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Schwafel Score

© Stocksnapper – Fotolia.com

Es ist also offiziell: Google ist im Besitz eines Patentes, das den „Schwafel Score“ (Genauer Titel des US Patentes: „Identifying gibberish content in resources“) einer Website berechnet. Also wie hoch der Anteil an Geschwafel innerhalb der Texte einer Website ist. Das englische „gibberish“ bezeichnet allerdings eine Art kindlicher Fantasiesprache und ist etwas leicht anderes als das deutsche „Geschwafel“.

Das Patent ist mittlerweile gut 4 Jahre alt – und vermutlich schon längst in den Suchalgorithmus integriert. Google geht damit gegen textlichen Spam vor, der sich immer häufiger unter dem Deckmantel der „content is king“ Agenda einschleicht. Auch darf dieses Patent als ein weiterer Stein für den Aufbau eines „semantic web“ gesehen werden: http://www.w3.org/standards/semanticweb/.

Wie genau soll der Schwafel Score nun funktionieren?
Der Schwafel-Score ist eine Kombination aus einem erweiterten Stuffing-Score und einem Sprach-Score. Letzterer soll erkennen ob eine unnatürliche Syntax, Grammatik und Wortwahl im Text vorliegt. Ergänzt wird dieser durch einen erweiterten Stuffing-Score, der im Grunde genau so funktioniert wie ein Keyword-Stuffing-Score. Nur wird anstatt der relativen Häufigkeit einzelner Keywords, die relative Häufigkeit ganzer Phrasen gemessen. Beide ergeben dann den Schwafel-Score. Ist dieser hoch, liegen in einem Text zu viele unnatürliche semantische und grammatikalische Konstruktionen vor und es folgt eine Abwertung des Rankings.
Zugrunde gelegt werden statistische Auswertungen natürlicher Sprache, wie sie jede automatisierte Spracherkennung besitzt. Texte werden in kleine Einheiten geteilt, welche dann wieder mit Textpassagen anderer Websites verglichen werden um sie auf die Wahrscheinlichkeit ihres sprachlichen Sinnes zu überprüfen. Wo schlägt der Schwafel Score nun an?

– Direkt übersetzte Texte aus anderen Sprachen, die nicht die sprachliche und kulturelle Eigenheit einer Sprache berücksichtigen – Google Translate also

– Inhalte von kostengünstigen Arbeitskräften – Texte die mit Füllwörtern- und Sätzen gespickt sind, damit der Texter seine vorgegebene Wortanzahl erfüllt und sein Geld bekommt

– Kopierte und neu angeordnete Inhalte – der Versuch Duplicate Content zu umgehen indem man den Content einfach umordnet.

– Wenn zu einem bestimmtem Wort zu viele Wortkombinationen im Text vorliegen

Interessant ist der letzte Punkt: Beispielsweise gibt es zum Thema „cat“ eine Reihe von Wortkombinationen, die in der Patentbeschreibung als Beispiele genannt werden: „(…), the index key „cat“ is associated with queries „cat“, „cat food“, „tabby cat“, „cat show breeds“, „how to wash a cat“ and „funny cat photos““. Liegen in einem Text zu viele dieser Kombinationen vor, schlägt der Schwafel-Score an, genauer der erweiterte Stuffing Score, und markiert den Text als Spam.

Was folgt daraus für den Aufbau von „best practice“ Websites? Hat man einen Text über Katzen, sollte der Text nicht alles über Katzen beinhalten was es dazu zu sagen gibt – vielmehr sollte man thematische Unterpunkte verlinken und in weiteren Texten auf Unterseiten behandeln. Kommt das irgendwie bekannt vor? Genau, Wikipedia! Es ist nicht sehr verwunderlich wieso Google dieses Modell belohnt – die Struktur auf Wikipedia ist evident benutzerfreundlich.

Wie sieht es nun mit Online-Shops aus, die eine Produktbeschreibung direkt vom Hersteller bekommen – setzten sie diese Beschreibung auf ihre Seite, haben sie Duplicate Content. Deswegen sollten sie die Beschreibungen individualisieren. Aber schreibt man dann nicht für Google anstatt für den Käufer? Der Nutzer will ja kaufen und nicht individualisierte Artikelbeschreibungen ein und desselben Artikels in mehreren Shops durchschauen. Hier treffen die Vorstellungen von Googles „Nutzerfreundlichkeit“ mit einer tatsächlichen Nutzerfreundlichkeit aufeinander. Ein Ausweg bleibt für den Shopbetreiber –nämlich indem er wirklich einzigartige und gute Texte schreibt, die den Nutzer emotional und kognitiv begeistern. Sein Gehirn anregen. Seine Lust aufs kaufen steigern. Klassisches (Content) Marketing also

Noch ein Wort zu IDF*WDF und Schwafel-Score:
Der Gedanke liegt nah, dass es auf einmal gefährlich ist seine Texte zu stark an einer IDF*WDF Analyse auszurichten. Es könnte ja sein dass man den Text „überoptimiert“, also alle themenrelevanten Keywords in den Text reinpackt und damit den Schwafel Score alarmiert. Nach dem Motto: Wer statistischen Durchschnitt redet, der schwafelt. Nun ja, man sollte seinen Text nicht nur an der IDF*WDF Analyse ausrichten, sondern nach dem was man zu sagen hat. Außerdem setzt der Schwafel-Score schon vor der IDF*WDF Analyse an. Letztere vergleicht die Häufigkeit der Keywords im Text mit anderen thematisch ähnlichen Texten im Netz. Der Schwafel-Score hingegen spielt schon im Verfassen des Textes mit.

Interessant ist auch, dass Google eine Textlänge von 500 Wörter als Ankerpunkt für die Schwafelanalyse nimmt. Wenn also in einem Text mit 500 Wörter über Gold, „normal“ viele Begriffe der Assoziationswolke „Gold“ auftauchen, kein Problem. Werden es zu viele, wird es ein Problem.

An alle die gerne weniger als 500 Wörter in einem Beitrag schreiben, oder wahnsinnig lange Texte auf eine Seite packen, ohne Unterseiten und ohne Gliederung. Oder an diejenigen die für ein Thema unorthodoxe Begriffe verwenden, oder deren Sprachbegabung eher auf dem Niveau eines Grundschülers liegt, aber trotzdem was zu sagen haben – keine Sorge. Zum einen zieht Google nicht nur eure schriftlichen Ergüsse als Grundlage des Rankings eurer Website heran, sondern kennt noch ca. 200 anderen Faktoren die alle in die Bewertung mit einfließen. Zum anderen, der Schwafel-Score ist mit großer Wahrscheinlichkeit schon längst in den Suchalgorithmus integriert. Seid ihr also mit euren Texten in den letzten 4 Jahren gut gefahren, werdet ihr das erstmal auch weiterhin.



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