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Streit um die Disavow Funktion bei MOZZurück aus der Winterpause springen wir gleich in tiefe Wasser – das Disavow Tool von Google. Am 2. Januar hat der studierte Ethiker Josh Bachinsky auf MOZ ein Whiteboard Friday mit dem Titel „Discussion: Can You Disavow out of Penguin? – Whiteboard Friday“ veröffentlicht. Der Artikel hat eine hitzige Diskussion in den Kommentaren entfacht, über die wohl jeder SEO neidisch ist (einschließlich mir).

 

 

 

Seine Behauptung:

Es gibt keinen eindeutigen Beweis, noch nicht mal einen Hinweis, dass man sich mit der Disavow-Funktion aus einer algorithmischen Pinguin Abstrafung retten kann. Das ist schon mal ein starkes Stück – immerhin nutzt (nicht nur) die SEO Küche die Disavow-Funktion regelmäßig und kann nachweislich Erfolge vorweisen. Auch wenn es bis zu einem halben Jahr dauern kann, bis die Disavow-Funktion greift – sie greift und das meist früher.

Seine Begründung:

John hat die SEO Szene um Webseiten gebeten, die nur mit der Disavow-Funktion aus einer Pinguin Abstrafung gekommen sind. Mittlerweile hat er wohl über 40 solcher Seiten untersucht und festgestellt: Diese Seiten haben Links verloren und sind dann aus der Abstrafung herausgekommen. Damit haben wir keinen Hinweis oder gar Beweis, dass die Disavow-Funktion einen Effekt hat – der Verlust von Backlinks könnte zum gleichen Ergebnis geführt haben. Damit ist der Nutzen der Disavow Funktion erstmal ein Mythos – so lange bis man einen „Beweis“ dafür hat, dass sie wirkt.

Die Diskussion:

Und genau hieran entzündete sich die Diskussion in den Kommentaren. Die einen warfen John vor, dass er den Beweis schuldig geblieben ist, dass die Funktion nichts bewirkt. John meinte, man müsse nachweisen, dass sie etwas bewirkt. Manche meinen, dass sie Links disavowed haben, keine neuen Links aufgebaut und eine eindeutige Rankingsteigerung sahen – mehrmals. Schließlich wurde über „wissenschaftliche“ Beweisführung und Experimente diskutiert – und darüber, ob man in diesem Feld Variablen überhaupt „fix“ machen kann? Ist es möglich, eine Kontrollgruppe einzurichten, die alle Variablen mit der Versuchsgruppe teilt, außer der einen, die man untersuchen will? Ist Google, neben der Branchenkonkurrenz, nicht die größte Variable, die man nicht „fix“ halten kann? Und kann man überhaupt von einem „Experiment“ reden, wenn die Disavow-Funktion erst nach einem halben Jahr greift? Zudem, die Disavow-Funktion hat erst dann Auswirkung, wenn der Crawler auf den entsprechenden Seiten vorbeischaut – was bei Spamseiten, die nicht regelmäßig aktualisiert werden, recht lange dauern kann.

Ist die manuelle Entfernung schlechter Links realistisch?

 

Disavow FunktionGoogle betont immer wieder, dass man die Disavow-Funktion erst dann nutzen soll, wenn man versucht hat Links manuell zu löschen. Man soll Google also zeigen, dass man sich bemüht (wobei es fraglich ist, ob Google das sehen kann). Dies ist aber in mindestens zweifacher Hinsicht unrealistisch: Zum einen wurden Spamseiten nicht dafür gemacht, um per Mail kontaktiert zu werden. Die Erfolgsquote einer manueller Entfernung liegt erfahrungsgemäß wohl bei 5%-20%. Bei > 1500 Links kein Spaziergang. Zum anderen, wenn ein aktiver Webmaster hinter einer Seite steht, ist es in der Regel keine Spamseite – die Bitte um Entfernung von Links wird dann als extrem unhöflich und frech angesehen. Webmaster die sich über solche Mails aufregen, findet man in deutschen Webmasterforen zuhauf.

Was führt wirklich zu Rankingsteigerungen?

Nutzt man die Disavow-Funktion, kann es sein, dass die Webseite einen massiven Verlust an Links erfährt – was sich negativ auf das Ranking auswirken kann. Natürlich ist es normal, dass Backlinks verloren gehen, etwa weil eine Seite verändert, verkauft oder gelöscht wurde. Gleichzeitig ist es Konsens, dass man nach einem Disavow sich um gute, neue Backlinks kümmern sollte – aber kommt die Rankingsteigerung dann aufgrund der neuen Backlinks oder durch das Disavow?

Für letzteres spricht eine Aussage John Muellers, nach der man auch ohne Disavow aus einer algorithmischen Abstrafung kommen kann – wenn das Verhältnis von Spamlinks zu guten Links sich zugunsten der guten Links ändert. Genau dies könnte für Google ein Zeichen sein, dass man sich bemüht.

Fun Fakt:

Fügt man seine eigene Seite in die Disavow-File ein, ignoriert Google dies. Das Zitat eines Googlers aus den Kommentaren von MOZ:

„hi alan, checked with webspam manager and a site adding their own domain to the disavow file shouldn’t cause harm (it’s ignored).“

Eventuell ignoriert Google auch „gute“ Links, die in die Disavow-File eingehen, egal wie viele Webmaster eine Seite in die File einfügen. Ist eine Seite oder Domain in den Augen Googles „gut“, bleibt sie es, ob andere sie „disavowen“ oder nicht. Welchen Sinn hat dann eigentlich das Disavow-Tool? Ist es vielleicht wirklich nur dazu da, Google Daten über manipulative Links zu schicken?

Fazit:

Es gibt keinen Beweis, dass das Disavow-Tool wirkt – Rankingsteigerung können durch den Verlust von (schlechten) Backlinks oder aufgrund neuer Backlinks entstehen, dem Verhalten der Konkurrenz geschuldet sein oder Änderungen in der Black Box „Google Algorithmus“. Dennoch wäre es unverantwortlich, das Tool nicht zu nutzen – auch wenn Google anscheinend selber entscheidet, welche Links oder Domains tatsächlich „entwertet“, also wie nofollow behandelt werden (ungefähr – siehe Punkt 12 in den Vorhersagen für 2015). Außerdem gibt es negatives SEO. Und dann muss man „disavowen“, was das Zeug hält.

Eure Meinung?



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Kommentare


Ronny Stöck 14. Januar 2015 um 10:33

Ich finde die ganze Diskussion aktuell um das Disavow-Tool extrem künstlich aufgeblasen.
Scheinbar haben zu viele „SEOs“ zu viel Zeit! :-D

Als erstes fehlt mir schon die Unterscheidung bei den Links – es gibt a) schlechte Links
von schlechten Backlinkquellen die einen Penalty verursachen können und b) einen Penalty
für teils zu harte Verlinkungen. Da ist es dann auch egal ob die Backlinkquelle hochwertig
ist.
Bei Variante a) mag dann auch der John Mueller Recht haben, wenn er sagt, mit dem Aufbau
guter Backlinks würde sich mein Profil ausgleichen und ich könnte auch ohne Disavow dem
Penalty entkommen.
Bei Variante b) seh ich das etwas schwieriger.

Und um zu Belegen, ob das Disavow-Tool wirklich funktioniert, müsste man doch einfach bei
einer Domain, die einen Penalty hatte und diesen nach dem Disavow losgeworden ist, die
Disavow-Liste wieder entfernen. Dementsprechend hätte Google keine URLs/Domains mehr, die
nicht berücksichtigt werden und wenn alles richtig läuft, müsste nach einer Weile der
Penalty ja wieder da sein.
Das ganze könnte man mit 3-4 Domains, die nach dem gleichen Muster aufgebaut werden und
dann mit schlechten Links beschossen werden testen – vorausgesetzt man hat die Ressourcen.
Zeitlich wäre das ganze dann eh auch eine Langzeitstudie – aber man würde zu einem
ungefähren Ergebnis kommen. Am Ende müssten alle Testdomains wieder einen Penalty haben,
wenn das Disavow-Tool funktioniert, wie gedacht.

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