Damit wird es neben Swisscows Annonce einen weiteren Money-Faktor geben. Das ist aber absolut kein Grund negative Gefühle gegen Swisscows zu hegen: Irgendwie passt das ja zu einem mittelständischen Unternehmen. Es würde mich sogar freuen, wenn die Suchmaschine trotz garantierter Anonymität der Nutzer, ehrliches Geld verdient. Ja, auch Google ist irgendwie „ehrlich“. Aber Google macht sein Geld mit der Auswertung von Nutzerdaten. Sollte Swisscows es schaffen Geld zu verdienen, ohne Nutzerdaten auszuwerten? Allein mit Anzeigen auf Keywordbasis? Wir werden sehen. Dennoch: Swisscows lohnt sich!

Wegtam

wegtam_logoWegtam war ursprünglich eine herunterladbare Client-Lösung, mit dem man das Netz durch 15 unterschiedliche und frei zuschaltbare Suchmaschinen durchforsten kann. Seit 2012 gibt es Wegtam als vollwertige Online-Suchmaschine mit über 40 Datenquellen. Datenschutz, Anonymität und ein möglichst geringer kommerzieller Einfluss, sind der Claim der deutschen Suchmaschine. Der Name „Wegtam“ kommt aus der nordischen Mythologie und bedeutet übersetzt „Der Wanderer“. Das war die Einleitung, los geht es.

Recht einfach kann man Bulks von Suchmaschinen auswählen:

wegtam-bulks

Die Einstellung „Standard“ durchsucht die Drei Großen, Google, Bing und Yahoo!. Die Einstellungen einen eigenen Bulk von Suchmaschinen. Wirklich interessant sind die Detaileinstellungen der Suche:

wegtam_einstellung

Hier kann man eine beachtliche Auswahl an Suchmaschinen einzeln zu- oder wegschalten:

wegtam_details

 

Wegtam erlaubt nur in Google Plus und Facebook zu suchen. Oder nur in Wikipedia und SpringerOpen. Wer etwas um coden sucht, ist mit GoogleCode, Stack Overflow und IBM developerWorks gut beraten. Auch für den medizinischen Bereich oder für Kochrezepte gibt es Auswahlmöglichkeiten. Wer dieses Angebot nutzt, kann recht genau und tief im Netz suchen. Erinnert an Metager – es gibt aber mehr Suchmaschinen und ein paar weitere Unterschiede, mehr dazu im Fazit.

Mit den über dem Suchfeld stehenden Kategorien durchsucht man weitere Bulks an Suchmaschinen.

wegtam_social

Unter „Social“ wird nur Twitter durchsucht – „Personen“ untersucht soziale Netzwerke. Auch wenn es nur konsequent ist, dass in sozialen Netzwerken nach Personen gesucht wird (daraus bestehen doch soziale Netzwerke?), könnte man „Social“ und „Personen“ zusammenlegen.

Ein weiteres Feature ist die Hybrid-Suche. Bei jeder Suchanfrage werden zuerst die ausgewählten Suchmaschinen herangezogen. Wenn man will, kann man die SERPs dann noch mit den Ergebnissen aus dem Wegtam-Index ergänzen. Der Index wird ständig aktualisiert und fokussiert sich auf qualitativ hochwertige Seiten – Domains die bei Google unter „Spam“ gelistet sind, sollen erst gar nicht indexiert werden.

wegtam_hybridsuche

Das hinter der Suchmaschine stehende Unternehmen, Wegtam UG, bietet vor allem für große Unternehmen und Organisationen Datenbanklösungen und Software für die interne Suche an.

Das Wegtam Newsportal, wegtam.net, ist für Systemadmins und Menschen die sich mit FreeBSD beschäftigen, sicher einen Blick wert.

Fazit: Die Tatsache dass man seine Suche sehr stark spezialisieren kann, macht Wegtam nicht unbedingt eine Suchmaschine für den „Normalanwender“, auch wenn durch die Google Suche dieser nicht ausgeschlossen wird. Oder anders: Wer nur die „Standard“ Einstellung von Wegtam nutzt, zapft nur den kleinsten Teil des Potentials an. Wer Informationen sucht, auf die man höchstens bei Google Scholar trifft, ist bei Wegtam gut aufgehoben. Derzeit ist ein spezielles Suchprofil für Juristen in der Entwicklung, mit dem nach Gerichtsurteilen oder ähnlichem gesucht werden kann. Das gleiche für den medizinischen Bereich wird folgen. Die Suche durch soziale Netzwerke bietet keine schlechte Alternative zu gängigen Social Media Tools – wer Themenrecherche für Content Marketing oder Influenzer für seine Social Media Kampagne betreibt, sollte bei Wegtam vorbeischauen. Die große Auswahl an Spezialsuchmaschinen erinnert an Metager. Wegtam ist in meinen Augen aber besser. Wieso? Wegtam hat eine bessere Usability – sowohl was die Funktionalität als auch was das Design betrifft. Vielleicht spielen die Erfahrungen, die die Wegtam UG mit der Einrichtung von Such-Schnittstellen in großen Unternehmen gemacht hat, bei dem Design der Suchmaschine eine Rolle.

Mit der Voreinstellung „Standard“ bekam ich auffällig häufig URLs auf den ersten fünf Plätzen, in denen das Suchkeyword prominent vorhanden war. Ob das an der Gewichtung der Drei Großen Suchmaschinen in der Standard Einstellung liegt, kann ich nicht sagen. Man muss bei Wegtam über den ersten Schritt, der Eingabe in das Suchfeld, hinausgehen – wer das schafft, wird belohnt.

Alternativen zu Google?

Es gibt Alternativen zu Google und sie lohnen sich. Vor allem Faroo, Unbubble, Semager, Metager und Wegtam sind für Suchanfragen, die über „wie wird das Wetter morgen?“ hinausgehen, meine neuen Lieblinge. Was mir nebenbei aufgefallen ist: Die längere Benutzung einer Suchmaschine „erzieht“ den Nutzer, Sucheingaben in einer bestimmten Art und Weise zu tätigen. So fiel mir immer wieder auf, dass ich bei alternativen Suchmaschinen einfach nur eine andere Art von Suchanfragen stellen muss, um gute oder zum Teil bessere Ergebnisse als bei Google zu bekommen.

Es fällt auf, das Google zwar die besten Ergebnissen für die erste Suchanfrage liefert. Sehr häufig auch das Ergebnis, das meine Frage beantwortet. Aber eben auch nur die Frage – weiterführende, tiefergehende Informationen, oder Wissen von dem ich nicht wusste das es zu dem Thema der Suchanfrage gehört, von dem ich also überrascht werde – finde ich bei Google seltener. Kurz gesagt: Google ist spitze um das zu finden, wozu man eine Frage formulieren kann. Google ist auch spitze, wenn es um Konsumbedürfnisse geht.

Faroo, Metager und Wegtam sind bspw. für die „In-depth“ Suche um Längen besser als Google. Wenn das Konzept von Unbubble noch etwas ausgereifter sein wird, hat man eine Meta-Suchmaschine, die sich sehen lassen kann. Und Semager hat das Zeug zu einem vollwertigen Google-Ersatz.

 

 



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Kommentare


Micha 8. September 2014 um 14:22

Hallo Tilmann, danke für die interessanten Einblicke in die Google-Alternativen. Es gibt noch eine weitere Meta-Suchmaschine namens Wegtam von einem deutschen Startup. Zu finden unter https://www.wegtam.com
Kannst du dir ja mal ansehen und den Artikel entsprechend erweitern wenn du magst.

Antworten

Tilmann Klosa 8. September 2014 um 14:44

Hi Micha,

danke für den Hinweis! Werde dem mal nachgehen, wegtam sieht interessant aus.

Grüße
Til

Antworten

Nelson 23. September 2014 um 14:46

Hi Tilmann,

ich finde http://www.swisscows.ch interessant und mittlerweile nicht nur in der Schweiz eine Alternative.

LG

Nelson

Antworten

Tilmann Klosa 23. September 2014 um 14:56

Hi Nelson,
danke auch dir für den Hinweis, swisscows.ch sieht gar nicht schlecht aus. Werde demnächst mal ein größeres Update des Beitrages bringen.

Antworten

René 14. August 2015 um 14:34

Guten Tag Herr Tilmann

Super Artikel, sehr interessante Fakten.
Es gibt aus der Schweiz noch eine weitere relativ gute Suchmaschine, welche seit einiger Zeit auch unter der Domain centil-europe.de online ist. Ursprüngliche wurde diese vor ca. 10 Jahren unter dem Namen Suchportal-Schweiz gestartet. Daher ist CENTIL – Schweiz vermutlich auch noch unter dieser URL (www.suchportal-schweiz.ch) erreichbar.

LG

René

Antworten

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